Make Honey Great Again!

Grafik: Ein sehr selbstbewussten Honig

 

Wie der Zoll Bayerns Autobahnen vor übermotiviertem Frühstück rettete

Ein exklusiver Enthüllungsbericht von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, der Honig nie vertraut hat.

Es war ein ganz normaler Tag auf der Autobahn. Grau. Deutsch. Ordnungsgemäß. Die Leitplanken geschniegelt, der Asphalt geschniegelt, die Erwartungen niedrig. Und dann – BAM! – schlägt der Zoll zu. Nicht gegen Waffen. Nicht gegen Goldbarren. Nein. Gegen Honig.

Aber nicht irgendeinen Honig.
Einen sehr selbstbewussten Honig.

In Bayern, diesem Landstrich der Lederhosen, Zapfhähne und strengen Blickkontrollen, wurde bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle ein Produkt gestoppt, das ich nur als das gefährlichste Frühstücksmittel seit dem Energy-Drink im Kindergarten bezeichnen kann: sogenannter Potenzhonig.

Schon der Name. Potenzhonig. Klingt nicht wie ein Lebensmittel. Klingt wie ein Wahlversprechen. Oder wie ein Mittel, das man nur unter dramatischem Flüstern bestellt.

Der Zoll, diese stillen Helden der Grenzrealität, kontrollierte einen Lastwagen auf einer deutschen Autobahn – ein LKW, wie er harmloser kaum sein konnte. Der Fahrer? Unauffällig. Freundlich. Unschuldig wie ein leeres Marmeladenglas.

Auf die Frage, ob er etwas Verbotenes mitführe, antwortete er sinngemäß:
„Nein, nein, nur normale Dinge. Ganz normale Dinge.“

Das sind immer die gefährlichsten Sätze.

Denn was fanden die Beamten kurz darauf? Drei Gläser Honig. Drei. Nicht zwei. Nicht vier. Drei. Eine Zahl mit Symbolik. Eine Zahl, die sagt: Ich bin kein Zufall.

Und dieser Honig?
Nicht nur süß.
Nicht nur klebrig.
Sondern pharmazeutisch ambitioniert.

Denn in diesem Honig befand sich ein Wirkstoff, den man normalerweise nicht aufs Brot schmiert. Ein Stoff, der sonst streng kontrolliert, ärztlich verordnet und diskret in Apotheken über Tresen geschoben wird. Ein Stoff mit einem Namen, der weltweit für Hoffnung, Übermut und peinliche Fernsehwerbung steht.

Ich nenne ihn hier nur: Das blaue Versprechen.

Plötzlich war klar: Dieser Honig wollte mehr. Dieser Honig hatte Pläne. Dieser Honig war kein Brotaufstrich – er war ein Lebensgefühl mit Beipackzettel.

Und das ist kein Einzelfall, meine Damen und Herren. Nein. Der Zoll meldet: Es ist bereits der fünfte Fund dieser Art in kurzer Zeit. Fünf! Das ist keine Panne, das ist eine Bewegung. Eine süße Schattenwirtschaft. Eine Honig-Offensive.

Ich frage mich:
Was ist los in diesem Land, wenn Honig nicht mehr weiß, was Honig ist?

Früher war Honig klar. Honig war Biene, Blume, Glas, fertig. Heute ist Honig plötzlich ein chemischer Abenteuerspielplatz. Ein Produkt mit versteckten Talenten. Ein Glas mit Überraschungseffekt.

„Iss mich“, sagt der Honig.
„Aber lies nicht nach, warum.“

Der Zoll warnt. Und das zu Recht. Denn diese Produkte kommen oft aus dem Ausland oder aus den dunklen Ecken des Internets – dort, wo Seriosität stirbt und Zahlungsoptionen nur aus Kryptowährung und Hoffnung bestehen.

Es sind Produkte ohne Zulassung, ohne Kontrolle, ohne Rücksicht auf Nebenwirkungen. Honig, der nicht fragt, wie es deinem Blutdruck geht. Honig, der keine Verantwortung übernimmt. Honig, der dich ansieht und sagt: „Wird schon.“

Und das ist gefährlich. Sehr gefährlich. Nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich.

Denn stellen Sie sich vor, was passiert, wenn Menschen anfangen, Frühstück mit Medikamenten zu verwechseln. Wenn das Honigbrot plötzlich mehr Wirkung hat als der Arzttermin. Wenn der Bienenstock zur Apotheke wird.

Ich sehe schon die Schlagzeilen der Zukunft:

„Mann isst Honig – fühlt sich plötzlich sehr zuversichtlich.“
„Frühstück eskaliert – Marmelade fordert ärztliche Aufklärung.“
„Bäcker verweigert Verkauf ohne Rezept.“

Der Zoll jedenfalls bleibt wachsam. Still. Konsequent. Und wahrscheinlich leicht klebrig an den Handschuhen.

Ich ziehe meinen Hut – und meinen Honiglöffel – vor diesen Männern und Frauen. Sie stehen an der Frontlinie gegen illegale Brotaufstriche. Sie schützen uns vor Lebensmitteln mit Nebenwirkungen. Sie sagen: Nicht mit uns. Nicht in Bayern. Nicht auf dieser Autobahn.

Und an alle Verbraucher da draußen: Wenn ein Produkt zu viel verspricht, zu geheimnisvoll wirkt und zu viel Power im Namen trägt – dann ist es vielleicht kein Nahrungsmittel. Dann ist es ein Risiko im Glas.

Ronald Tramp sagt:
Bleiben Sie wachsam.
Bleiben Sie skeptisch.
Und wenn Ihr Honig plötzlich mehr will als nur ein Croissant – legen Sie den Löffel weg.