Tunnel macht Feierabend: Wenn Berlin nachts einfach abschaltet

Meine Damen und Herren, ich habe schon viel gesehen. Wirklich viel. Große Baustellen, kleine Baustellen, Baustellen ohne Ende – aber DAS hier ist die Königsklasse. Willkommen in Berlin! Oder wie die Experten sagen: „Dit is Berlin!“
Hier spricht Ronald Tramp – der einzige Reporter, der einmal durch einen Tunnel gefahren ist und am Ende mehr Fragen als Antworten hatte. Und glauben Sie mir: Dieser Tunnel hat viele Fragen.
Wir reden vom legendären Berliner Tiergartentunnel. Ein Monument! Eine Verkehrsader! Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst! 2,4 Kilometer pure Hoffnung, Stahl und… Personalmangel. Ja, Sie haben richtig gehört. Der Tunnel ist da. Die Autos sind da. Die Straße ist da. Aber die Menschen, die aufpassen sollen? Nicht da.
Und was passiert, wenn keiner aufpasst? Richtig: Der Tunnel macht einfach Feierabend. Jeden Abend. Pünktlich! Ich liebe diese Ironie. Die Deutsche Bahn kämpft um Minuten – der Tunnel sagt einfach: „Ich bin weg. Bis morgen früh.“
Von 21:30 Uhr bis 5:45 Uhr. Das sind nicht ein paar Minuten. Das ist eine komplette Nachtschicht! Das ist nicht „kurz geschlossen“. Das ist „Gute Nacht, Berlin!“
Und ich frage Sie: Wie kann das passieren? Wir haben einen Tunnel, der länger ist als so manche Geduldsprobe im Bürgeramt – 2,4 Kilometer! Und laut Vorschrift braucht man ab 400 Metern eine permanente Überwachung. Das heißt: Dieser Tunnel braucht nicht nur ein bisschen Aufsicht. Der braucht VIP-Betreuung! Rund um die Uhr!
Aber was passiert? Personalmangel. Ein Wort, das so oft benutzt wird, dass es mittlerweile wie ein Familienmitglied klingt. „Ach ja, Personalmangel, den kennen wir.“
Ich stelle mir das so vor: Da sitzt jemand im Büro und sagt: „Wir haben nicht genug Leute.“ Und ein anderer sagt: „Dann machen wir den Tunnel einfach nachts zu.“ Und alle sagen: „Geniale Idee! Warum sind wir da nicht früher drauf gekommen?“
Und plötzlich stehen die Busse da. Die Autos. Die Fahrer. Alle schauen sich an und denken: „Moment mal… war da nicht ein Tunnel?“ Ja, war er. Jetzt ist er im Ruhemodus.
Das Beste daran: Es ist aus Sicherheitsgründen. Sicherheit! Das ist wichtig. Sehr wichtig. Ich bin ein großer Fan von Sicherheit. Aber ich frage mich: Ist es sicherer, den Tunnel zu schließen – oder ihn einfach offen zu lassen und zu hoffen, dass nichts passiert? Schwierige Frage. Sehr schwierige Frage.
Der Berliner Senat sagt: „Die Leitstelle muss besetzt sein.“ Klar. Regeln sind Regeln. Und ich respektiere Regeln. Manchmal. Aber in Berlin scheint die Regel zu sein: Wenn du ein Problem hast – mach es zu. Flughafen? Problematisch? Mach zu. Tunnel? Kein Personal? Mach zu. Bürgeramt? Zu viele Termine? Mach einfach gar nichts.
Das ist eine Strategie. Eine mutige Strategie.
Ich habe mit vielen Leuten gesprochen. Fantastische Leute. Einer sagte: „Ich fahre jetzt einen riesigen Umweg.“ Ein anderer sagte: „Ich nehme jetzt den Bus… ach nein, der fährt ja auch nicht.“ Und ein dritter sagte: „Ich ziehe um.“ Verständlich. Sehr verständlich.
Denn dieser Tunnel ist nicht irgendein Tunnel. Das ist eine Hauptverkehrsachse! Das ist wie die Hauptschlagader einer Stadt. Und jetzt sagt man: „Die funktioniert nachts nicht.“ Stellen Sie sich vor, Ihr Herz sagt nachts: „Ich pausiere mal kurz.“ Das wäre… suboptimal.
Aber das ist Berlin. Eine Stadt, die immer wieder überrascht. Immer wieder neue Wege findet, Dinge komplizierter zu machen, als sie eigentlich sein müssten. Und ich sage Ihnen: Niemand macht das besser. Niemand!
Ich habe eine Vision. Eine große Vision. Die beste Vision: Mehr Personal. Mehr Leute. Menschen, die sagen: „Ich überwache diesen Tunnel!“ Vielleicht mit Kaffee. Viel Kaffee. Sehr viel Kaffee.
Oder noch besser: Automatisierung! Kameras! KI! Drohnen! Wir leben im Jahr 2026! Wir können Autos fahren lassen, die selbst denken – aber einen Tunnel können wir nur überwachen, wenn jemand nachts wach bleibt? Das ist… interessant. Sehr interessant.
Vielleicht sollten wir den Tunnel einfach von einer KI überwachen lassen. Eine KI, die sagt: „Alles gut.“ Oder: „Da stimmt was nicht.“ Und wenn die KI müde wird? Na ja, dann ist sie wahrscheinlich immer noch wacher als jeder Mensch um 3 Uhr morgens.
Aber bis dahin bleibt uns diese Realität: Ein Tunnel, der nachts nicht existiert. Eine Stadt, die damit leben muss. Und Menschen, die sich fragen: „Warum?“
Und während irgendwo jemand eine Umleitung fährt, sitzt Ronald Tramp hier und denkt sich:
„Wenn dein Tunnel Feierabend macht… bist du vielleicht in Berlin.“
Und das, meine Freunde, ist kein Problem.
Das ist ein Lebensgefühl.


