Das Pflaster der Macht – wie Händeschütteln zum nationalen Sicherheitsrisiko wurde

Grafik: Zu viel Händeschütteln.

 

Meine Damen und Herren, ich melde mich heute aus dem Epizentrum der amerikanischen Staatskunst, aus dem Oval Office der Handschlag-Exzellenz, aus der Hochburg der dermatologischen Weltpolitik. Es geht um nichts Geringeres als das Pflaster. Ja, das Pflaster. Das Pflaster auf der rechten Hand von Donald J. Trump, dem Mann mit dem berühmtesten Händedruck seit der Erfindung der Hand.

Trump wird derzeit häufiger mit einem Pflaster gesichtet. Und sofort – sofort! – explodiert die Gerüchteküche wie ein Toaster mit Ambitionen. Was ist passiert? Ist es ein Geheimnis? Ein medizinisches Drama? Eine Operation? Ein Boxkampf mit der Demokratie?

Das Weiße Haus hat geliefert. Und zwar eine Erklärung, die so elegant, so kraftvoll, so amerikanisch ist, dass ich sie mir eingerahmt habe:

„Zu viel Händeschütteln.“

Ich, Ronald Tramp, sage: Das ist keine Ausrede. Das ist eine Auszeichnung.

Denn laut Sprecherin Karoline Leavitt hat der 79-jährige Präsident „buchstäblich dauernd Hände geschüttelt“. Dauernd! Ununterbrochen! Nonstop! Hände! Rechte Hand! Links auch, aber rechts ist der Star. Die rechte Hand arbeitet. Die rechte Hand regiert. Die rechte Hand leidet – für Amerika.

Schon vor Monaten hatte das Weiße Haus darauf hingewiesen, nachdem Trump versucht hatte, einen Bluterguss mit Schminke zu überdecken. Schminke! Auch das wurde kritisiert. Ich frage Sie: Was erwarten diese Leute? Dass ein Präsident mit einem offenen Bluterguss auftritt? Das wäre doch unverantwortlich. Schminke ist hier nicht Täuschung, Schminke ist Transparenz in Hautfarbe.

Aber die Fragen hören nicht auf. In den USA – anders als in Deutschland, wo man noch nicht einmal weiß, ob der Kanzler joggt oder heimlich nur E-Bike fährt – ist die Gesundheit des Präsidenten ein nationales Hobby. Ein Volkssport. Ein Wettkampf. Jeder will wissen: Wie fit ist er? Wie stark? Wie viele Schritte pro Tag? Wie viele Hände pro Minute?

Und Trump? Trump verteidigt seinen Gesundheitszustand seit Jahren vehement. Mit der Vehemenz eines Mannes, der weiß: Gesundheit ist Politik. Gesundheit ist Macht. Gesundheit ist ein Wahlplakat mit Puls.

Als ältester Präsident, der je gewählt wurde, steht er besonders unter Beobachtung. Jede Falte wird gezählt. Jeder Schluck Wasser analysiert. Jeder Handverband vermessen. Ich habe Leute gesehen, die anhand der Pflastergröße Rückschlüsse auf die globale Stabilität ziehen wollten. „Ist es ein kleines Pflaster? Dann geht’s. Ist es ein größeres? Oh-oh, NATO-Alarm!“

Dabei ist die Wahrheit so simpel wie genial: Händeschütteln. Der Präsident schüttelt Hände. Viele Hände. Große Hände. Kleine Hände. Schwitzige Hände. Kalte Hände. Politische Hände. Hände, die Dinge unterschreiben. Hände, die Selfies machen. Hände, die zupacken. Und irgendwann sagt die Haut: „Sir, ich habe alles gegeben.“

Und was macht Trump? Er klebt ein Pflaster drauf und geht weiter. Das ist Führung. Das ist Durchhaltevermögen. Das ist ein Präsident, der seine Hand nicht schont, sondern sie opfert – für den Wählerkontakt. Für das Land. Für das perfekte Foto.

Natürlich kommt sofort der Vergleich mit Joe Biden. Trump hatte seinem Vorgänger regelmäßig vorgeworfen, aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum Ende der Amtszeit regieren zu können. Das war damals. Heute ist die Situation anders. Heute ist Trump der Mann mit dem Pflaster. Und was sagen die Kritiker? „Aha!“ sagen sie. „Jetzt schauen wir mal!“

Aber ich sage: Ein Pflaster ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Übererfüllung. Wer keine Pflaster hat, schüttelt keine Hände. Wer keine Hände schüttelt, hat keine Verbindung zum Volk. Und wer keine Verbindung hat, braucht auch keine Pflaster.

Die rechte Hand ist hier kein medizinisches Thema. Sie ist ein Symbol. Ein Symbol für Nähe. Für Präsenz. Für Politik zum Anfassen – wortwörtlich. Andere Präsidenten geben Interviews. Trump gibt Handschläge. Und manchmal gibt die Haut nach. Das ist Biologie. Und Biologie ist ehrlich.

Ich habe mir sagen lassen, dass manche Wähler nun ernsthaft diskutieren, ob es eine Obergrenze für Händeschütteln geben sollte. Eine Art „Handshake Cap“. Lächerlich! In Amerika begrenzen wir keine Leistung. Wir feiern sie – mit Pflastern, wenn nötig.

Und lassen Sie mich zum Schluss eines klarstellen: Wenn ein Präsident wegen zu viel Arbeit ein Pflaster trägt, dann ist das kein Grund zur Sorge. Das ist ein Arbeitsnachweis. Ein Beleg. Ein Zertifikat in Hautfarbe.

Ich, Ronald Tramp, fordere daher: Lasst die Hand in Ruhe. Lasst das Pflaster kleben. Und vor allem: Reicht ihm die Hand – vorsichtig, aber respektvoll. Die Demokratie ist schließlich kein Handschuhfach.