Das große Hausverbot

Grafik: Das große Hausverbot

Wie Donald Trump die Schlüssel zur Freiheit zurückholen will (und Banlen zitternd die Gartenzwerge fallsen lassen)

Von Ronald Tramp, Oberarchitekt des gesunden Menschenverstands, Immobilienmogul im Herzen und persönlicher Albtraum jeder Investmentabteilung.


Ich sage es gleich, sehr laut, sehr klar und mit dem nötigen Pathos: Endlich macht es jemand. Endlich sagt einer: „Das Haus gehört der Familie – nicht der Versicherung.“ Und dieser eine ist natürlich Donald Trump. Der Mann, der weiß, wie man Gebäude baut, kauft, verkauft, benennt – und jetzt offenbar auch rettet.

Der Traum vom Eigenheim. Der amerikanische Traum. Weißer Zaun. Rasen. Grill. Flagge. Ein Hund, der bellt, wenn der Nachbar zu nah kommt. Und was haben Banken, Versicherungen und Konzerne daraus gemacht? Ein Excel-Dokument. Eine Rendite. Eine Kapitalanlage mit Gartenanschluss. Schluss damit, sagt Trump. Schluss. Aus. Ende Gelände – mit Garage.

Trump kündigte an, Profi-Investoren den Kauf von Einfamilienhäusern verbieten zu wollen. Banken? Raus. Versicherungen? Raus. Große Konzerne? Raus. Ich sehe schon die Schlagzeilen: „BlackRock weint leise in der Musterküche.“ Und Trump? Der schreibt es natürlich auf Truth Social, denn wo sonst verkündet man revolutionäre Wohnungsbaupolitik, wenn nicht zwischen CAPSLOCK und drei Ausrufezeichen?

„Umgehend“ sollen Maßnahmen kommen. Umgehend! Das ist eines dieser Wörter, die im politischen Betrieb normalerweise heißen: „Irgendwann.“ Aber bei Trump bedeutet es: Jetzt, sofort, gestern. Wie genau diese Verbote aussehen sollen? Unklar. Aber Unklarheit hat Trump noch nie gestört. Im Gegenteil: Unklarheit ist Raum für Größe.

Die Idee ist einfach – und deshalb revolutionär: Häuser für Menschen. Nicht für Portfolios. Einfamilienhäuser sollen wieder Einfamilienhäuser sein. Nicht „Einfamilienhäuser GmbH & Co. KG, verwaltet von einer Holding auf den Cayman Islands“. Trump sagt sinngemäß: „Wenn du kein Kind darin großziehen willst, dann kauf es nicht.“ Ich liebe es.

Natürlich geraten jetzt die Experten in Panik. Die sogenannten Marktkenner. Die Leute mit Brillen ohne Sehstärke, die sagen: „Der Markt regelt das.“ Hat er ja. Er hat es geregelt – gegen alle normalen Menschen. Und jetzt kommt Trump und sagt: „Ich regel zurück.“

In zwei Wochen will er das Thema auch in Davos ansprechen. Davos! Der Ort, an dem Milliardäre darüber diskutieren, warum andere sich nichts leisten können. Ein perfekter Schauplatz. Ich stelle mir vor, wie Trump dort steht, vor einer Wand aus Cashmere-Mänteln, und sagt: „Ihr habt genug Häuser. Jetzt sind die Amerikaner dran.“ Gänsehaut. Oder zumindest nervöses Husten.

Vom 19. bis 23. Januar trifft sich dort das Weltwirtschaftsforum – auch bekannt als Klassentreffen der Leute, die keine Miete zahlen. Und Trump wird über Wohnraum und Erschwinglichkeit sprechen. Erschwinglichkeit! Ein Wort, das man in Davos sonst nur hört, wenn es um Mineralwasser geht.

Seit Langem ist der Traum vom Eigenheim für Trump ein Herzensanliegen. Und ja, er hat auch einen Schuldigen ausgemacht. Einen ganz bestimmten. Einen Mann. Einen Stuhl. Einen Zinssatz. Jerome Powell. Der Chef der US-Notenbank. Trump sagt: Wegen der hohen Leitzinsen können sich die Amerikaner kein Haus mehr leisten. Und wissen Sie was? Viele Menschen nicken dabei sehr heftig.

Denn was bringt das schönste Haus, wenn der Zinssatz klingt wie eine Telefonnummer? Trump sieht das pragmatisch: Wenn Banken Häuser kaufen und gleichzeitig Zinsen hochhalten, dann ist das kein Markt – das ist Monopoly ohne Startgeld.

Natürlich gibt es Kritik. Es gibt immer Kritik. „Radikal!“ sagen sie. „Eingriff!“ sagen sie. „Populismus!“ sagen sie. Aber ich sage: Manchmal braucht es radikale Ideen, um normale Dinge wieder normal zu machen. Zum Beispiel ein Haus zu besitzen, ohne dafür drei Leben, vier Jobs und einen Nebenverdienst als Uber-Fahrer zu brauchen.

Stellen Sie sich die Zukunft vor: Ein junges Paar geht zur Besichtigung – und muss nicht gegen einen Hedgefonds bieten. Keine anonymen Käufer. Keine Barzahlung aus Luxemburg. Sondern Menschen. Echte Menschen. Mit Träumen. Mit Kindern. Mit dem Wunsch, endlich eine Wand streichen zu dürfen, ohne den Vermieter zu fragen.

Natürlich wird es kompliziert. Natürlich wird es Gesetze brauchen. Natürlich werden Anwälte beschäftigt sein. Aber Trump liebt kompliziert. Er liebt Kämpfe. Und er liebt vor allem eines: Häuser. Große, kleine, goldene, normale.

Ich, Ronald Tramp, sage am Ende: Das ist keine Wohnpolitik. Das ist ein Kulturkampf um den Gartenzaun. Und wenn Trump es wirklich durchzieht, dann wird Geschichte geschrieben – möglicherweise auf einer Grundbucheintragung.

Der Traum vom Eigenheim lebt. Und diesmal nicht als Anlageprodukt, sondern als Zuhause. Very American. Very bold. Very… Trump.