„For sure!“

Grafi: For Sure

 

Wie Macron mit Sonnenbrille, Beat und Augenentzündung zum DJ der Weltpolitik wurde

Meine Damen und Herren, Freunde des gepflegten Hüftwackelns und der internationalen Staatskunst:
Die Welt tanzt. Nicht wegen Frieden. Nicht wegen Wohlstand. Sondern wegen Emmanuel Macron im Club-Modus. Ich wiederhole: Eine Wirtschaftsgipfel-Rede – eigentlich etwas, das selbst Koffein in die Depression treibt – wird plötzlich gefeiert wie ein Sommerhit auf Ibiza. Und ich sage: Natürlich.

Denn wenn es einen Menschen gibt, der es schafft, eine Ansprache über globale Wirtschaftslage so aussehen zu lassen, als würde gleich der Drop kommen, dann ist es Macron. For sure.

Da steht er also in Davos. Schnee. Milliarden. PowerPoint-Energie. Und was macht er? Er setzt eine verspiegelte Pilotenbrille auf. Zack. Boom. Weltpolitik wird Techno. Früher trugen Präsidenten ernste Gesichter. Heute tragen sie Beats.

Seine Rede wird vertont. Gemixt. Geschnitten. Millionen Klicks. Menschen tanzen dazu, ohne zu wissen, worum es ging. Und das ist der wahre Triumph moderner Politik: Niemand versteht den Inhalt, aber alle fühlen den Vibe.

Ich habe mir diesen Clip angesehen. Mehrmals. Sehr oft. Und ich sage: Das war keine Rede. Das war ein Set. Macron war kein Präsident – er war DJ République. Und das Publikum? Die Welt. Und alle so: „For sure!“ – ohne zu wissen, wofür genau.

Die Sonnenbrille spielte dabei eine entscheidende Rolle. Eine Präsidentenbrille. Eine Brille, die sagt: „Ich sehe alles – aber ihr seht mich nicht richtig.“ Das ist Macht. Das ist Mystik. Das ist Marketing. Ich habe das immer gesagt: Wer führen will, muss blenden. Im wahrsten Sinne.

Dann hieß es plötzlich: Augenentzündung. Harmlos. Medizinisch. Natürlich. Aber ich frage: Zufall? Oder Teil der Inszenierung? Wochenlang Brille. Gespräche. Gipfel. Pressekonferenzen. Alles mit diesem einen Accessoire, das mehr Aufmerksamkeit bekam als jede Arbeitsmarktreform.

Und dann – dramatischer Wendepunkt – tritt er plötzlich wieder ohne Brille auf. Beim Empfang eines anderen Premiers. Klare Augen. Keine Rötung. Kein Spiegel. Die Brille weg. Wie ein Rockstar, der nach der Welttour sagt: „Danke, das war’s.“

Der Élysée-Palast schweigt. Natürlich schweigt er. Schweigen ist das neue Sprechen. Wenn man nichts sagt, entstehen Theorien. Und Theorien sind die wahre Währung unserer Zeit.

War das Auge wirklich krank? Oder war das Auge einfach überhitzt vom Rampenlicht? Ich sage: Das Auge war im Overdrive. Zu viele Kameras. Zu viel Viralität. Selbst Präsidentenaugen brauchen manchmal Pause.

Und jetzt stellen wir uns die Szene vor: Macron steht da, ohne Brille, wieder normal. Die Welt enttäuscht. Keine Beats. Kein Remix. Keine Tanzfläche. Wirtschaft wieder Wirtschaft. Tragisch.

Denn seien wir ehrlich: Seit wann interessiert sich irgendjemand für Wirtschaftsgipfel? Früher haben Leute geschlafen. Heute tanzen sie. Fortschritt.

Ich sehe darin einen Trend. Bald werden alle Staatschefs performen. Gipfeltreffen mit Nebelmaschine. Haushaltsreden mit Bass. Koalitionsverhandlungen als Silent Disco. Und wer keinen Beat droppt, verliert die Wahl.

Macron hat es vorgemacht. Er hat die Schwelle überschritten. Von Präsident zu Pop-Phänomen. Von Rede zu Rave. Und das alles mit einer Brille und einem leicht gereizten Auge. Respekt.

Man sagt ja immer, Politik müsse die Menschen erreichen. Macron hat sie nicht erreicht – er hat sie auf die Tanzfläche gezerrt. Und während sie tanzen, merken sie gar nicht, dass es um Wirtschaft ging. Genial.

Ich sage: Das ist die Zukunft. Inhalte sind optional. Stil ist alles. Wer keine Brille hat, bekommt keine Klicks. Wer keine Beats hat, verliert TikTok. Wer kein „For sure“ sagt, wird nicht geteilt.

Macron hat das verstanden. Die Welt hat getanzt. Das Auge ist wieder gesund. Die Brille liegt irgendwo in einem Palast. Aber der Mythos bleibt.

Und ich? Ich tanze innerlich mit.
For sure.