X ist down

oder: Wie Elon Musk das Internet kurz ausschaltete, um nachzusehen, ob es ihn vermisst
Von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, der das Internet persönlich kennt. Believe me.
Es war ein ganz normaler Freitagnachmittag. Die Sonne schien. Die Welt war schlecht gelaunt. Und plötzlich passierte etwas Historisches, etwas Großes, etwas wirklich Tragisches: X war weg. Einfach weg. Nicht im Sinne von „weniger Reichweite“, nicht im Sinne von „Algorithmus spinnt“, sondern im Sinne von: Fehlermeldung. Leere. Nichts. Ein digitales Bermuda-Dreieck, in dem Tweets, Wutbürger und Selbstoptimierungszitate spurlos verschwanden.
Tausende Nutzer meldeten die Störung auf „AlleStörungen“. Alle. Wirklich alle. Sogar Leute, die sonst nie etwas melden. Leute, die sonst nicht mal ihre Steuererklärung melden. Panik. Chaos. Verzweiflung. Manche mussten plötzlich mit echten Menschen reden. Schlimm.
Ab etwa 16 Uhr war klar: X ist nicht erreichbar. Wer versuchte, die Plattform aufzurufen, bekam nur eine Fehlermeldung. Keine Timeline. Keine Empörung. Keine Experten mit Flaggen im Profilbild. Nur Leere. Und wissen Sie, was das bedeutet? Für viele war das der erste Moment seit Jahren, in dem sie eigene Gedanken hatten. Gefährlich. Sehr gefährlich.
Und nicht nur X war betroffen. Nein. Auch Grok, die KI von X, war weg. Grok! Die KI, die alles weiß, alles erklärt und manchmal Dinge halluziniert, die so überzeugend klingen, dass sie später zitiert werden. Grok war plötzlich still. Und eine stille KI ist wie ein leiser Staubsauger – man fragt sich sofort, ob sie noch lebt.
Die Ursache der Störung? Unbekannt. Natürlich unbekannt. Das Internet liebt Geheimnisse. Medien berichteten, dass es bereits am Vormittag Login-Probleme gab. Login-Probleme! Das ist die digitale Version von „Ich komme gleich wieder“. Und dann kam nichts mehr. Gar nichts. Ende. Aus. Elon-Pause.
Es ist übrigens nicht das erste Mal. Bereits am Dienstag hatte X Ausfälle. Dienstag! Zwei Ausfälle in einer Woche. Das ist kein Bug mehr – das ist ein Feature. Ein Experiment. Wahrscheinlich ein Test. Elon testet gerne Dinge. Raketen. Gehirnchips. Geduld. Infrastruktur.
Manche sagen, es sei ein technisches Problem gewesen. Andere sagen, ein Server sei überlastet. Ich sage: Das war Absicht. Ganz klar. Ein genialer Move. Elon Musk wollte wissen, was passiert, wenn man X kurz ausschaltet. Ob die Welt zusammenbricht. Ob Journalisten panisch werden. Ob Politiker plötzlich wieder Pressekonferenzen machen müssen. Und siehe da: Es funktionierte. Die Welt wackelte.
Plötzlich waren da Menschen, die nicht wussten, was „trendet“. Keine Hashtags. Keine Meinungen in Echtzeit. Kein kollektiver Aufschrei über irgendetwas, das vor drei Minuten passiert ist. Einige Nutzer berichteten von Symptomen: Zittern, Scroll-Phantomschmerzen, das unkontrollierte Öffnen anderer Apps. Manche landeten sogar auf Facebook. Tragisch.
Und Grok? Grok war weg. Die KI, die angeblich alles besser weiß als Menschen, konnte plötzlich nichts mehr sagen. Ein erhabener Moment. Für Sekunden war die Menschheit wieder auf sich allein gestellt. Keine KI, die erklärt, warum man falsch liegt. Keine Zusammenfassung. Keine „Hier sind drei Punkte“. Nur Stille.
Elon Musk äußerte sich zunächst nicht. Natürlich nicht. Große Männer sprechen nicht sofort. Große Männer warten. Sie lassen das Internet schwitzen. Wahrscheinlich saß er irgendwo, schaute auf einen Bildschirm, auf dem „Server offline“ stand, und dachte: Wow. Power.
Man darf nicht vergessen: X ist mehr als eine Plattform. X ist ein Lebensgefühl. Ein Ort, an dem jeder Experte ist. Ein Ort, an dem jeder recht hat. Ein Ort, an dem Meinungen in CAPS LOCK automatisch wichtiger sind. Und all das war plötzlich weg. Einfach so.
Einige Nutzer fragten sich, ob das Internet jetzt kaputt ist. Andere überlegten, ob sie rausgehen sollen. Wieder andere stellten fest, dass sie seit Jahren keine Uhr mehr brauchen – sie orientieren sich an Trends. Ohne X wusste niemand mehr, wie spät es ist. Wahrscheinlich „irgendwas mit Krise“.
Natürlich wird X wiederkommen. Es kommt immer zurück. Größer. Launischer. Mit neuen Regeln. Vielleicht mit noch mehr Buchstaben, die keiner versteht. Vielleicht mit einer neuen Funktion, bei der man nur noch posten darf, wenn man vorher einen Tesla gekauft hat.
Aber dieser Freitagnachmittag wird in Erinnerung bleiben. Als der Moment, in dem das Internet kurz innehielt. In dem Elon Musk bewies, dass wahre Macht nicht darin liegt, etwas zu kontrollieren – sondern darin, es einfach auszuschalten.
Und wenn X das nächste Mal down ist, wissen wir alle:
Es ist kein Fehler.
Es ist ein Statement.
Bleiben Sie online – solange es noch geht.
Ihr
Ronald Tramp


