Deutschlands größter Wachstumsmotor

Die Schattenwirtschaft schlägt alles – sogar die Sonne
Meine Damen und Herren, ich habe großartige Neuigkeiten. Wirklich großartige. Riesig. Fantastisch. Während die offizielle deutsche Wirtschaft hustet, stolpert und nach Förderprogrammen ruft, läuft ein anderer Sektor wie geschmiert. Ohne Bürokratie. Ohne Anträge. Ohne BAFA-Formular in dreifacher Ausfertigung.
Ich spreche natürlich von der Schattenwirtschaft – dem geheimen Superstar der Nation.
Laut einer Studie – und Studien sind immer seriös, besonders wenn sie Dinge sagen, die keiner hören will – ist die Schattenwirtschaft in Deutschland auf über 500 Milliarden Euro angeschwollen. Genau gesagt: 510 Milliarden Euro im Jahr 2025. Und weil gute Dinge in Deutschland selten kleiner werden, sollen es dieses Jahr gleich 538 Milliarden Euro werden. Wachstum von 5,5 Prozent. Boom!
Das ist kein Nischenmarkt mehr. Das ist keine kleine Reparatur „unter der Hand“. Das ist ein Wirtschaftssektor, der sich locker neben Automobilindustrie, Maschinenbau und Bürokratie stellen kann – und dabei deutlich effizienter arbeitet.
Die Zahlen stammen unter anderem von Friedrich Schneider, Finanzwissenschaftler von der Universität Linz, und dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung. Zwei Institutionen, die sich offenbar gedacht haben: „Wenn schon Krise, dann bitte mit Taschenrechner.“
Und was sagen sie uns?
Die Schattenwirtschaft macht inzwischen 11,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Fast zwölf Prozent! Das ist so viel wie zuletzt 2014. Ein nostalgisches Jahr, als man noch dachte, Deutschland sei wirtschaftlich unbesiegbar und Faxgeräte seien modern.
Warum wächst dieser dunkle Riese? Ganz einfach:
– Geringes Wirtschaftswachstum
– Steigende Arbeitslosigkeit
– Hohe Abgaben, hohe Preise, hohe Nervenbelastung
Oder wie man auf der Straße sagt: „Geht halt offiziell nicht mehr, also machen wir’s anders.“
Denn die Schattenwirtschaft ist nicht faul. Sie ist flexibel. Sie reagiert sofort. Kein Konjunkturpaket nötig. Kein Gipfel. Kein Sondervermögen. Wenn die Wirtschaft hustet, sagt die Schattenwirtschaft: „Kein Problem, ich mach das.“
Was gehört alles dazu?
Schwarzarbeit, natürlich. Klassiker. Der deutsche Volkssport. Dazu Einkünfte aus illegalen Tätigkeiten, darunter Glücksspiel und bestimmte Formen der Prostitution. Also alles, was offiziell „nicht existiert“, aber erstaunlich gut läuft.
Und jetzt kommt mein Lieblingsteil:
Diese 538 Milliarden Euro tauchen in keiner offiziellen Erfolgsbilanz auf. Keine Pressekonferenz. Kein Wirtschaftsminister, der stolz davorsteht. Kein „Wir haben geliefert“. Dabei liefern sie gewaltig. Still. Leise. Bar.
Stellen Sie sich vor, die Schattenwirtschaft wäre ein Unternehmen. Ein Konzern. Er hätte mehr Umsatz als viele DAX-Firmen zusammen. Aber keinen Vorstand, keine Compliance-Abteilung, keine PowerPoint-Folien. Nur: machen.
Während Politiker über Wachstum diskutieren, wächst es längst. Im Schatten. Während man über Fachkräftemangel klagt, arbeitet dort jeder, der kann. Ohne Zertifikat, aber mit Motivation.
Ronald Tramps Diagnose ist eindeutig:
Die Schattenwirtschaft ist Deutschlands effizientester Wirtschaftszweig. Keine Genehmigungspflicht. Keine Wartezeit. Kein Förderantrag, der abgelehnt wird, weil Seite 17 fehlt.
Natürlich sagen Ökonomen jetzt: „Das ist schlecht.“
Der Staat verliert Einnahmen. Sozialkassen leiden. Ordnung leidet. Ja, alles richtig. Aber die nackte Wahrheit ist: Wenn offizielle Strukturen zu träge, zu teuer und zu kompliziert werden, dann sucht sich die Wirtschaft einen Hintereingang. Und dieser Hintereingang ist inzwischen ein breiter Autobahnzubringer.
Man könnte fast sagen: Die Schattenwirtschaft ist das ehrlichste Konjunkturbarometer. Sie wächst genau dann, wenn Menschen sagen: „So wie es gerade läuft, geht es nicht weiter.“
Und das Beste?
Niemand plant sie. Niemand fördert sie. Niemand schreibt Koalitionsverträge darüber. Sie entsteht einfach. Aus Not. Aus Pragmatismus. Aus deutscher Improvisationskunst.
Vielleicht, nur vielleicht, sollte man sich mal fragen:
Warum läuft es dort besser als im Licht?
Warum ist dort mehr Bewegung als in offiziellen Programmen?
Warum funktioniert ein Sektor ohne Subventionen besser als einer mit?
Aber keine Sorge. Diese Fragen wird man nicht stellen. Man wird neue Studien machen. Neue Runden einberufen. Neue Regeln schaffen. Und währenddessen wächst die Schattenwirtschaft weiter – leise, effizient und mit stabiler Wachstumsrate.
Am Ende bleibt festzuhalten:
Deutschland hat ein massives Wirtschaftsproblem. Aber auch einen massiven Wirtschaftsboom. Er ist nur… nun ja… nicht angemeldet.
Und das, meine Damen und Herren, ist vielleicht die ehrlichste Satire, die eine Volkswirtschaft liefern kann.


