Schnee! Das Ende der Erderwärmung!

Wie ein Wintersturm die Klimadebatte endgültig beerdigte
Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für Wetterbeweise, globale Thermometer und spontane Naturwissenschaft
Ich sage es gleich zu Beginn: Die Wissenschaft hatte keine Chance.
Nicht gegen Diagramme, nicht gegen Daten, nicht gegen jahrzehntelange Forschung – sondern gegen Schnee. Ganz normalen, ehrlichen, patriotischen Schnee.
Denn während Millionen Amerikaner Schneeschaufeln suchten, Heizungen überprüften und versuchten, ihre Autos aus Parklücken zu befreien, betrat Donald Trump die Bühne der Klimadebatte mit der Wucht einer Lawine – und der Präzision eines Schneeballs.
Auf seiner Plattform Truth Social stellte er die eine Frage, die alles verändern sollte. Die Frage, nach der sämtliche Klimamodelle hätten eingestampft werden müssen. Die Frage, bei der selbst Eisbären kurz innehielten:
„Könnten die Umweltaktivisten bitte erklären — WAS IST EIGENTLICH AUS DER GLOBALEN ERWÄRMUNG GEWORDEN???“
Drei Fragezeichen. Großbuchstaben. Wissenschaftlich unangreifbar.
Der Wintersturm als Naturbeweis
Man muss das anerkennen: Das ist Argumentation auf höchstem Niveau.
Es schneit → also gibt es keinen Klimawandel.
Wenn es kalt ist → kann es nicht warm werden.
Wenn ich friere → ist der Planet gesund.
So einfach kann Wissenschaft sein, wenn man sie auf Twitter-Länge reduziert.
Während Meteorologen erklärten, dass Winterstürme, Kälteeinbrüche und Extremwetter kein Widerspruch, sondern ein Symptom des Klimawandels sind, erklärte der Präsident faktisch: „Zieh dir eine Jacke an, dann reden wir weiter.“
Notfallpläne unten, Kommentare oben
In zahlreichen Bundesstaaten liefen Notfallpläne an. Behörden warnten Bürger, zu Hause zu bleiben. Straßen wurden gesperrt. Stromausfälle drohten. Es ging um Sicherheit, Infrastruktur und Menschenleben.
Und genau in diesem Moment kam der Post.
Das Timing war perfekt. Wenn Menschen eingeschneit sind, haben sie Zeit, über globale Zusammenhänge nachzudenken. Oder über Capslock.
Klimawandel? Klingt kompliziert.
Experten erklären seit Jahren geduldig:
Klimawandel bedeutet nicht, dass es keine Winter mehr gibt.
Er bedeutet nicht, dass Schnee verboten ist.
Er bedeutet nicht, dass jede Wetterkarte dauerhaft sonnig sein muss.
Er bedeutet: steigende Durchschnittstemperaturen, verschobene Wettermuster, häufigere und intensivere Extremereignisse. Dazu zählen Hitzewellen – aber eben auch heftige Stürme, Starkregen, Schneemassen.
Kurz gesagt: Das Klima spielt verrückt.
Lang gesagt: Es spielt verrückt, weil es wärmer wird.
Aber diese Erklärung hat einen entscheidenden Nachteil: Sie passt nicht in einen Post.
Der Charme der einfachen Wahrheit
Trump hingegen bietet eine Alternative. Eine einfache, sofort verständliche Logik:
Wenn etwas kalt ist, kann es nicht warm sein.
Wenn Wasser gefriert, ist die Theorie widerlegt.
Wenn ich Schnee sehe, sehe ich Wahrheit.
Das ist Klimapolitik für die Hosentasche. Kein Studium nötig. Keine Diagramme. Nur rausgucken.
Experten in der Defensive
Klimaforscher reagieren auf solche Aussagen meist mit tiefem Seufzen. Manche erklären es noch einmal. Andere erklären es langsamer. Einige erklären es mit Bildern. Wieder andere erklären es gar nicht mehr, sondern starren aus dem Fenster und zählen Schneeflocken, bis es vorbeigeht.
Denn wie erklärt man jemandem langfristige Mittelwerte, wenn er gerade eine Schneeballschlacht gewonnen hat?
Die neue Wissenschaft: Wetter ≠ Klima ≠ Tweet
Der Unterschied zwischen Wetter und Klima ist eigentlich simpel:
Wetter ist das, was heute passiert.
Klima ist das, was über Jahrzehnte passiert.
Oder anders gesagt:
Wenn man heute friert, ist das Wetter kalt.
Wenn der Planet über Jahrzehnte wärmer wird, ist das Klima im Wandel.
Aber diese Unterscheidung ist ungefähr so beliebt wie Steuererklärungen. Sie ist korrekt, aber unerquicklich.
Ich ziehe meinen Hut – oder besser: meine Mütze – vor dieser Argumentationslinie. Sie ist konsequent, eingängig und vollkommen immun gegen Fakten.
Ein Wintersturm wird zum Gegenbeweis jahrzehntelanger Forschung. Ein kalter Tag widerlegt globale Trends. Und ein Post ersetzt tausend Studien.
Das ist nicht Wissenschaft.
Das ist Wetterpolitik.
Und solange es irgendwo auf der Welt schneit, regnet oder windet, wird es immer jemanden geben, der sagt: „Seht ihr? Alles normal.“
Der Klimawandel wird dadurch nicht verschwinden.
Die Extremwetter auch nicht.
Aber die Debatte wird garantiert unterkühlt.
Und das, liebe Leserinnen und Leser, ist vielleicht die einzige Form von Abkühlung, die hier tatsächlich stattfindet.


