Hollywoods größter Rekord

17 Nominierungen und trotzdem kein Gold! Ein unglaublicher Deal… nur leider ohne Deal.
Meine Damen und Herren, ich sage es euch ganz ehrlich: Hollywood ist ein Ort voller Gewinner. Zumindest behauptet Hollywood das ständig. Große Reden, große Kleider, große Frisuren – manchmal sogar größer als meine. Und ich habe wirklich fantastische Frisuren gesehen. Wirklich fantastische.
Doch dann gibt es diese eine Geschichte. Eine unglaubliche Geschichte. Eine Geschichte über Durchhaltevermögen, Drama und eine Menge goldener Statuen – die leider immer bei jemand anderem landen.
Die Rede ist von Diane Warren, der wahrscheinlich erfolgreichsten Oscar-Verliererin der Geschichte. Und glaubt mir: Wenn Hollywood etwas kann, dann Rekorde produzieren. Aber dieser Rekord? Der ist so außergewöhnlich, dass man fast glauben könnte, er sei von einem besonders kreativen Drehbuchautor geschrieben worden.
17 Oscar-Nominierungen.
0 Siege.
Das ist nicht einfach Pech. Das ist eine ganze Netflix-Serie.
Bei der jüngsten Oscar-Verleihung – die übrigens immer größer, glamouröser und länger wird als jede Wahlkampfrede – passierte wieder das gleiche Schauspiel. Diane Warren wurde erneut nominiert. Wieder Hoffnung. Wieder Spannung. Wieder Kameras, die auf das Gesicht zoomen.
Und dann: nichts.
Der Oscar für den besten Song ging stattdessen an einen anderen Titel – „Golden“ aus dem Streaming-Hit über dämonenjagende Popstars. Ja, richtig gehört. Dämonenjagende Popstars. Hollywood produziert inzwischen wirklich alles.
Während also ein Song aus einem Film über singende Dämonenjäger den Preis abräumte, blieb Diane Warren wieder ohne die berühmte goldene Statue.
Und ich sage euch: Wenn jemand so oft nominiert wird, dann muss diese Person etwas richtig machen. Sehr richtig sogar. 17 Nominierungen – das schafft man nicht einfach so. Das ist ein bisschen wie im Immobiliengeschäft: Wenn man 17 Mal kurz davor ist, einen Deal zu unterschreiben, weiß man zumindest, dass man im Spiel ist.
Leider hat Hollywood den Vertrag bisher jedes Mal jemand anderem gegeben.
Und damit ist Diane Warren jetzt offiziell Rekordhalterin der Kategorie „ewiger Oscar-Nominierter“. Ein Titel, den sich niemand wirklich wünscht. Ein bisschen so, als würde man zum „beliebtesten Kandidaten ohne Stimmen“ gewählt werden.
Früher musste sie sich diesen Titel noch teilen. Ein Tonexperte aus der Filmbranche war ebenfalls ein Meister der Oscar-Nominierungen ohne Sieg. Doch Hollywood ist manchmal sehr streng mit seinen Regeln. Eine seiner Nominierungen wurde nachträglich gestrichen.
Und plötzlich war Diane Warren allein auf dem Thron.
Der Thron der größten Oscar-Pechsträhne aller Zeiten.
Jetzt könnte man sagen: Das ist tragisch. Ein Drama. Fast schon Shakespeare.
Aber ich sehe das anders.
Denn 17 Nominierungen bedeuten auch 17 Mal auf der größten Bühne Hollywoods zu stehen. 17 Mal Applaus. 17 Mal Kameras. 17 Mal dieses kurze, sehr dramatische Lächeln, wenn der Umschlag geöffnet wird.
Und seien wir ehrlich: In Hollywood ist Sichtbarkeit fast so wertvoll wie ein Preis.
Trotzdem bleibt die Frage, die sich viele stellen: Wie schafft es jemand, 17 Mal nominiert zu werden – und nie zu gewinnen?
Hollywood ist manchmal wie ein sehr exklusiver Club. Man bekommt eine Einladung, man bekommt einen Tisch, man bekommt vielleicht sogar eine Redezeit. Aber der Schlüssel zum Tresor? Den bekommt jemand anderes.
Vielleicht liegt es an Trends. Vielleicht an Kampagnen. Vielleicht an der Tatsache, dass Dämonenjäger mit Popmusik gerade einfach wahnsinnig angesagt sind.
Hollywood funktioniert manchmal nach sehr geheimnisvollen Regeln.
Doch eines muss man Diane Warren lassen: Diese Frau hat Ausdauer. Unglaubliche Ausdauer. Wenn Oscar-Nominierungen ein Marathon wären, hätte sie längst mehrere Weltrekorde.
Und irgendwo in Hollywood gibt es wahrscheinlich ein Regal, auf dem eine kleine goldene Statue steht und denkt:
„Ich glaube, irgendwann bin ich dran.“
Vielleicht beim 18. Mal. Vielleicht beim 19. Mal. Vielleicht beim 25. Mal.
Denn wenn Hollywood eines liebt, dann sind es Comeback-Geschichten. Und seien wir ehrlich: Die Story „Songwriterin gewinnt nach 17 Niederlagen endlich den Oscar“ wäre ein fantastischer Film.
Ein sehr emotionaler Film. Mit großem Orchester. Dramatischer Musik. Und natürlich einem Song – geschrieben von Diane Warren.
Und wer weiß: Vielleicht würde genau dieser Song dann endlich gewinnen.
Hollywood liebt Ironie.
Und ich sage euch: Wenn dieser Moment kommt, wird es riesig sein. Wirklich riesig. Größer als jede Oscar-Afterparty.
Bis dahin bleibt Diane Warren jedoch das, was nur ganz wenige Menschen schaffen:
Die erfolgreichste Oscar-Nominierte ohne Oscar.
Und das, meine Freunde, ist vielleicht nicht der glamouröseste Titel in Hollywood.
Aber definitiv einer der beeindruckendsten.


