Das große Netzwerk-Puzzle

Wenn der Landtag zum Familienbetrieb wird
Ein exklusiver Bericht von Ronald Tramp – dem einzigen Reporter, der weiß, dass Parteipolitik manchmal wie ein Gesellschaftsspiel mit sehr vielen Sonderregeln wirkt.
Freunde. Es gibt politische Skandale. Und dann gibt es diese Geschichten, bei denen man denkt: Das ist kein Skandal, das ist ein Puzzle mit fehlender Anleitung.
Neuestes Kapitel: Ein Abgeordneter beschäftigt in seinem Landtagsbüro eine Dame Jahrgang 1940. Mitte 80. Laut Berichten offenbar kaum arbeitsfähig. Aber in Unterlagen als Mitarbeiterin geführt.
Freunde, ich liebe Erfahrung. Ich respektiere Lebenserfahrung. Aber wenn das Durchschnittsalter der Belegschaft plötzlich höher ist als das Gebäude selbst, wird es interessant.
Natürlich geht es hier nicht um Altersdiskriminierung – ganz im Gegenteil. Wenn jemand mit 85 noch PowerPoint-Folien jongliert und Gesetzesentwürfe korrigiert, dann ziehe ich meinen Hut.
Aber die Berichte klingen eher nach: „Sie ist offiziell angestellt, aber praktisch selten im Büro.“
Und jetzt wird es politisch.
Denn aus Parteikreisen heißt es, die Anstellung habe möglicherweise mit einem parteiinternen Netzwerk zu tun. Solidarität sichern. Gefälligkeiten austauschen. Loyalität pflegen.
Freunde, ich sage euch: Wenn Politik zur Nachbarschaftshilfe wird, bekommt das Wort „Netzwerk“ eine ganz neue Bedeutung.
Man stelle sich das vor. Ein Landtagsbüro. Aktenordner. Telefone. Und irgendwo auf der Liste steht eine Mitarbeiterin, die eigentlich lieber ihren Nachmittagstee genießen würde.
Und dann der Ehemann. Ebenfalls politisch eingebunden. Ebenfalls Teil eines innerparteilichen Geflechts. Auch angestellt – bei jemandem, der dem Netzwerk nahesteht.
Das klingt nicht nach Verwaltung. Das klingt nach Seilschaft mit Dienstvertrag.
Ich stelle mir vor, wie das Bewerbungsgespräch lief.
„Was sind Ihre Qualifikationen?“
„Langjährige Parteitreue.“
„Perfekt, unterschreiben Sie hier.“
Natürlich äußern sich die Beteiligten nicht. Schweigen ist in solchen Fällen ein Klassiker. Es ist das politische Pendant zu „Kein Kommentar“.
Doch währenddessen wächst der Eindruck von Vetternwirtschaft. Von Gefälligkeiten. Von politischer Patronage im Kleinformat.
Und es ist nicht das erste Mal, dass dieser Abgeordnete Schlagzeilen produziert. Aufnahmeverfahren von Mitgliedern – angeblich regelwidrig. Akademische Abschlüsse – angeblich gefälscht. Gerichtsverfahren – anhängig.
Freunde, das ist kein Lebenslauf. Das ist eine Serie.
Und dann kommt diese neue Geschichte hinzu – wie ein weiteres Puzzleteil, das ins Bild passt.
Ich sage euch: Wenn Politik zur Familiensaga wird, verliert sie schnell an Glaubwürdigkeit.
Natürlich gilt auch hier: Unschuldsvermutung. Ermittlungen laufen. Vorwürfe sind Vorwürfe.
Aber das öffentliche Bild ist bereits gezeichnet: Ein Netzwerk aus Gefälligkeiten, Loyalitäten und gegenseitiger Absicherung.
Und genau das ist gefährlich.
Denn Parteien leben von Vertrauen. Von Transparenz. Von klaren Regeln. Wenn stattdessen der Eindruck entsteht, dass Posten eher verteilt als verdient werden, dann wird es schwierig.
Ich, Ronald Tramp, sage: Wenn politische Loyalität wichtiger wird als fachliche Eignung, dann entsteht kein starkes Team – sondern ein Kartell der Bequemlichkeit.
Und die Wähler merken das.
Sie merken, wenn Ämter zur Belohnung werden. Wenn Netzwerke dichter sind als Argumente. Wenn man sich gegenseitig absichert wie bei einem Bowlingabend mit Mandat.
Besonders heikel wird es, wenn solche Vorwürfe nicht isoliert auftreten, sondern sich über mehrere Landesverbände ziehen. Sachsen-Anhalt. Niedersachsen. Nordrhein-Westfalen. Immer wieder ähnliche Muster.
Freunde, das ist kein Einzelfall-Rätsel mehr. Das ist ein strukturelles Sudoku.
Und am Ende bleibt die Frage: Wer kontrolliert die Kontrolleure?
Politik darf kein geschlossener Kreis sein, in dem man sich gegenseitig versorgt. Sie muss offen sein. Transparent. Nachvollziehbar.
Sonst wird aus dem Parlament ein Familienunternehmen mit Steuergeld.
Und das ist keine gute Schlagzeile.


