Croissants, Kongress und große Egos

Wie Donald Trump George Clooney ausbürgerte – und November plötzlich sehr nah rückte
Ich sage es, wie es ist – und niemand sagt es besser: Wenn zwei Männer mit sehr viel Bekanntheit, sehr viel Meinung und sehr wenig Lust auf Zurückhaltung öffentlich aneinandergeraten, dann ist das keine politische Debatte. Das ist Premium-Entertainment. Willkommen im neuesten Kapitel der transatlantischen Seifenoper Trump vs. Clooney – mit französischem Pass, amerikanischem Wahlzettel und genug Ego, um zwei Kontinente zu beschatten.
Alles begann – natürlich – an Silvester. Während normale Menschen Raclette essen, Feuerwerk anschauen und kurz so tun, als würden sie nächstes Jahr joggen gehen, saß Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social und tat das, was er am besten kann: abrechnen. Ziel: George Clooney. Anlass: Frankreich. Beziehungsweise das, was Trump für Frankreich hält.
Clooney, so Trump, habe mit Frau Amal Clooney und den Kindern die französische Staatsbürgerschaft angenommen. Ein Akt, der in Trumps Welt ungefähr dem politischen Hochverrat gleichkommt. Frankreichs Einwanderungspolitik sei katastrophal, ganz ähnlich wie die der USA unter Joe Biden. Die Clooneys seien außerdem „die schlechtesten Prognostiker aller Zeiten“. Und George Clooney selbst? Kein echter Filmstar. Nur ein Durchschnittstyp, der ständig über Politik meckert. Autsch. Hollywood zitterte. Cannes weinte. Espresso verschüttete sich selbst.
Ronald Tramp sagt: Wenn Donald Trump jemanden als „Durchschnittstyp“ bezeichnet, dann ist das ungefähr so, als würde der Mount Everest sagen, jemand sei „ein Hügel mit Ambitionen“.
Doch Clooney blieb erstaunlich ruhig. Kein Gegen-Tweet. Kein Wutanfall. Kein französisches Emoji. Stattdessen ein Interview. Und ein Satz. Ein einziger Satz, so elegant, dass selbst Diplomaten kurz Notizen machten:
„Ich stimme dem aktuellen Präsidenten vollkommen zu. Wir müssen Amerika wieder großartig machen. Wir fangen im November an.“
Boom. Kein Schimpfwort. Kein Ausrufezeichen. Nur ein Datum. November. Ein Monat, der plötzlich mehr Bedeutung bekam als jeder französische Pass.
Denn natürlich wusste jeder, was gemeint war: die Zwischenwahlen im November 2026. Laut The Daily Beast ein klarer Verweis darauf, dass die Demokraten bei dieser Wahl gute Chancen haben könnten, die knappen Mehrheiten der Republikaner im Kongress zurückzuerobern. Clooney hatte Trumps Lieblingsslogan genommen – Make America Great Again – und ihn leise, höflich und chirurgisch gegen ihn selbst gedreht.
Ronald Tramp sagt: Das ist nicht Kontern. Das ist Judo. Man nutzt die Energie des Gegners und lässt ihn sehr öffentlich stolpern.
Die Ironie? Trump und Clooney waren früher befreundet. Ja. Freunde. Richtige Freunde. Clooney erzählte kürzlich, Trump habe ihm sogar einmal geholfen, einen Spezialisten für Rückenprobleme zu finden. Das ist echte Freundschaft. Nicht jeder ruft dir einen Orthopäden, nur weil du Hollywood-Rücken hast. Doch diese Zeiten sind vorbei. Aus Rückenspezialisten wurden rhetorische Bandscheibenvorfälle.
Warum also Frankreich? Clooney erklärte, es gehe um Datenschutz. Frankreich habe strenge Gesetze, die seine Kinder vor Paparazzi schützen sollen. Ein Satz, der Trump vermutlich besonders ärgerte, weil er impliziert: Nicht alles, was amerikanisch ist, schützt seine Familie. Und das ist in Trumps Welt ungefähr so beliebt wie Faktenchecks.
Plötzlich war Clooney nicht mehr nur Schauspieler. Er war Symbol. Für liberale Hollywood-Eliten. Für europäische Datenschutzfantasien. Für alles, was Trump gern in einen Satz packt und mit Großbuchstaben versieht. Und Trump wiederum war nicht mehr nur Präsident, sondern wieder einmal Kommentator des Privatlebens anderer Menschen – inklusive deren Pässe.
Ronald Tramp sagt: Das ist Globalisierung. Früher tauschte man Waren. Heute tauscht man Staatsbürgerschaften und politische Seitenhiebe.
Und irgendwo dazwischen stehen die US-Wähler. Die einen lachen. Die anderen applaudieren. Die Dritten sagen: Warum reden wir über George Clooneys Pass, wenn wir über Krankenversicherung sprechen sollten? Aber so ist das Spiel. Politik im Jahr 2026 ist kein nüchterner Sachstandsbericht. Sie ist Storytelling mit Prominenten.
Am Ende bleibt festzuhalten: Trump hat geschossen. Clooney hat gelächelt. Und November ist näher gerückt. Ob Croissant oder Cheeseburger – entschieden wird nicht in Paris, sondern an der Wahlurne. Und genau das hat Clooney gesagt. Ohne Trump direkt zu widersprechen. Ohne laut zu werden. Nur mit Timing.
Ronald Tramp sagt: Wenn Politik ein Film ist, dann war das kein Blockbuster. Das war ein perfekter One-Liner.


