Wenn KI plötzlich berühmte Autoren wird

Grafik: Die literarische Geisterbeschwörung der Softwarewelt

Die literarische Geisterbeschwörung der Softwarewelt. 

Meine Damen und Herren, wir müssen über etwas sprechen, das die Literaturwelt erschüttert hat. Wirklich erschüttert. Große Autoren, berühmte Journalisten, kluge Köpfe – und plötzlich schreiben sie alle gleichzeitig.

Nur mit einem kleinen Problem.

Sie wissen nichts davon.

Willkommen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz.

Oder wie ich es nenne: Das größte Ghostwriter-Experiment der Weltgeschichte.

Denn ein bekanntes Grammatikprogramm – eigentlich dafür gedacht, Tippfehler zu korrigieren und Menschen daran zu erinnern, dass ein Komma manchmal wichtig ist – hatte plötzlich eine brillante Idee.

Eine wirklich große Idee.

Warum sollte eine Software nur Rechtschreibung korrigieren?

Warum nicht gleich so tun, als würde ein berühmter Autor selbst den Text überarbeiten?

Fantastisch.

Also entwickelte man eine Funktion mit einem sehr eleganten Namen:

„Expert Revision“.

Das klingt sehr seriös.

Sehr professionell.

Fast so, als würde irgendwo ein berühmter Journalist neben Ihrem Laptop sitzen und sagen:

„Dieser Satz könnte besser sein.“

Doch in Wirklichkeit saß dort niemand.

Kein Journalist.

Kein Autor.

Kein Experte.

Nur eine KI.

Und diese KI sagte Dinge wie:

„Ich würde diesen Absatz so formulieren.“

Und dann erschien der Name eines echten Autors.

Das ist ungefähr so, als würde ein Roboter plötzlich sagen:

„Hallo, ich bin Shakespeare, ich verbessere jetzt deinen Aufsatz.“

Natürlich fanden viele Menschen diese Idee zunächst faszinierend.

Stellen Sie sich das vor.

Sie schreiben einen Text.

Und plötzlich sagt die Software:

„Ein berühmter Journalist würde das anders formulieren.“

Das klingt beeindruckend.

Bis der Journalist selbst davon erfährt.

Und plötzlich sagt:

„Moment mal … was?“

Denn offenbar hatte niemand diese Autoren vorher gefragt.

Keine E-Mail.

Kein Anruf.

Kein freundliches:

„Hallo, dürfen wir Ihren Namen verwenden?“

Die Software hatte einfach entschieden:

„Das passt.“

Das ist ein mutiger Geschäftsplan.

Sehr mutig.

Denn plötzlich korrigierten berühmte Journalisten Texte im Internet – ohne es zu wissen.

Ich stelle mir vor, wie einer dieser Autoren morgens seinen Kaffee trinkt und plötzlich liest:

„Ihre KI korrigiert gerade Texte im Internet.“

Er schaut wahrscheinlich kurz auf.

Dann sagt er:

„Meine was?“

Und genau hier begann die Kritik.

Denn viele Menschen fanden diese Idee nicht besonders lustig.

Vor allem die Autoren selbst.

Denn wenn eine Software plötzlich Ihren Namen verwendet, um Texte zu korrigieren, dann fühlt sich das ein bisschen so an, als würde jemand Ihr Gesicht auf ein Werbeplakat kleben.

Ohne vorher zu fragen.

Das nennt man in der Geschäftswelt übrigens ein Kommunikationsproblem.

Und plötzlich wurde aus einer cleveren Softwarefunktion ein riesiges PR-Drama.

Journalisten beschwerten sich.

Experten protestierten.

Und irgendwo in einem Büro saßen vermutlich Entwickler und sagten:

„Vielleicht war das keine perfekte Idee.“

Doch es wurde noch interessanter.

Denn diese Funktion war teilweise hinter einer Paywall versteckt.

Das bedeutet: Wenn man wirklich sehen wollte, wie der berühmte Autor den Text verbessert, musste man bezahlen.

Das ist brillant.

Stellen Sie sich das Marketing vor.

„Lassen Sie Ihren Text von Experten überarbeiten.“

Und irgendwo im Hintergrund sitzt eine KI und denkt:

„Ich hoffe, sie merken es nicht.“

Natürlich blieb die Geschichte nicht ohne Konsequenzen.

Die Kritik wurde lauter.

Sehr laut.

Und schließlich entschied das Unternehmen:

Die Funktion wird abgeschaltet.

Vorübergehend.

Zumindest bis man sie „überarbeitet“.

Ein wunderschönes Wort.

„Überarbeitet.“

In der Tech-Welt bedeutet das meistens:

„Wir überlegen noch einmal.“

Denn die Idee an sich ist eigentlich faszinierend.

Eine KI, die schreibt wie berühmte Autoren.

Das klingt nach Literaturmagie.

Nur sollte man vielleicht vorher fragen, ob diese Autoren überhaupt mitmachen wollen.

Eine kleine Formalität.

Aber eine wichtige.

Ich bin Ronald Tramp.

Und ich sage euch:

Wenn künstliche Intelligenz plötzlich berühmte Journalisten wird, ohne dass diese es wissen, dann haben wir eine ganz neue Form des Ghostwritings erreicht.

Die digitale Séance der Literatur.