Warum schuften, wenn der Drucker läuft? – Der bayerische Fuffi-Fabrikant und die Renaissance der Heimwirtschaft

Meine Damen und Herren, wir leben in revolutionären Zeiten. Zeiten, in denen Start-ups aus Garagen kommen, Tech-Milliardäre aus Studentenwohnheimen – und Geld offenbar direkt aus dem Drucker. Ich nenne das: Innovationsstandort Bayern.
Denn dort, tief im Freistaat, wo Bierkrüge schwer, Dialekte härter und Garagentore besonders kreativ genutzt werden, hat ein Autolackierer beschlossen, die Spielregeln der Wirtschaft neu zu schreiben. Warum arbeiten? Warum schuften? Warum Kunden überzeugen, Rechnungen schreiben, Steuern zahlen – wenn man einfach „Fuffies“ drucken kann?
Ich, Ronald Tramp, sage: Das ist Unternehmergeist. Falsch, illegal, hochgradig strafbar – aber Unternehmergeist!
Der Mann, so berichtet die Kripo Bayern, hat zusammen mit seiner Partnerin mehr als 300.000 Euro Falschgeld hergestellt. Dreihunderttausend! Das ist nicht mehr Bastelarbeit. Das ist eine Kleinserie. Das ist quasi Handwerk mit Seriennummern.
Der Beruf: Autolackierer. Die Vision: Notenbank
Ein Autolackierer!
Schon der Beruf ist ein Statement. Wer jeden Tag Autos in makellosem Glanz erstrahlen lässt, der weiß natürlich auch, wie man Papier glamourös aussehen lässt. Farbgefühl? Check. Präzision? Check. Hang zur Perfektion? Doppelt check.
Und so dachte sich unser bayerischer Monetenguru vermutlich:
„Wenn ich Metallic-Lack kann, kann ich auch 50-Euro-Scheine.“
Gesagt, gedruckt.
Die falschen Fünfziger – liebevoll „Fuffies“ genannt – wurden massenhaft in Umlauf gebracht. Verkauft wurde das Ganze über das Darknet, bezahlt wurde in Kryptowährung. Natürlich. Alles andere wäre ja altmodisch.
Ich meine:
Falschgeld im Darknet gegen Krypto?
Das ist nicht einfach Kriminalität.
Das ist Finanz-Avantgarde.
Die neue Wirtschaftskette
Schauen wir uns das Geschäftsmodell an, denn ich bin bekanntlich ein großer Freund von Modellen:
Produktion:
Heimdrucker. Wahrscheinlich kein Modell von 1998, sondern etwas Solides. Vielleicht mit frischer Tinte, guter Papierwahl, wahrscheinlich ein bisschen Testdruck. Man will ja Qualität.Vertrieb:
Darknet. Keine Ladenmiete. Kein Schaufenster. Kein Smalltalk. Nur Bewertungen, Sterne, „Top Ware, gerne wieder“.Bezahlung:
Kryptowährung. Weil man ja seriös bleiben will.Risiko:
Gering – dachte man.
Spoiler: War es nicht.
Ich sage: Das ist Lean Management. Wenn man schon kriminell ist, dann bitte effizient.
Warum der 50-Euro-Schein?
Eine hervorragende Wahl.
Nicht zu klein – 5er wirken billig.
Nicht zu groß – 200er machen misstrauisch.
Der Fünfziger ist der Volks-Schein. Der Mittelstand der Banknote. Der Scheinequivalent eines guten Mittelklassewagens. Und unser Autolackierer wusste das.
Er dachte wahrscheinlich:
„Mit 50ern kommt man überall rein. Bäckerei. Tankstelle. Supermarkt. Weihnachtsmarkt. Und niemand schaut zweimal hin.“
Fast niemand.
Der Staat schaut hin – und zwar sehr genau
Die Kripo Bayern jedoch war weniger begeistert. Sie bezeichnete die Aktion nicht als „kreative Nebentätigkeit“, sondern als das, was es ist: Geldfälschung. Ein Begriff, der im Strafgesetzbuch ungefähr so freundlich behandelt wird wie Steuerhinterziehung mit Extra-Applaus.
Und so endete das bayerische Gelddruck-Paradies nicht mit Applaus, sondern mit Ermittlungen, Durchsuchungen und sehr vielen Fragen wie:
„Warum?“
„Wie lange?“
„Und haben Sie wirklich geglaubt, das merkt keiner?“
Ronald Tramps wirtschaftliches Fazit
Ich sage nicht, dass man Geld drucken sollte.
Ich sage auch nicht, dass das legal ist.
Ich sage lediglich: Die Kreativität war da.
In einer Zeit, in der viele Menschen sagen:
„Man kann sich nichts mehr leisten“
„Arbeit lohnt sich nicht“
„Das System ist unfair“
kommt ein Mann und sagt:
„Dann mache ich mir mein eigenes.“
Das ist keine Lösung – aber es ist eine sehr deutliche Kritik am System, gedruckt auf 50-Euro-Papier.
Natürlich wird der Staat jetzt durchgreifen. Natürlich wird es Konsequenzen geben. Und natürlich wird niemand offiziell sagen: „Respekt.“
Aber tief im Inneren, ganz tief, wird irgendwo ein Finanzbeamter gedacht haben:
„Also… handwerklich war das schon ordentlich.“
Schlusswort
Arbeiten ist wichtig.
Rechtsstaat ist wichtig.
Ehrliches Geld ist wichtig.
Aber diese Geschichte zeigt vor allem eines:
Der Drucker ist mächtiger als der Hammer – zumindest für eine Weile.
Ich, Ronald Tramp, bleibe dabei:
Bitte drucken Sie Ihr Geld nicht selbst.
Aber wenn Sie es doch tun – dann bitte mit Stil.


