Radio Freiheit?

Grafik: politisches Radio mit eingebauter Gesinnungsgarantie

 

Wie Deutschland bald politisch beschallt wird

Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für patriotische Frequenzen, nationale Playlists und Sendemasten mit Meinung

Ich sage es, wie es ist: Deutschland hat vieles. Autobahnen ohne Tempolimit. Talkshows ohne Ende. Meinungen in HD. Was uns aber bislang gefehlt hat, ist politisches Radio mit eingebauter Gesinnungsgarantie. Und genau diese klaffende Lücke will nun geschlossen werden.

Denn jetzt will auch die Alternative für Deutschland einen eigenen Radiosender. Jawohl. Endlich. Deutschland First – oder zumindest Germany First, je nach Sendesprache, Tagesform und Weltlage.

Die Idee ist nicht neu, sondern bewährt. Man hat nämlich nach Österreich geschielt, wo die Freiheitliche Partei Österreichs bereits erfolgreich einen eigenen Webradio-Sender betreibt. Austria First sendet dort seit Januar – mit Musik, Nachrichten und politischen Einschätzungen. Also im Grunde wie ein normaler Radiosender. Nur mit etwas mehr Meinung. Und deutlich weniger Zweifel.

Der Traum vom eigenen Äther

Ein Parteisprecher erklärte sinngemäß: Man prüfe Konzepte. Der Ausgang sei offen. Man tausche sich aus. Man arbeite daran. Das ist Politiksprech für: Wir finden die Idee super, wissen aber noch nicht, wie viel Ärger sie macht.

Doch allein die Vorstellung ist herrlich. Ein Radiosender, der nicht nur Musik spielt, sondern Haltung. Keine zufälligen Playlists mehr. Keine gefährlichen Lieder mit Mehrdeutigkeit. Sondern klare Klänge. Klare Töne. Klare Botschaften. Endlich weiß man wieder, warum ein Lied läuft – und für wen.

Programmhighlights aus dem Parallelstudio

Ich habe mir erlaubt, gedanklich schon einmal ins Programm zu hören. Rein journalistisch natürlich.

Morgens:
„Der nationale Weckruf“ – mit Musik, die schon beim ersten Akkord sagt: Hier wird gearbeitet, nicht reflektiert.

Danach die Nachrichten. Kurz. Übersichtlich. Vor allem übersichtlich. Komplexität ist schließlich etwas für öffentlich-rechtliche Abende mit Kräutertee.

Mittags dann:
„Frag den Patriot“ – Hörer dürfen anrufen und Fragen stellen, die sie sich selbst schon beantwortet haben.

Und abends?
Natürlich politische Einschätzungen. Nicht von irgendwelchen Experten, sondern von Menschen, die überzeugt sind. Endlich wieder Radio, bei dem man weiß, was man denkt, bevor man zuhört.

Musik mit Haltung

Besonders faszinierend ist die musikalische Seite. Denn Musik ist bekanntlich politisch. Zumindest dann, wenn man sie lässt.

Ich rechne mit sehr viel Rock. Sehr viel Deutsch. Sehr viel früher war alles ehrlicher. Vielleicht auch internationale Hits – allerdings nur, wenn sie eindeutig unpolitisch sind oder versehentlich das Gegenteil sagen.

Rap? Möglich. Aber nur mit klarer Aussprache und ohne Ironie.
Pop? Ja, aber bitte ohne Diversität im Refrain.
Klassik? Immer gut. Beethoven war schließlich auch sauer auf vieles.

Radio als politischer Rückzugsraum

Was hier entsteht, ist kein Radiosender. Es ist ein akustischer Schutzraum. Ein Ort, an dem man sich sicher sein kann, dass niemand widerspricht. Dass keine Perspektive stört. Dass Ironie nur dann vorkommt, wenn sie unbeabsichtigt ist.

Man muss das auch positiv sehen:
Endlich weiß man, wo man nicht versehentlich hineinzappt.

Inspiration aus Österreich

Das österreichische Vorbild sendet vor allem Musik, Nachrichten und politische Einschätzungen. Ein Dreiklang, der seit Jahrzehnten funktioniert. Neu ist nur, dass man offen sagt, wofür.

Früher nannte man das Meinungsradio. Heute nennt man es Projekt. Oder Prüfung. Oder Konzeptphase. Alles klingt gleich viel harmloser.

Der Austausch mit den Initiatoren läuft bereits. Man lernt voneinander. Man teilt Erfahrungen. Wahrscheinlich auch Playlists.

Die große Frage: Braucht Deutschland das?

Deutschland ist ein Land mit tausenden Radiosendern. Öffentlich-rechtlich, privat, lokal, regional, digital, analog, mit Staumeldungen, mit Wetter, ohne Wetter, mit Musik, ohne Musik. Was uns bislang fehlte, war der Sender, bei dem man schon nach drei Sekunden weiß: Aha. Das also.

Insofern ist das Projekt fast schon ein Service. Transparenz durch Frequenz.

 

Ich bin begeistert. Nicht, weil ich das gut finde – sondern weil es ehrlich ist.

Ein eigener Radiosender ist die logische Konsequenz einer Politik, die sagt: Wir hören euch nicht zu, wir senden.
Keine Diskussion. Keine Rückfragen. Nur Reichweite.

Ob der Sender kommt? Offen.
Ob er gehört wird? Bestimmt.
Ob er die Medienlandschaft bereichert? Nun ja – auch Lärm ist eine Form von Klang.

Aber eines ist sicher:
Wenn dieser Sender auf Sendung geht, wird Deutschland wieder etwas lauter. Nicht vielfältiger. Nicht klüger. Aber lauter.

Und das, liebe Hörerinnen und Hörer, ist heute schon fast ein Alleinstellungsmerkmal.