Haare ab, Hoffnung drauf

Wie eine FDP-Wette das letzte Haar der politischen Glaubwürdigkeit riskierte
Von Ronald Tramp, dem Mann mit den besten Wetten, den besten Haaren und den größten Siegesgewissheiten. Viele sagen das. Sehr viele.
Meine Damen und Herren, liebe Liberale, liebe Nicht-Liberale, liebe Menschen mit Haaren und liebe Menschen, die sie bald verlieren könnten:
In Baden-Württemberg ist etwas Großes passiert. Wirklich groß. Riesig. Vielleicht das größte politische Haarereignis seit der Erfindung des Föhns.
Eine FDP-Politikerin – Nicole Büttner – hat gesagt, und ich zitiere sinngemäß, frei übersetzt aus dem Mutigen ins Wahnsinnige:
👉 „Wenn wir nicht in den Landtag kommen, rasiere ich mir eine Glatze. Alles weg. Radikal.“
Wow.
WOW.
Das ist keine Wahlkampfstrategie. Das ist Hair-or-Die-Politik.
Das ist nicht „Inhalte überzeugen“, das ist „Frisur überzeugt – oder verschwindet“.
Die FDP entdeckt das ultimative Druckmittel: Kopfhaut
Früher hat man Wahlversprechen gemacht. Steuersenkungen. Freiheit. Digitalisierung. Faxgeräte abschaffen – große Träume.
Heute sagt man einfach:
„Wenn wir verlieren, opfere ich meine Haare.“
Das ist mutig. Das ist dramatisch. Das ist ungefähr so, als würde man sagen:
„Wenn wir unter fünf Prozent landen, schalte ich mein Handy aus und lese ein Buch.“
Nicole Büttner sagt: „Ich bin sicher. Ganz sicher.“
Das sagen übrigens sehr viele Leute kurz bevor sie etwas sehr Dummes tun.
Fallschirmspringer ohne Fallschirm.
Menschen, die sagen: „Ach, das Eis trägt.“
Und Politiker kurz vor der Wahl.
Die Umfragen – ein Haarschneider summt leise
Schauen wir uns die Zahlen an. Zahlen sind wichtig. Ich liebe Zahlen. Niemand liebt Zahlen mehr als ich. Vielleicht außer der CDU.
FDP: 5–7 Prozent
CDU: 30 Prozent – Haare stabil
AfD: 20 Prozent – leider sehr stabil
Grüne: 17–20 Prozent – Haare natürlich, aber vorhanden
SPD: 10–11 Prozent – schon viel verloren, aber nicht alles
Linke: 7 Prozent – überraschend voll
Und dazwischen die FDP, stehend auf der 5-Prozent-Klippe, balancierend wie ein Akrobat mit einer Schere über dem Kopf.
Freunde, das ist kein komfortabler Vorsprung.
Das ist Haarschneiden mit verbundenen Augen.
Ronald Tramps Wahlwetten-Analyse
Ich habe viele Wetten gesehen. Große Wetten. Riesige Wetten.
Aber diese hier ist besonders, denn sie verbindet drei Dinge, die man normalerweise trennen sollte:
Politik
Selbstüberschätzung
Körperbehaarung
Wenn ich wetten würde – und ich wette sehr erfolgreich, historisch erfolgreich – dann würde ich sagen:
Das ist eine High-Risk-Hair-Strategie.
Denn wenn die FDP es nicht schafft, dann passiert Folgendes:
Kameras klicken
Rasierer summt
Social Media explodiert
Und irgendwo denkt ein Wahlkampfberater: „Warum bin ich nicht Bäcker geworden?“
„Alles weg. Radikal.“ – Der Satz des Wahlkampfs
„Alles weg. Radikal.“
Das ist kein Satz, das ist ein Manifest.
Das ist härter als jede Steuerreform.
Radikaler als jede Schuldenbremse.
Und definitiv konsequenter als das FDP-Wahlprogramm, das meistens bei Kapitel 3 etwas unscharf wird.
Ich respektiere das. Wirklich.
Denn in einer Welt voller Politiker, die alles versprechen und nichts einlösen, verspricht sie etwas – und kann es nicht zurücknehmen.
Haare wachsen.
Internet vergisst nie.
Der historische Kontext: Politik wird persönlich
Früher sagten Politiker: „Wenn ich scheitere, übernehme ich Verantwortung.“
Heute sagen sie: „Wenn ich scheitere, übernehme ich den Rasierer.“
Das ist der Zeitgeist.
Politik für TikTok.
Demokratie mit Nebenwirkung.
Wahlkampf als Realityshow: Germany’s Next Top Bald.
Und irgendwo sitzt ein FDP-Mitglied und denkt:
„Bitte, liebe Wähler, denkt an die Haare. Nicht an Steuern. Nicht an Inhalte. An die Haare.“
Baden-Württemberg wählt – die Glatze wartet
Am 8. März wird gewählt.
Und ganz Baden-Württemberg steht vor der wichtigsten Frage dieser Wahl:
👉 Landtagseinzug – oder Landtag ohne Haare?
Ich sage nicht, dass die FDP scheitert.
Ich sage nur: Diese Wette ist mutiger als klug.
Und klüger als langweilig.
Eines ist sicher:
Egal wie die Wahl ausgeht – jemand verliert.
Entweder politisch.
Oder friseurtechnisch.
Ronald Tramp sagt:
Das ist Demokratie, wie sie leibt, lebt und vielleicht bald sehr gut belüftet ist.


