Make AI War Again

Ronald Tramp über Grok, GenAI.mil und das Pentagon auf Koffein“
Ich sage es, wie es ist, und viele sehr kluge Leute im Tarnanzug sagen es mir auch: Wenn das Militär etwas Neues ankündigt, dann ist es entweder sehr geheim oder sehr laut. In diesem Fall ist es beides. Und es geht um KI. Künstliche Intelligenz. Aber nicht irgendeine KI. Nein. Eine nicht-woke, missionsbereite, kampftaugliche KI. Eine KI, die nicht fragt, wie sie sich fühlt, sondern was sie erledigen soll.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat es höchstpersönlich verkündet. Nicht irgendwo, sondern bei SpaceX in Texas. Schon das ist Symbolik auf Steroiden: Raketen, Militär, Bühne, Applaus, Zukunft. Und dann sagt er den Satz aller Sätze: Der KI-Chatbot Grok soll in die neue Plattform GenAI.mil integriert werden. Noch diesen Monat. Zack. Tempo. Keine Ausschüsse, keine Ethik-Kaffeekränzchen. Einfach rein damit ins System.
Dabei ist GenAI.mil noch frisch. Brandneu. Anfang Dezember gestartet. Damals hieß es: Gemini von Google macht den Anfang. Drei Millionen Nutzer im Pentagon. Drei Millionen! Mehr Nutzer als manche Länder Einwohner haben. Und jetzt kommt Grok dazu. Das ist nicht Integration. Das ist KI-Aufrüstung.
Und wer glaubt, das sei spontan, der glaubt auch, dass Panzer von allein wachsen. Bereits im Juli hatte das Ministerium Aufträge von bis zu 200 Millionen Dollar an Anthropic, Google, OpenAI und xAI vergeben. Vier KI-Giganten, ein Ziel: agentische KI-Workflows für militärische Missionen. Agentisch! Das klingt, als würde die KI demnächst selbständig sagen: „Mission verstanden, erledigt, bitte nächsten Kontinent.“
Hegseth ließ dann den entscheidenden Satz fallen: Sehr bald werde man die weltweit führenden KI-Modelle in jedem nicht-geheimen und geheimen Netzwerk des Ministeriums haben. Nicht nur hier ein bisschen. Nicht nur da ein Testlauf. Überall. Vollflächig. Das Pentagon als Silicon Valley mit Tarnfleck.
Und jetzt wird es richtig schön. Denn Hegseth machte klar: Diese KI wird nicht „woke“ sein. Ich liebe dieses Wort. Woke. Das ist mittlerweile alles, was jemandem im Weg steht. Er sagte sinngemäß: KI müsse faktisch korrekt, missionsrelevant und frei von ideologischen Einschränkungen sein. Übersetzt: Wenn die KI anfangen würde, moralische Rückfragen zu stellen, wäre sie sofort raus. „Entschuldigung, dürfen wir das?“ – Nein. Nächste KI.
Man lehne KI-Modelle ab, die es nicht erlauben würden, Kriege zu führen. Das ist Klartext. Das ist keine Fußnote. Das ist die Produktbeschreibung. Pentagon-KI: jetzt mit weniger Gewissensbissen.
Besonders stolz zeigte sich Hegseth auf den Datenvorteil des Militärs. Zwei Jahrzehnte militärischer und nachrichtendienstlicher Operationen. Datenberge. Akten. Sensoren. Funk. Satelliten. Alles. Und diese Daten sollen künftig „alle geeignet“ der KI zur Verfügung gestellt werden. Auch Geheimdienst-Datenbanken. Natürlich verantwortungsvoll. Sehr verantwortungsvoll. Aber eben vollständig.
Ich stelle mir das so vor: Grok sitzt da, bekommt einen Espresso aus classified Informationen und sagt: „Okay, ich habe alles gesehen. Was machen wir jetzt?“ Und das Pentagon sagt: „Genau das wollten wir hören.“
Seit September 2025 nennt sich das Verteidigungsministerium übrigens Department of War. Das allein ist schon Satire auf Regierungsniveau. Früher sagte man Verteidigung, heute sagt man War. Ehrlich. Direkt. Keine Umschreibungen mehr. Und jetzt passt auch die KI dazu. Nicht defensiv. Nicht vorsichtig. Sondern einsatzbereit.
Natürlich gibt es Menschen, die sagen: Das ist gefährlich. Das ist heikel. Das ist ein ethisches Minenfeld. Aber diese Menschen wurden offenbar nicht zu der Rede eingeladen. Denn dort ging es um Geschwindigkeit, Überlegenheit, Führungsanspruch. Und um das schöne Gefühl, dass man technologisch ganz vorne ist.
Ich als Ronald Tramp sage: Das ist konsequent. Wenn schon KI, dann richtig. Wenn schon Daten, dann alle. Wenn schon Zukunft, dann mit Mars-Ambitionen und Drohnen-WLAN. Das Pentagon will keine KI, die diskutiert. Es will eine KI, die liefert.
Und irgendwo da draußen sitzt eine sehr nervöse Ethik-Kommission und aktualisiert ihr LinkedIn-Profil.
Großartige Zeiten. Wirklich großartig. Die Zukunft spricht jetzt fließend Militär.


