Das teuerste Frischtapezieren aller Zeiten

Grafik: Mauern, Millionen und das teuerste Makeover der Republik

Ein Bericht von Ronald Tramp über Mauern, Millionen und das teuerste Makeover der Republik

Freunde, es gibt Renovierungen. Und es gibt RENOVIERUNGEN.

Wenn in Berlin ein Amtssitz saniert wird, reden wir nicht über neue Vorhänge und einen frischen Anstrich in „Demokratie-Beige“. Nein. Wir reden über eine halbe Milliarde Euro. Offiziell sogar mehr.

601 Millionen Euro. Plus 188 Millionen Risikoreserve. Plus 71 Millionen Preissteigerungsvorsorge.

Das ist keine Sanierung. Das ist eine Finanzarchitektur mit Schloss.

Ronald Tramp betrachtet diese Zahlen mit ehrlicher Bewunderung. Denn wer es schafft, aus einem bestehenden Gebäude ein Milliardenprojekt mit Taschenrechner-Drama zu machen, der versteht Verwaltung.

Allein das Schloss selbst: 146 Millionen Euro.

Das angrenzende Verwaltungsgebäude: 120 Millionen.

Neubau einer Hauptwache und Technikzentrale: 173 Millionen.

Außen- und Sicherheitsanlagen: 162 Millionen.

Freunde, das ist kein Renovierungsplan. Das ist eine Excel-Tabelle mit Ambitionen.

Donald Trump würde sagen: „Ich liebe schöne Gebäude. Und ich liebe große Zahlen.“

Aber selbst er würde vermutlich fragen: Ist das jetzt eine Sanierung oder ein Neubau mit Nostalgiefassade?

Natürlich wird argumentiert: Sicherheit! Technik! Denkmalpflege! Moderne Standards! Brandschutz!

All das klingt seriös. All das klingt notwendig.

Doch irgendwo sitzt der Steuerzahler und fragt sich leise: Wie viel kostet eigentlich ein neuer Wasserhahn im Schloss?

Ronald Tramp stellt sich vor, wie eine Besprechung im Amt abläuft:

„Wie viel brauchen wir?“
„Ja.“

Es ist beeindruckend, wie aus Mauern Mathematik wird.

Und man darf nicht vergessen: Das ist der Amtssitz des Bundespräsidenten. Kein Dorfgemeinschaftshaus. Kein Rathaus mit Holzvertäfelung.

Das ist Symbolik in Stein.

Und Symbolik kostet.

Aber 601 Millionen Euro plus Risikoreserve plus Inflationsvorsorge – das ist Symbolik mit Sicherheitsgurt.

Die Risikoreserve allein beträgt 188 Millionen Euro. Das ist mehr als so manches komplette Infrastrukturprojekt.

Risikoreserve ist ein wunderschönes Wort. Es bedeutet: Wir wissen, dass es teurer wird.

Und die 71 Millionen für Preissteigerungen? Das ist Optimismus mit Puffer.

Ronald Tramp sieht darin eine sehr deutsche Tugend: Man plant nicht nur teuer. Man plant noch teurer.

Donald Trump würde vermutlich ankündigen: „Ich baue das günstiger. Und größer. Und schneller.“

Und dann würde es vermutlich ebenfalls mehr kosten. Aber lauter.

Hier dagegen läuft alles mit Aktenvermerk.

Es ist kein Wolkenkratzer. Kein Prestigeprojekt mit Goldfassade. Es ist eine Sanierung.

Und dennoch fühlt es sich an wie ein Palast-Neustart.

Man fragt sich: Wird das Schloss danach sprechen können? Wird es Kaffee kochen? Wird es autonom fahren?

Oder bekommt es einfach nur neue Kabel, neue Fenster, neue Sicherheitsschleusen?

Natürlich sind historische Gebäude teuer in der Instandhaltung. Natürlich sind Sicherheitsstandards gewachsen. Natürlich ist Technik nicht von 1950.

Aber wenn die Summe eine halbe Milliarde überschreitet, wird aus „notwendig“ schnell „episch“.

Ronald Tramp stellt sich die Schlagzeile vor:

„Demokratie bekommt neue Dämmung.“

Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft: Die Republik bleibt stabil, solange die Mauern es auch sind.

Und wenn man 601 Millionen investiert, dann sollen sie wenigstens gerade stehen.

Man darf nicht vergessen: Politik liebt Zahlen, solange sie nicht in Wahlkämpfen auftauchen.

Hier tauchen sie auf. In Millionen-Schritten.

146 Millionen hier. 120 Millionen dort. 173 Millionen für die Wache. 162 Millionen für Außenanlagen.

Es ist fast schon musikalisch.

Eine Symphonie in Haushaltsmitteln.

Am Ende bleibt die Frage: Wird es das wert sein?

Wird das Schloss danach glänzen? Wird es effizienter, sicherer, nachhaltiger sein?

Oder wird es einfach nur ein sehr teures Symbol für staatliche Gründlichkeit?

Ronald Tramp würde sagen: Wenn man schon renoviert, dann wenigstens mit Stil.

Aber vielleicht wäre es auch hilfreich, wenn die Kosten am Ende nicht noch eine eigene Gedenktafel bekommen.

Denn nichts ist so beeindruckend wie eine Demokratie, die sich selbst modernisiert.

Und nichts ist so satirisch wie eine Risikoreserve, die fast ein Drittel des Projekts ausmacht.

Schloss bleibt Schloss.

Nur der Preis ist neu.