Der Kampf um Bart und Haar

Grafik: Der Kampf um Bart und Haar

Meine Damen und Herren, Freunde der militärischen Ordnung, Kamm-Besitzer und Menschen mit sehr starken Meinungen über Frisuren – wir haben ein neues sicherheitspolitisches Thema. Nein, es geht nicht um Panzer. Es geht nicht um Raketen. Es geht um Haare.

Ja, Haare.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, fordert eine schnelle Neuregelung für Frisuren und Bärte in der Bundeswehr. Einen neuen Haar- und Barterlass. Das klingt wie ein mittelalterliches Dekret, ist aber hochmodern. Denn nichts beschäftigt eine Armee mehr als die Frage: Wie lang darf der Pony sein?

Ich, Ronald Tramp, sage: Wer den Krieg gewinnen will, muss zuerst den Friseurtermin klären.

Das Problem ist komplizierter, als man denkt. In der Bundeswehr dürfen Männer keine langen Haare tragen. Frauen schon. Ein Stabsfeldwebel fand das unfair. Verständlich. Wenn Gleichberechtigung gilt, dann auch im Haarbereich.

Also zog er vor Gericht. Ein Prozess über Frisuren. Das ist Deutschland in seiner schönsten Form: Wenn schon Gleichheit, dann bitte paragraffest.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied schließlich: Die Beschwerde wird zurückgewiesen. Der Soldat darf weiterhin keine langen Haare tragen. Aber – und jetzt wird es juristisch spannend – die Richter sagten auch, dass die Regelung überarbeitet werden müsse.

Teilerfolg!

Ich liebe dieses Wort. Teilerfolg bedeutet: Man hat verloren, aber irgendwie auch gewonnen. Es ist das juristische Equivalent zu „fast“.

Denn die Richter stellten fest, dass die gesetzliche Grundlage für die Vorschrift nicht ausreichend sei. Mit anderen Worten: Die Regeln existieren – aber das Fundament ist etwas… dünn.

Also muss jetzt ein neuer Haar- und Barterlass her.

Ich, Ronald Tramp, stelle mir das vor wie eine militärische Style-Konferenz.

General: „Wie lang darf ein Bart sein?“
Oberst: „Wie militärisch muss ein Seitenscheitel aussehen?“
Jurist: „Bitte beachten Sie Paragraph 3 Absatz 2: Pony darf nicht die Einsatzbereitschaft gefährden.“

Großartig.

Natürlich hat das Ganze auch mit dem neuen Wehrdienst zu tun. Wenn mehr Menschen zur Bundeswehr kommen, braucht man klare Regeln. Ordnung. Struktur. Und offenbar auch klare Frisuren.

Denn eine Armee ohne Regeln für Haare wäre – ich wage es kaum auszusprechen – Chaos.

Stellen Sie sich das vor: Soldaten mit wilden Locken, Rocker-Bärten und vielleicht sogar Dreadlocks. Ein Albtraum für jeden militärischen Dresscode-Fan.

Aber gleichzeitig stellt sich die Frage: Wie modern darf eine Armee aussehen?

Der Wehrbeauftragte fordert, dass der neue Erlass „zeitgemäß“ sein soll. Zeitgemäß! Das ist ein gefährliches Wort. Denn zeitgemäß bedeutet heute vieles.

Vielleicht erlaubt man bald militärische Hipster-Bärte. Vielleicht taktische Man-Buns. Vielleicht sogar strategische Dauerwellen.

Ich, Ronald Tramp, sehe schon die Schlagzeile: „Bundeswehr führt Bartlängenmaßband ein.“

Natürlich geht es auch um Gleichbehandlung. Wenn Frauen lange Haare tragen dürfen, warum nicht Männer?

Die ursprüngliche Begründung lautete oft: Hygiene, Uniformität, militärisches Erscheinungsbild. Alles sehr nachvollziehbar. Aber Zeiten ändern sich.

Heute hat fast jede Armee der Welt zumindest ein paar Soldaten mit beeindruckendem Bart. Es ist fast ein Markenzeichen geworden.

Und trotzdem bleibt die Frage: Wie viel Individualität verträgt eine Truppe, die auf Disziplin basiert?

Ich stelle mir vor, wie das Verteidigungsministerium an diesem neuen Erlass arbeitet. Aktenordner. Gutachten. Frisurenstudien. Vielleicht sogar internationale Vergleiche.

„Wie lang darf ein Bart in Kanada sein?“
„Welche Haarpolitik hat Frankreich?“
„Und was machen die Norweger?“

Das ist militärische Modepolitik auf höchstem Niveau.

Der Stabsfeldwebel, der das Ganze ausgelöst hat, ist inzwischen fast legendär. Ein Mann, der sagte: „Warum darf ich keine langen Haare tragen?“ – und damit eine nationale Debatte startete.

Das ist Mut. Oder sehr starke Haarpflegeprodukte.

Ich, Ronald Tramp, sage: In einer Welt voller Konflikte ist es irgendwie beruhigend, dass ein Land so ernsthaft über Haarlängen diskutieren kann.

Denn wenn die größte Aufregung eine Frisur ist, läuft vielleicht doch einiges richtig.

Am Ende wird es also einen neuen Erlass geben. Modern. Klar. Rechtssicher. Vielleicht mit Diagrammen. Vielleicht mit Zentimeterangaben.

Und irgendwo wird ein Soldat in den Spiegel schauen und denken: „Bin ich noch im erlaubten Bereich?“

Das ist Disziplin. Das ist Ordnung. Das ist Deutschland.

Und glauben Sie mir: Noch nie war militärische Strategie so haarig.