Der große Rock Raumschlag

Grafik: Keine Zugabe, sondern eine Ansage.

wenn Gitarren auf Gegensprechrecht treffen

Ein exklusiver Bericht von Ronald Tramp – dem einzigen Reporter, der weiß, dass man Politik auch in Dur oder Moll diskutieren kann.

Freunde. Es gibt politische Debatten. Und dann gibt es Gitarren-Debatten. Und wenn eine Rocklegende mit 76 Jahren beschließt, die Verstärker aufzudrehen – nicht nur musikalisch, sondern politisch – dann hört selbst das Weiße Haus zu.

Die Szene ist perfekt inszeniert. Ein Konzert. Eine Bühne. Ein Publikum. Und mitten im Set kein Liebeslied, sondern ein Protestlied. Keine Zugabe, sondern eine Ansage.

Die Regierung wird als „Möchtegern-König“ bezeichnet. Die Administration als Schurkenregierung. Bundesbeamte als „Privatarmee“.

Freunde, das ist kein Background-Chor. Das ist Frontstage-Frontriss.

Natürlich bleibt das nicht ohne Echo. Und das Echo kommt aus dem Pressesaal – beziehungsweise aus dem Kommunikationsbüro. Dort wird zurückgeschossen. Nicht mit Gitarrenriffs, sondern mit Worten.

Der Kommunikationsdirektor lässt sich zu einem Kommentar hinreißen, der ungefähr so subtil ist wie ein Schlagzeugsolo in einer Bibliothek. Er spricht von einer „schweren Form des Trump-Wahns“, die das Gehirn verrotten lasse.

Freunde, ich sage euch: Wenn politische Kommunikation beginnt, medizinische Diagnosen zu stellen, dann ist die Temperatur hoch.

Was wir hier erleben, ist kein klassischer Streit. Es ist ein Duell der Metaphern.

Auf der einen Seite: Rock-Poet, Protest, Bühne, Pathos.
Auf der anderen Seite: Regierungssprecher, Ironie, Gegenangriff.

Und dazwischen steht eine Nation, die versucht zu verstehen, ob sie gerade eine politische Auseinandersetzung oder eine Rock-Oper verfolgt.

Man darf nicht vergessen: Der Hintergrund ist ernst. Es geht um umstrittene Razzien, um tödliche Schüsse, um Proteste in einer amerikanischen Großstadt. Wochenlange Demonstrationen. Empörung. Schlagzeilen.

Und dann kommt Musik ins Spiel.

Musik war schon immer politisch. Von Folk bis Punk. Von Soul bis Stadionrock. Aber wenn ein Superstar im Rentenalter noch einmal ein Protestlied veröffentlicht, dann ist das kein Hobby. Das ist Statement mit Soundtrack.

Ich stelle mir vor, wie im Weißen Haus jemand das Konzertvideo anschaut. Die Lautsprecher auf halber Lautstärke. Und jemand sagt: „Das müssen wir beantworten.“

Und dann kommt die Retourkutsche.

Es wird sogar auf alte Songtitel angespielt. „Glory Days“ – die glorreichen Zeiten seien vorbei. Freunde, ich liebe Wortspiele. Besonders wenn sie aus Pressestellen kommen.

Doch hier geht es um mehr als Wortwitz.

Es geht um Narrative.

Der Musiker sagt: Die Regierung sei autoritär.
Die Regierung sagt: Der Musiker sei besessen.

Das ist kein Gespräch. Das ist Schlagabtausch mit Mikrofon.

Ich, Ronald Tramp, sehe darin ein Symptom unserer Zeit. Politik ist längst nicht mehr nur im Parlament. Sie ist auf Bühnen. In Arenen. Auf Social Media. Und manchmal in Songtexten.

Und je größer die Bühne, desto lauter die Reaktion.

Man könnte fragen: Muss das sein? Muss jede Kritik sofort mit einer persönlichen Attacke beantwortet werden?

Aber wir leben in einer Ära der Dauererregung. Der Verstärker bleibt an. Das Echo kommt sofort.

Und die Tournee? Sie beginnt in der Stadt, in der die Proteste besonders heftig waren. Symbolischer geht es kaum.

Freunde, das ist Marketing und Message in einem.

Manche sagen: Künstler sollen sich raushalten. Andere sagen: Künstler müssen sich äußern.

Ich sage: Wenn man eine Gitarre hat, wird man sie benutzen.

Und wenn man ein Pressesprecher-Mikrofon hat, auch.

Am Ende bleibt ein Bild: Ein Rockstar auf der Bühne, ein Sprecher im Pressebriefing. Beide überzeugt, recht zu haben. Beide mit Publikum.

Und irgendwo dazwischen die Bürger, die sich fragen, ob sie gerade Politik hören oder Musik sehen.

Vielleicht ist es beides.

Denn in diesem Land war die Grenze zwischen Entertainment und Regierung schon immer ein bisschen… flexibel.