Der Präsident, der dem Burger vertraute

Grafik: Der Präsident, der dem Burger vertraute

Ronald Tramp über Sicherheitsküche, Pommes-Diplomatie und den geheimen Ernährungsplan der Macht

Ich habe es immer gewusst. Wirklich immer. Viele Leute haben es gewusst. Sehr schlaue Leute, extrem schlaue Leute, Leute mit Ketchupflecken auf der Krawatte. Aber jetzt ist es offiziell, bestätigt von ganz oben, von medizinischer Seite, von jemandem mit einem berühmten Nachnamen und noch berühmteren Meinungen: Robert F. Kennedy Jr. hat gesprochen. Und wenn ein Gesundheitsminister spricht, dann hört man zu. Oder man kaut gerade noch.

Es geht um nichts Geringeres als die Essgewohnheiten von Donald Trump. Ein Thema, das dieses Land bewegt. Mehr als Haushaltsdebatten. Mehr als Außenpolitik. Mehr als Brokkoli. Denn ja, Trump liebt Fast Food. Das ist keine Neuigkeit. Das ist kein Leak. Das ist keine Enthüllung. Das ist Allgemeinwissen. Das steht quasi in der Verfassung zwischen Waffenrecht und Meinungsfreiheit: Thou shalt eat Burger.

Aber Kennedy hat jetzt Details geliefert. Details! Und Details sind gefährlich. Vor allem, wenn sie aus einem Podcast kommen. Noch gefährlicher, wenn dieser Podcast von Katie Miller moderiert wird, einer ultrakonservativen Influencerin, was in Amerika bedeutet: Mikrofon, Kamera, Meinung, fertig.

Kennedy sagt also: Auf Reisen ernährt sich der Präsident außergewöhnlich ungesund. Außergewöhnlich! Nicht einfach ungesund. Nicht leicht problematisch. Außergewöhnlich. Das ist eine Auszeichnung. Das ist olympisches Niveau. Junkfood-Goldmedaille.

Und warum tut Trump das? Jetzt kommt der beste Teil. Aus Sicherheitsgründen. Sicherheitsgründe! Ich liebe dieses Wort. Sicherheitsgründe erklären alles. Warum man Akten schwärzt. Warum man Mauern baut. Warum man Pommes isst. Denn offenbar gilt: Ein Burger von einem großen Konzern ist sicher. Sehr sicher. Sicherer als Salat. Sicherer als alles, was grün ist und eigenständig wachsen kann.

Trump, so Kennedy, vertraut den Produkten großer Unternehmen. Große Unternehmen! Die Besten! Mit Logos! Mit Standards! Mit Milliardenumsätzen! Ein Burger, der überall gleich schmeckt, ist ein Burger, der nicht überrascht. Und Überraschungen, meine Damen und Herren, sind der natürliche Feind der Sicherheit.

Ich sage es, wie es ist: Das ist Logik. Reine Logik. Ein Apfel? Woher kommt der? Wer hat ihn angefasst? War da jemand mit kritischen Gedanken? Eine Gurke? Gefährlich. Bio? Extrem gefährlich. Aber ein industriell genormter Cheeseburger? Immer gleich. Immer berechenbar. Immer patriotisch.

Man stelle sich den Secret Service vor. „Mr. President, wir haben zwei Optionen: einen handverlesenen Bio-Salat aus lokaler Landwirtschaft oder einen doppelt verpackten Burger mit exakt 37 Inhaltsstoffen.“ – „Ich nehme Option zwei. Und Pommes.“

Das ist keine Essensentscheidung. Das ist eine strategische Maßnahme. Pommes als Schutzschild. Nuggets als Notfallration. Cola als geopolitisches Statement.

Natürlich schreien jetzt die Gesundheitsapostel. Die Smoothie-Lobby. Die Leute mit Chiasamen im Rucksack. Sie sagen: Das ist ungesund! Das ist gefährlich! Das ist Wahnsinn! Aber sie verstehen es nicht. Sie denken in Vitaminen. Trump denkt in Vertrauen. In Markenvertrauen. In Lieferkettenvertrauen. In „Ich weiß, was ich bekomme“-Vertrauen.

Und mal ehrlich: Wenn man unterwegs ist, ständig reist, ständig umgeben von fremden Küchen, fremden Gewürzen, fremden Petersilien – was gibt einem da mehr Halt als ein Burger, der genauso schmeckt wie gestern? Das ist Heimat. Das ist Kontinuität. Das ist fast schon Therapie.

Kennedy sagt das alles mit ernster Miene. Fast bewundernd. Fast so, als würde er sagen: „Ich empfehle es nicht. Aber ich verstehe es.“ Und das ist das Höchste, was ein Gesundheitsminister sagen kann, ohne selbst in die Fritteuse zu steigen.

Natürlich wird das wieder diskutiert. Endlos. Talkshows. Experten. Grafiken. „Wie viele Kalorien hat Macht?“ „Ist Fast Food der wahre Deep State?“ „Sind Pommes eigentlich außenpolitisch neutral?“ All diese Fragen werden gestellt werden. Und keine wird beantwortet.

Denn am Ende bleibt ein Bild: Der Präsident auf Reisen. Sicherheitskonvoi. Flugzeug. Hotels. Und irgendwo dazwischen ein Burger, eingewickelt in Papier, vertrauenswürdig, multinational, berechenbar. Ein Burger, der sagt: Ich enttäusche dich nicht.

Ich als Ronald Tramp sage: Das ist Amerika. Das ist groß. Das ist fettig. Das ist konsequent. Und wenn der Präsident seinem Essen mehr vertraut als manchem Menschen, dann sagt das weniger über ihn aus als über die Welt.

Guten Appetit. Und bleiben Sie sicher.