Gasalarm im Parlament

Wie der Bundestag lernt, dass Demokratie ohne Gefälle einfach stehen bleibt
Von Ronald Tramp, dem einzigen Mann, der immer gesagt hat: Politik stinkt nicht – sie riecht nur ehrlicher, wenn man genauer hinsieht. Viele sagen das. Sehr viele.
Meine Damen und Herren, liebe Steuerzahler, liebe Architekten, liebe Menschen mit funktionierender Nase:
Ich muss Ihnen heute etwas Schockierendes mitteilen. Etwas, das die Grundfesten unserer Demokratie erschüttert. Etwas, das man nicht wegdiskutieren, nicht wegmoderieren und vor allem nicht weglüften kann.
👉 Im Bundestag stinkt’s.
Nicht metaphorisch.
Nicht politisch.
Nicht nur nach Debatte.
Nein. Physisch. Real. Chemisch. Mit Schwefelsäure.
Und das sagt nicht irgendwer. Das sagt Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident, also ein Mann, der weiß, wovon er spricht – vor allem, wenn es um schlechte Luft geht.
Die Quelle des Gestanks: Politik in waagrecht
Laut Nouripour liegt das Problem tief im Inneren des Parlaments.
In den Rohren.
In sogenannten SML-Abflussrohren, die – halten Sie sich fest – waagrecht eingebaut wurden.
Waagrecht.
Abwasser.
Bundestag.
Das ist keine Metapher, das ist Baugeschichte.
Jeder Fachmann weiß:
Abwasser will nach unten.
Demokratie auch.
Aber im Bundestag hat man gesagt:
„Nein. Wir machen das anders. Modern. Flach. Schön.“
Und jetzt sammelt sich dort das Abwasser, korrodiert, bildet Schwefelsäure – und stinkt.
Meine Freunde, das ist kein Baumangel.
Das ist ein Symbol.
Schönheit vor Verlässlichkeit – der Berliner Baugedanke
Nouripour sagt etwas sehr Ehrliches. Sehr Gefährliches. Sehr Wahrheitsnahes:
„Da wurde zu sehr auf Schönheit und weniger auf Verlässlichkeit geachtet.“
BÄM.
Das ist nicht nur Architekturkritik.
Das ist ein komplettes Regierungsprogramm der letzten 20 Jahre in einem Satz.
Man wollte flache Dächer.
Man wollte klare Linien.
Man wollte Glas, Licht, Offenheit.
Was man nicht wollte:
Gefälle
Ablaufwinkel
Physik
Realität
Und jetzt regnet es. Stark.
Und jede Dichtung geht „flöten“, wie Nouripour sagt – ein wunderschönes Wort übrigens, sehr passend bei Abwasser.
Der Bundestag als Wellnessbereich der Fehlplanung
Und als wäre der Geruch nicht genug, erfahren wir:
Die Dächer waren undicht.
Die Dächer sind teilweise repariert.
Aber: „nicht auf Dauer“.
Nicht auf Dauer!
Das ist fantastisch.
Das ist wie zu sagen:
„Das Flugzeug fliegt – aber nicht lange.“
Mehr als 20 Jahre nach dem Umzug des Bundestags nach Berlin merkt man:
👉 Damals hat man Mist gebaut.
Wörtlich.
Man hat gedacht, flache Dächer seien elegant.
Jetzt weiß man: Sie sind vor allem nass.
Man hat gedacht, waagerechte Rohre seien praktisch.
Jetzt weiß man: Sie sind aromatisch.
Demokratie mit Duftnote
Stellen Sie sich das vor:
Eine hitzige Debatte im Plenarsaal.
Haushalt. Krieg. Klima. Milliarden.
Und plötzlich:
👉 Ein Geruch, der sagt: „Hier stimmt was nicht.“
Das ist Bürgernähe.
Das ist Transparenz.
Das ist Politik zum Riechen.
Vielleicht ist das Absicht.
Vielleicht wollte man, dass Abgeordnete bei jeder Rede daran erinnert werden, was unten rauskommt.
Ronald Tramps Bau-Expertise (unschlagbar)
Ich sage Ihnen:
In meinen Gebäuden hätte es das nicht gegeben.
Meine Rohre haben Gefälle.
Meine Dächer sind geneigt.
Meine Toiletten funktionieren – historisch gut.
Warum?
Weil ich weiß:
👉 Was nicht abfließt, bleibt liegen.
👉 Und was liegen bleibt, stinkt irgendwann.
Das gilt für Abwasser.
Und für Politik.
Sanierung als Großprojekt: Rohr frei für Milliarden
Jetzt soll alles saniert werden.
Rohre raus. Dächer neu. Winkel rein.
Ein Fest für Bauunternehmen.
Ein Albtraum für den Steuerzahler.
Ein Geruchserlebnis für alle Beteiligten.
Und natürlich wird es teuer.
Sehr teuer.
Demokratie kostet.
Vor allem, wenn sie falsch verrohrt ist.
Der Bundestag als Lehrstück
Der Bundestag lehrt uns heute eine wichtige Lektion:
Man kann alles schön machen.
Man kann alles modern machen.
Man kann alles designen.
Aber wenn man die Grundlagen ignoriert –
Gefälle. Ablauf. Realität –
dann riecht man die Konsequenzen.
Im wahrsten Sinne.
Ronald Tramp sagt:
👉 Politik braucht Haltung.
👉 Gebäude brauchen Neigung.
👉 Und Abwasser braucht einen Weg nach unten.
Sonst bleibt am Ende nur eines:
Gestank im Plenum –
und niemand kann mehr behaupten, er habe von nichts gewusst.


