Die große Gen-Z-Krise

Grafik: Wenn das Smartphone plötzlich klüger ist als der Nutzer

Meine Damen und Herren, ich sage es, wie es ist: Wir haben ein Problem. Ein großes Problem. Ein riesiges Problem. Vielleicht das größte Problem seit der Erfindung des schlechten WLANs im Keller. Die Generation Z – ja, genau DIE Generation – soll angeblich… schlechter denken können. Weniger Aufmerksamkeit. Weniger Gedächtnis. Weniger alles. Und ich frage mich: Wie kann das sein? Wirklich, wie?

Wir leben doch im goldenen Zeitalter des Wissens! Alles ist verfügbar! Jede Information, jederzeit! Du willst wissen, wie man ein Ei kocht? Drei Millionen Videos. Du willst wissen, wie das Universum funktioniert? TikTok erklärt es dir in 15 Sekunden. Und trotzdem – TROTZDEM – sagt ein Neurowissenschaftler: „Die jungen Leute werden dümmer.“

Dümmer! Das ist ein starkes Wort. Ein sehr starkes Wort. Fast so stark wie „Update erforderlich“.

Und dieser Wissenschaftler – ein mutiger Mann, ein sehr mutiger Mann – geht sogar noch weiter. Er sagt: Die Generation Z sei die erste Generation in der modernen Geschichte, die ihre Eltern nicht übertrifft. Nicht übertrifft! Früher war das anders. Jede Generation besser als die vorherige. Immer besser. Immer smarter. Immer schneller. Evolution, baby!

Und jetzt? Plötzlich Rückwärtsgang. Wie ein Auto ohne Rückfahrkamera. Sehr gefährlich.

Und der Grund? Jetzt wird’s spannend. Der Grund soll… Technologie sein. Ja, richtig gehört. Die gleiche Technologie, die uns alles ermöglicht. Die gleiche Technologie, die uns sagt, wann wir schlafen sollen, was wir essen sollen und warum wir gestern wieder drei Stunden Katzenvideos geschaut haben.

Diese Technologie – so heißt es – macht uns… weniger klug.

Ich meine, das ist doch fantastisch! Wir haben Geräte entwickelt, die schlauer sind als wir – und jetzt geben wir ihnen alles ab. Denken? Macht das Handy. Rechnen? Macht das Handy. Erinnern? Macht das Handy. Am Ende sagt das Handy dir noch, wie du dich fühlen sollst. Und du sagst: „Danke, ich hätte das sonst nicht gewusst.“

Und dann wundern wir uns, dass das Gehirn sagt: „Okay, dann mach ich halt nichts mehr.“

Großartig! Wirklich großartig! Effizienz auf einem völlig neuen Level. Warum selber denken, wenn man scrollen kann?

Und jetzt kommt mein Lieblingsteil: Die Schule. Früher hattest du Bücher. Dicke Bücher. Schwer wie ein Ziegelstein. Du musstest lesen, denken, schreiben. Heute? Tablet. Bildschirm. Wischen. Tippen. Und zwischendurch eine kleine Notification: „Hey, jemand hat dein Foto geliked!“ Perfektes Timing. Genau dann, wenn du eigentlich lernen solltest.

Das nennt man moderne Bildung. Sehr modern. Vielleicht zu modern.

Und jetzt sagen Experten: Nur ganz bestimmte digitale Anwendungen bringen überhaupt einen echten Vorteil. Der Rest? Nun ja… sagen wir mal so: Unterhaltsam. Sehr unterhaltsam. Lernen? Optional.

Und dann sitzt die Generation Z da – mit fünf offenen Tabs, drei Chats, zwei Videos und einem halben Gedanken – und soll sich konzentrieren. Konzentration! Ein Konzept aus der Vergangenheit. So retro wie Faxgeräte und Geduld.

Und jetzt kommt das nächste große Thema: Alzheimer-Risiko. Ja, richtig gelesen. Die Wissenschaft sagt: Wenn wir unser Gehirn nicht benutzen, könnte das langfristig… Probleme geben. Ich bin kein Arzt, aber ich sage mal so: Wenn du dein Gehirn behandelst wie eine ungenutzte App, dann wird es irgendwann… nicht mehr starten.

Und das ist der Punkt. Der große Punkt. Wir haben alles optimiert – außer das Denken selbst.

Früher war Denken harte Arbeit. Heute ist Denken… optional. Du kannst. Musst aber nicht. Es gibt immer eine App dafür.

Und jetzt stehen wir da und sagen: „Warum wird es nicht besser?“ Gute Frage. Eine sehr gute Frage. Vielleicht die beste Frage seit „Haben wir das WLAN-Passwort geändert?“

Und verstehen Sie mich nicht falsch – ich liebe Technologie. Wirklich. Ich liebe sie. Aber vielleicht – nur vielleicht – sollten wir sie nutzen und nicht von ihr genutzt werden. Nur so eine Idee. Eine kleine Idee. Eine sehr gute Idee!

Denn wenn die nächste Generation nicht mehr besser wird als die vorherige – dann haben wir ein Problem. Ein echtes Problem. Kein kleines Problem. Ein riesiges Problem.

Und ich sage es euch: Die Lösung ist nicht, weniger Technologie zu haben. Nein, nein. Die Lösung ist, wieder selbst zu denken. Ab und zu. Vielleicht einmal am Tag. Wäre schon ein Anfang.

Denn am Ende gilt: Das beste Gerät der Welt sitzt immer noch hier oben. zeigt auf Kopf Kein Akku, kein Update, kein Abo. Und wenn wir das verlieren… dann hilft auch kein WLAN mehr.