Die Aspirin-Republik: Wie Donald Trump sein Blut verdünnte, seine Hände schminkte und die Medizin endgültig überholte

Grafik: Die Aspirin-Republik

Ich sage es, wie es ist – und niemand sagt es besser: Während andere Präsidenten ihren Ärzten zuhören, hört Donald Trump vor allem auf eine Instanz, die sich seit Jahrzehnten als absolut zuverlässig erwiesen hat. Auf Donald Trump. Und das gilt ganz besonders für die Gesundheit. Ärzte? Nett. Studien? Interessant. Empfehlungen? Verhandelbar. Aber das eigene Bauchgefühl – riesig. Wahrscheinlich das größte Bauchgefühl, das je ein Herz umgeben hat.

In einem Interview mit dem Wall Street Journal verriet der Präsident nun, dass er mehr Aspirin nimmt, als seine Ärzte empfehlen. Nicht ein bisschen mehr. Sondern Trump-mehr. Und seine Begründung ist medizinisch so elegant wie poetisch: Er wolle kein dickflüssiges Blut. Nein, er wolle schönes, dünnflüssiges Blut, das majestätisch durch sein Herz fließt – vermutlich mit wehenden Fahnen und Nationalhymne.

Mediziner würden jetzt von Acetylsalicylsäure sprechen, von Thrombozytenaggregation, von Dosierung und Risiken. Donald spricht von Blutästhetik. Ein Blut, das nicht klumpt. Ein Blut, das gleitet. Ein Blut, das vermutlich besser aussieht als das Blut aller anderen Präsidenten zusammen. Vielleicht das beste Blut. Viele Leute sagen das.

Dass Aspirin in hoher Dosis Nebenwirkungen haben kann, ist bekannt. Und Donald kennt sie. Er bekommt blaue Flecken. Kleine. Große. Präsidentielle. Seine Haut sei so empfindlich, berichtete er, dass ein harmloses High Five mit seiner Justizministerin Pam Bondi zu einem Schnitt führte. Der Ring war schuld. Immer sind es die Ringe. Nie das Aspirin.

Doch anstatt – wie normale Menschen – zu sagen: Hm, vielleicht nehme ich zu viel, tat Donald das, was Staatsmänner tun: Er griff zum Make-up. Ja. Make-up. Für die Hände. Präsidentielles Tarn-Make-up. Zehn Sekunden. Zack. Blaue Flecken weg. Diplomatie gerettet. Außenpolitik stabil.

„Wenn ich wieder von jemandem gehauen wurde“, sagte Trump. Eine bemerkenswerte Formulierung. Nicht angestoßen. Nicht verletzt. Gehauen. Man sieht ihn förmlich vor sich, wie er tapfer die Hände hinhält, während die Weltpolitik zuschlägt. Und danach kurz pudert.

Seine Ärzte rieten ihm natürlich, die Dosis zu senken. Ärzte tun das. Sie raten. Donald lehnt ab. Nicht aus Trotz. Aus Tradition. Er nehme das Aspirin seit 25 Jahren. Ein Vierteljahrhundert Blutverdünnung. Man wechselt doch nicht mitten im Erfolgsrezept die Tabletten! Außerdem sei er ein wenig abergläubisch. Und wer wollte einem Mann widersprechen, der glaubt, dass sein Blut nur dank Aspirin so großartig ist?

Doch damit nicht genug. Während andere Menschen schlafen, regenerieren und träumen, arbeitet Donald. Oder schreibt SMS. Um zwei Uhr nachts. Oder ruft Mitarbeiter an. Frisch. Wach. Voller Ideen. Schlaf ist etwas für Menschen ohne Verantwortung. Donald hat Verantwortung. Und ein Telefon.

„Ich habe noch nie viel geschlafen“, sagt er. Das erklärt vieles. Auf Reisen sollen hochrangige Mitarbeiter abwechselnd bei ihm sitzen, damit immer jemand wach ist. Eine Art menschlicher Nachtdienst. Während der Präsident denkt, diktieren lässt oder plötzlich wissen will, wie spät es in Ohio ist. Effizienz. Teamwork. Augenringe.

Sein Arbeitstag beginnt früh – zumindest theoretisch – in einem Büro des White House, dann wechselt er gegen zehn Uhr ins Oval Office. Dort arbeitet er bis 19 oder 20 Uhr. Manchmal länger. Immer wichtiger. Der Präsidentenkalender für die ersten 19 Tage im Dezember? Voll. Hunderte Termine. Gespräche. Telefonate. Wirtschaftsbosse. Abgeordnete. Mitarbeiter. Wahrscheinlich auch Aspirin.

Und trotz all dessen – oder gerade deswegen – ist sich Donald Trump absolut sicher: Seine Gesundheit ist perfekt. Nicht gut. Nicht stabil. Perfekt. Besser geht es nicht. Dünnes Blut. Geschminkte Hände. Kaum Schlaf. Volle Kalender. Ein Körper wie ein Hochleistungsbetrieb mit Make-up-Abteilung.

Ronald Tramp sagt: Das ist keine Gesundheitspolitik. Das ist Performance-Medizin. Ein Präsident, der seinen Körper führt wie einen Wahlkampf – mit eigenen Regeln, eigener Logik und sehr viel Selbstvertrauen. Ärzte kommen und gehen. Aspirin bleibt.