Make School Think Again

Grafik: Wie KI im Klassenzimmer alles löst, aber niemand mehr etwas weiß

Wie KI im Klassenzimmer alles löst, aber niemand mehr etwas weiß

Von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, der ohne KI lesen, schreiben und trotzdem alles besser weiß. Believe me.

Früher, meine Freunde, da war Schule einfach. Man hatte ein Buch. Einen Stift. Manchmal einen Radiergummi, wenn man Glück hatte. Und wenn man etwas nicht wusste, dann wusste man es nicht. Großartige Zeiten. Ehrliche Zeiten. Zeiten, in denen Fehler noch Charakter gebildet haben.

Und heute?
Heute sitzt die Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer. Unsichtbar. Geduldig. Immer online. Und sie flüstert den Schülern Antworten ins Ohr, schneller als ein Lehrer „Hausaufgaben“ sagen kann.

Jetzt sagt die Organisation for Economic Co-operation and Development – sehr seriöse Leute, viele Diagramme, kaum Humor –: Moment mal. Das könnte ein Problem sein.

Die OECD hat nämlich herausgefunden: KI macht Schüler besser – aber nicht schlauer.
Das ist ein fantastischer Satz. Wirklich. Ich liebe ihn. Er klingt wie ein Wahlkampfslogan für Prüfungen.

Denn ja, laut Studie helfen vielseitige KI-Modelle wie ChatGPT beim Lösen von Aufgaben. Auf dem Papier sehen die Ergebnisse großartig aus. Wirklich großartig. Fast schon zu großartig. Aber – und jetzt kommt der Schock – das echte Verständnis bleibt oft irgendwo zwischen „Copy“ und „Paste“ liegen.

Die Schüler geben eine Aufgabe ein. Die KI gibt eine Antwort aus. Die Aufgabe ist erledigt. Der Schüler denkt: Ich bin ein Genie.
Aber dann kommt die Prüfung. Ohne KI. Ohne Hilfe. Ohne Flüstern.
Und plötzlich? Panik.

Die OECD nennt das eine „Diskrepanz zwischen Leistung und Verständnis“. Ich nenne das: Fake Learning.
Es sieht schlau aus. Es fühlt sich schlau an. Aber es ist leer. Wie ein Referat, das man fünf Minuten vor dem Unterricht von Wikipedia kopiert hat – früher. Heute kopiert man es von einer Maschine, die niemals müde wird und niemals sagt: „Denk doch selbst mal nach.“

Besonders kritisch sieht die OECD, dass Schüler Aufgaben komplett an allgemeine Chatbots auslagern. Komplett! Outsourcing im Kinderzimmer. Früher wurden Jobs nach Asien ausgelagert, heute wird das Denken ausgelagert – direkt an den Laptop.

Und das hat Folgen. Große Folgen. Die mentale Anstrengung sinkt. Die Neugier verschwindet. Das Interesse verabschiedet sich höflich. Warum sollte man sich quälen, wenn eine KI alles weiß? Warum denken, wenn man tippen kann?

Studien zeigen laut OECD: Mit KI-Hilfe sind die Ergebnisse besser. Ohne KI – zum Beispiel in Prüfungen – verschwindet dieser Vorteil. Oder, und das ist besonders peinlich, er kehrt sich sogar ins Gegenteil um. Das ist nicht nur ein Lernproblem. Das ist ein Realitätsproblem.

Man könnte sagen: Die Schüler werden bequem. Die OECD sagt es höflicher. Sie spricht von Trägheit und Desinteresse. Sehr diplomatisch. Sehr OECD.

Aber jetzt kommt die Wendung, und die ist wichtig. Denn die OECD sagt nicht: „Verbietet KI.“ Nein. Sie sagt: „Benutzt sie richtig.“
Großartige Idee. Revolutionär.

Denn speziell für den Unterricht entwickelte KI-Anwendungen schneiden deutlich besser ab. Diese Tools sind nicht dafür da, Aufgaben einfach zu erledigen. Sie sind dafür da, Lernen zu begleiten. Sie erklären. Sie fragen nach. Sie fördern Denken statt es zu ersetzen. Fast wie ein guter Lehrer – nur ohne Kreide an der Hose.

Solche KI kann sogar unerfahrenen Lehrern helfen, besseren Unterricht zu machen. Das ist kein Angriff auf Lehrer, ganz im Gegenteil. Es ist Unterstützung. Und wenn Lehrer besser unterrichten können, profitieren am Ende die Schüler. Einfach. Logisch. Fast schon menschlich.

Die Empfehlung der OECD ist klar: Gezielter KI-Einsatz.
Nicht alles automatisieren. Nicht alles ersetzen. Nicht das Denken outsourcen. KI soll das Lernen bereichern, nicht die Anstrengung abschaffen. Denn – und das ist ein radikaler Gedanke – Lernen darf anstrengend sein.

Menschliche Fähigkeiten sollen im Mittelpunkt bleiben. Selbstständiges Denken. Grundlegende Kompetenzen. Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern. Dinge, die keine KI ersetzen kann. Noch nicht. Und hoffentlich nie vollständig.

Denn stellen Sie sich eine Schule vor, in der alle Aufgaben perfekt gelöst sind, aber niemand erklären kann, warum. Eine Schule mit Bestnoten und leeren Köpfen. Eine Schule, in der jeder Schüler ein Assistent ist – aber niemand ein Denker.

Ich sage nicht, dass KI schlecht ist. Ich sage: KI ist wie ein Taschenrechner. Großartig, wenn man ihn richtig benutzt. Katastrophal, wenn man nie gelernt hat, wie Rechnen funktioniert.

Die OECD hat recht. Selten, aber deutlich.
KI kann helfen.
KI kann schaden.
Und Schule muss entscheiden, was sie will:
Bequeme Antworten – oder echte Bildung.

Make School Think Again.