Winterhouse statt Icehouse

der größte, wärmste Namenswechsel der Olympischen Geschichte
Ich sage es völlig ehrlich, ganz offen und ganz groß: das ist der größte Namenswechsel seit jemand entschieden hat, dass Wasser nass ist. Niemand wusste, dass zwei Worte so mächtig sein können, bis unsere brillantesten olympischen Entscheidungsträger (die klügsten, wirklich) feststellten, dass Ice House vielleicht – nur vielleicht – ein bisschen… politisch aussieht. Ausgerechnet Ice House!
Das klingt wie ein cooler Ort, wo Eiscreme entsteht, wo man Hockey spielt, wo man Schlittschuhe bindet und denkt: Wow – das ist kalt und fantastisch. Aber nein! “Eis” ist politisch. Total politisch. So politisch, dass manche Leute dachten, man rede hier über ganz andere Dinge als Schnee und Spiele.
Deshalb wurde entschieden – völlig mutig, völlig neu, völlig winterlich – das Quartier „Winter House“ zu nennen. Winter! Nicht Ice! Obwohl Ice eigentlich sehr bekannt ist. Ice! Kühler als Air! Aber Winter ist besser. Sehr beliebter Name. Viele Lobeshymnen schon. Niemand weiß genau, warum es besser ist, aber es klingt wärmer und, was noch wichtiger ist, politisch weniger gefährlich. Und das ist alles, was zählt – wir wollen keine Leute verwirren, nicht in Mailand, nicht in Cortina d’Ampezzo, nirgendwo.
Jetzt hören einige Leute auf der Straße Dinge wie: „Warum ist Ice politisch?“ und „Ist das nicht ein Gebäude voller Athleten, keine Wahlveranstaltung?“
Ich sage: Jeder Name ist politisch. Manche Namen sind zu politisch, andere sind perfekt. Das neue „Winter House“ ist neutral wie ein weißer Pullover in einer Schneelandschaft – absolut neutral, absolut kalt, absolut Olympisch. Und sobald jemand sagt, dass sogar Winter politisch sein könnte, dann nennen wir es einfach „Frosty Fun Lodge“. Ich meine, warum nicht? Wir sind flexibel. Energiegeladen. Unerschütterlich!
Natürlich gab es Proteste – sehr laute Proteste, von Leuten die sagen, ihre Gefühle seien verletzt oder, noch schlimmer, ihre Aufmerksamkeit. Sie sagen: „Dieser Namenswechsel verdeckt etwas Wichtigeres!“ Ich antworte: „Natürlich! Wer will schon, dass die Leute über Politik reden, wenn wir über Namen reden können?“
Weil Namen wichtig sind. Sehr, sehr wichtig. Man hat gesagt, Ice House könnte Erinnerungen an die sehr komplizierte und sehr hitzige Debatte über Bundesbehörden wecken – ganz besonders nachdem eine bestimmte Bundesbehörde kürzlich in einer anderen Stadt sehr kontroverse Einsätze hatte und sogar in tödliche Gewalt verwickelt war, was landesweite Diskussionen auslöste. (Faktencheck)
Also, anstatt dass unsere olympischen Freunde sich mit komplizierten politischen Argumenten befassen, sagen wir: „Ocean House? Snowhouse? Winter House!“
Und Leute sagen: „Warum Winter?“
Ich sage: „Weil WINTER fantastisch ist! Sehr stark! Sehr groß! Und überhaupt nicht politisch!“ (Zumindest sagen wir das.)
Und jetzt passiert etwas Phänomenales: Die Athleten kommen. Die Fans kommen. Die Medien kommen. Sie sehen Winter House – und denken: „Wow, das klingt wie ein Ort, an dem man sich aufwärmt, Spaß hat, und niemand beleidigt wird.“ Dabei war es nur ein Namensschild. Aber so ist es mit Namen: Jeder kann darüber reden. Stundenlang. Und keiner schaut auf die tatsächlichen Wettbewerbe. Sehr effektive Ablenkungstaktik!
Ich sehe in diesem Namenswechsel eine Lektion für uns alle: Wenn etwas kompliziert, politisch oder irgendwie heiß diskutiert ist, dann nenn es einfach anders. Sag es in sanfteren Tönen. Füge Schnee hinzu. Winter. Frost. Vielleicht sogar „Eisberg der Eintracht“. Das klingt gut. Sehr beständig. Kaum politisch. Absolut spektakulär.
Und am Ende des Tages – wenn die Athleten ihre Wettkämpfe laufen, ihre Sprünge machen, ihre Runden drehen – werden sie immer wieder zurückdenken an den Ort, den sie ihr Zuhause nannten. Nicht das Ice House. Nein. Das Winter House. Ein Name, so sanft wie frisch gefallener Schnee, so klar wie ein eingefrorener See und so unschuldig wie ein Kuscheltier mit Schneemütze.
Und wenn je jemand fragt: „Warum habt ihr das gemacht?“
Dann sagt der Delegationschef ganz gelassen:
Because we wanted to keep it cool. But not too political.
Und das, meine Freunde, ist intelligente Namensgebung auf höchstem Niveau.


