WhiteHouse.com: Trump kündigt Klage an - „Niemand nimmt mir meine Domain weg! Niemand!“ (2)

Washington steht erneut unter Hochspannung. Nicht wegen einer außenpolitischen Krise, nicht wegen eines Gesetzesvorhabens – sondern wegen einer Internetadresse. Donald Trump kündigte am Wochenende an, gegen den Entzug der .gov-Domain des Weißen Hauses zu klagen. Und zwar umfassend. Groß. Historisch. Wahrscheinlich gleichzeitig in mehreren Staaten, Gerichten und Talkshows.
„Das ist der größte Domainraub seit der Erfindung des Internets“, hieß es aus dem Umfeld des Präsidenten. „Schlimmer als Napster. Schlimmer als alles, was Google je getan hat.“
Die .gov-Domain als nationales Heiligtum
Die offizielle Begründung der Behörden, wonach .gov-Domains ausschließlich hoheitlich agierenden Institutionen vorbehalten seien, sei laut Trump-Anwälten „völlig realitätsfern“. Schließlich handle es sich beim Weißen Haus um die erfolgreichste Regierung aller Zeiten, gemessen an medialer Präsenz, Markenbekanntheit und Merchandising-Umsatz.
„Wenn Erfolg disqualifiziert, dann haben wir ein Problem“, erklärte ein Sprecher. „Dann dürfte Amazon auch keine Pakete mehr verschicken.“
Die Klageschrift – intern als „The Greatest Lawsuit Ever Filed“ bezeichnet – soll unter anderem argumentieren, dass die Regierung unter Trump zwar markenstark, aber dennoch „gefühlt staatlich“ agiert habe. Ein Zustand, der laut Verteidigung in keiner Domain-Richtlinie ausdrücklich ausgeschlossen sei.
Juristische Offensive mit maximaler Lautstärke
Trump selbst kündigte an, die Klage „bis ganz nach oben“ zu treiben. Wohin genau, blieb offen. Mögliche Stationen seien laut Insidern: Bundesgerichte, Supreme Court, Reality-TV-Formate und mindestens ein Golfclub.
Die Domain-Behörde wird beschuldigt, politisch motiviert zu handeln, neidisch zu sein und „keine Ahnung vom Internet“ zu haben. Insbesondere die Forderung nach Neutralität, Transparenz und klarer Trennung von Staat und persönlichem Branding sei „ein völlig veraltetes Konzept aus den 1990ern“.
Ein Anwalt erklärte: „Die Welt hat sich verändert. Heute ist Führung eine Experience. Und Experiences brauchen Domains, die klicken.“
„.gov gehört den Gewinnern“
Im Kern zielt die Klage darauf ab, die Definition von .gov neu zu interpretieren. Nicht als staatliche Kennzeichnung, sondern als Qualitätssiegel für außergewöhnliche Führungspersönlichkeiten.
Trump-nahe Juristen argumentieren, dass eine Regierung, die sich selbst täglich als historisch, unglaublich erfolgreich und alternativlos beschreibt, zwangsläufig Anspruch auf eine exklusive Domain habe. Alles andere sei Diskriminierung aufgrund überdurchschnittlicher Selbstüberzeugung.
„Niemand hat je so viel regiert wie diese Regierung“, hieß es weiter. „Vielleicht nicht administrativ, aber emotional.“
Beweisführung: Tweets, Quoten, Tassen
Als Beweismaterial sollen unter anderem eingereicht werden:
Einschaltquoten von Pressekonferenzen
Social-Media-Reichweiten
Verkaufszahlen von MAGA-Kappen
Eine Auswahl besonders selbstbewusster Tweets
Diese würden laut Anwälten eindeutig belegen, dass es sich beim Weißen Haus unter Trump nicht um eine gewöhnliche Behörde, sondern um eine globale Marke mit Regierungsfunktion gehandelt habe.
Die Domain-Behörde habe dies ignoriert und stattdessen auf „Paragraphen, Zuständigkeiten und Fakten“ bestanden – ein Vorgehen, das laut Klage „zutiefst unamerikanisch“ sei.
Gegner reagieren irritiert
Kritiker zeigten sich überrascht, dass eine Domain-Klage nun als Verfassungsfrage behandelt wird. Verfassungsrechtler erklärten, sie hätten in ihrem Studium vieles gesehen – aber nicht, dass eine Internetendung zum Schlachtfeld der Demokratie werde.
Ein ehemaliger Regierungsbeamter kommentierte trocken: „Früher stritt man über Gesetze. Heute über URLs.“
Domainkrieg mit Symbolkraft
Die angekündigte Klage ist mehr als ein juristischer Vorgang. Sie ist ein Statement. Ein Signal. Eine letzte Verteidigungslinie zwischen Staat und Startup.
Ob Trump Erfolg haben wird, ist unklar. Sicher ist nur: Sollte er gewinnen, wäre der Weg frei für weitere Reformen. Denkbar wären:
Congress.com
SupremeCourt.plus
Democracy.premium
Bis dahin bleibt das Weiße Haus auf whitehouse.com erreichbar – mit eingeschränkter Haftung, voller Empörung und einer Klage, die verspricht, alles bisher Dagewesene zu übertreffen.
Denn eines steht fest:
Man kann einem Präsidenten vieles nehmen.
Aber nicht kampflos seine Domain.


