Der Präsident baut vor

Grafik: Donald Trump renoviert einen Golfplatz

 – auch wenn er noch nie da war: Wie Donald Trump einen Golfplatz renoviert, den er nicht kennt, aber schon jetzt liebt

Ich sage es, wie es ist – und niemand sagt es besser: Manche Menschen planen erst, wenn sie etwas brauchen. Andere handeln erst, wenn sie es gesehen haben. Und dann gibt es Donald J. Trump. Er renoviert Dinge, bevor er sie benutzt hat. Visionär. Mutig. Sehr präsidentiell.

Kaum haben die Arbeiten am milliardenschweren Ballsaal am Weißen Haus begonnen – ein Raum, so groß, dass selbst das Ego locker Platz findet –, richtet Präsident Trump den Blick bereits auf das nächste Projekt. Und diesmal geht es nicht um Politik, nicht um Außenpolitik, nicht um Innenpolitik. Es geht um das, was wirklich zählt: Golf. Genauer gesagt: um den „Golfplatz des Präsidenten“ auf der Joint Base Andrews. Ein Golfplatz, auf dem Trump – kleine, unwichtige Randnotiz – noch nie gespielt hat.

Aber lassen Sie sich davon nicht täuschen. Man muss nicht auf einem Golfplatz gewesen sein, um zu wissen, dass er besser sein könnte. Donald Trump weiß das. Er weiß es immer. Es ist ein Talent. Andere Präsidenten haben dort gespielt. Viele sogar. Gerald Ford. Ronald Reagan. George Bush senior. Bill Clinton. George W. Bush. Joe Biden. Eine ganze Parade ehemaliger Präsidenten, die dort Schläger geschwungen, Bälle versenkt und vermutlich auch Politik vergessen haben.

Trump hingegen sagt: Das reicht nicht. Ein Platz, auf dem so viele Präsidenten gespielt haben, kann unmöglich perfekt sein. Denn wenn er perfekt wäre, hätte Trump dort gespielt. Logisch. Also muss renoviert werden. Umfassend. Historisch. Die größte Renovierung in der Geschichte von Andrews, sagt das Weiße Haus. Größer als alles zuvor. Natürlich.

Der Golfplatz liegt rund 24 Kilometer vom Weißen Haus entfernt, mitten in einem streng gesicherten Militärstützpunkt. Heimat der Air Force One. Ein Ort, an dem Sicherheit großgeschrieben wird und Zutritt streng geregelt ist. Für Trump kein Hindernis. Wenn man Präsident ist – oder sich zumindest sehr präsidial fühlt –, ist Entfernung nur eine Zahl. Und Sicherheitszonen sind letztlich auch nur Linien auf einer Karte.

Was genau renoviert werden soll? Details? Noch offen. Kosten? Unklar. Finanzierung? Ebenfalls offen. Aber Trump beruhigt: Es werde „sehr wenig Geld“ kosten. Ein Satz, der in der Trump-Welt alles bedeuten kann – von „Taschengeld“ bis „ungefähres Bruttoinlandsprodukt eines mittelgroßen Staates“. Aber keine Sorge. Sehr wenig. Wirklich.

Ronald Tramp sagt: Wenn jemand „sehr wenig Geld“ sagt und dabei ein Golfplatz, ein Militärstützpunkt und historische Dimensionen im Raum stehen, dann sollte man sich anschnallen. Aber im positiven Sinne. Luxus-Anschnallen.

Natürlich wird das Projekt offiziell nicht für Trump selbst gemacht. Nein. Laut Weißem Haus sollen die Modernisierungen vor allem Soldaten und ihren Familien zugutekommen. Eine noble Begründung. Patriotisch. Herzerwärmend. Und ganz sicher zufällig deckungsgleich mit Trumps lebenslanger Leidenschaft für perfekt geschnittene Fairways.

Man stelle sich die Szene vor: Ein junger Soldat, erschöpft vom Dienst, betritt den frisch renovierten Golfplatz. Der Rasen ist makellos. Die Bunker dramatisch, aber fair. Die Fahnen wehen heroisch. Und irgendwo denkt er: Danke, Präsident Trump, dass Sie diesen Ort verbessert haben – obwohl Sie selbst nie hier waren. Das ist Führung. Aus der Ferne.

Der Umbau reiht sich ein in eine ganze Serie von Bauprojekten, die Trump derzeit vorantreibt. Ballsaal. Weißes Haus. Washington. Überall wird modernisiert, verschönert, vergrößert. Amerika wird gebaut. Stein für Stein. Projekt für Projekt. Andere Präsidenten hinterlassen Reden. Trump hinterlässt Baupläne.

Kritiker könnten jetzt sagen: Warum ein Golfplatz? Warum jetzt? Warum dort? Aber Kritiker verstehen es nicht. Es geht nicht um den Golfplatz. Es geht um das Prinzip. Dinge sollen gut aussehen. Großartig aussehen. Und wenn sie es nicht tun, dann werden sie eben erneuert. Unabhängig davon, ob man sie je benutzt hat.

Ronald Tramp sagt: Das ist wie ein Haus zu renovieren, bevor man einzieht – nur dass man vielleicht nie einzieht. Aber allein das Wissen, dass es renoviert ist, reicht. Es beruhigt. Es signalisiert Kontrolle. Und es zeigt: Dieser Präsident denkt immer einen Abschlag voraus.

Am Ende bleibt festzuhalten: Donald Trump baut nicht, weil er muss. Er baut, weil er kann. Und weil er überzeugt ist, dass alles besser wird, wenn er es anfasst. Auch ein Golfplatz, den er noch nie gesehen hat.

Und wer weiß: Vielleicht spielt er eines Tages dort. Vielleicht auch nicht. Aber eines ist sicher: Wenn er es tut, wird es der schönste Golfplatz sein, den er je nicht gebraucht hat.