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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Alaska sucht den Super-Dan: Wenn der falsche Sullivan Stimmen bekommt

Ronald Tramp neben zwei ähnlichen Kandidaten, während ein Prüfer sie im Wahllokal in Alaska mit einer Lupe untersucht.

Zwei Republikaner heißen fast gleich, und Washington entdeckt den Staatsfeind im Alphabet. Ronald Tramp erklärt, warum eine freie Wahl offenbar erst dann sicher ist, wenn der richtige Dan gewinnt.

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Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für betreutes Wählen, gefährliche Mittelinitialen und den Schutz amtierender Wahlsieger vor möglichen Wahlergebnissen.

Leute, ich habe schon vieles gesehen. Riesige Dinge. Wahlzettel, länger als die Aufmerksamkeitsspanne ihrer Kandidaten. Aber Alaska setzt neue Maßstäbe: Dort treten zwei Republikaner an, die beide Dan Sullivan heißen. Zwei! Als hätte jemand einen Senator im Kopierer vergessen und anschließend versehentlich auf „Demokratie“ gedrückt.

Der eine heißt Dan S. Sullivan, der andere Dan J. Sullivan. Für gewöhnliche Menschen ein Unterschied zwischen zwei Buchstaben. Für die amerikanische Regierung offenbar ein Angriff auf die nationale Sicherheit mit Mitteln des Alphabets.

Ich sage es ganz offen: Seit wann dürfen Amerikaner einfach heißen wie Amerikaner, die bereits gewählt wurden? Wo kommen wir denn da hin? Heute ein zweiter Dan Sullivan, morgen ein zweiter Mike Johnson, und übermorgen stehen im Kongress plötzlich mehrere Leute namens Smith. Dann kann man das Land direkt an einen Telefonbuchverlag übergeben.

Das Justizministerium zieht deshalb gegen Alaska vor Gericht. Sollte der amtierende Sullivan verlieren, soll zunächst untersucht werden, ob er ohne den anderen Sullivan vielleicht gewonnen hätte.

Fantastisch. Endlich stellt jemand die entscheidende Frage jeder Wahl: Wie wäre sie ausgegangen, wenn die störenden Kandidaten nicht mitgemacht hätten?

Nach diesem Prinzip hätte ich übrigens sämtliche Olympischen Spiele gewonnen. Man hätte nur vorher die Sportler entfernen müssen.

Besonders verdächtig: Der neue Sullivan ist erst kurz vor seiner Kandidatur Republikaner geworden. Ein Parteineuling! Ungeheuerlich. In einer ordentlichen Demokratie muss man sich das Recht, Unsinn zu erzählen, schließlich über Jahre erarbeiten. Man kann nicht einfach eintreten und sofort einem etablierten Republikaner Stimmen wegnehmen. Dafür gibt es Vorwahlen, Flügelkämpfe und beleidigte Milliardäre.

Außerdem soll der Herausforderer die Kurzform seines Namens zuvor nie verwendet haben. Ein klarer Fall für die Bundesinitialenpolizei. Wenn jemand plötzlich Dan statt seines bisherigen Namensgebrauchs heißen möchte, müssen alle Alarmglocken läuten. Andere Leute nennen das einen Spitznamen. Washington nennt es möglicherweise eine koordinierte Operation.

Und wer profitiert angeblich davon? Die Demokratin Mary Peltola.

Selbstverständlich. Zwei Republikaner stehen auf dem Zettel, also müssen die Demokraten dahinterstecken. Das ist politische Kriminalistik auf höchstem Niveau: Wenn im republikanischen Kühlschrank zwei Joghurts denselben Namen tragen, hat die Linke die Kühlkette unterwandert.

Der Außenseiter absolviert nicht einmal Wahlkampfauftritte. Auch das macht ihn verdächtig. Normalerweise erkennt man Kandidaten daran, dass sie in Turnhallen herumstehen und versprechen, Probleme zu lösen, die sie seit Jahren persönlich beaufsichtigen. Dieser Mann bleibt einfach weg. Kein Händeschütteln, keine schlecht sitzende Warnweste, kein Foto vor einer Maschine, deren Funktion ihm niemand erklären durfte.

Ein Kandidat, der die Bevölkerung mit Wahlkampf verschont: Natürlich muss der Staat eingreifen. Sonst macht das noch Schule.

Nun hat Alaskas Oberster Gerichtshof bereits entschieden, dass der zweite Sullivan antreten darf. Aber ein Gerichtsurteil ist selbstverständlich kein Grund, eine juristische Auseinandersetzung zu beenden. Dafür gibt es weitere Gerichte. Amerika ist schließlich das Land der unbegrenzten Rechtsmittel.

Der eigentliche Höhepunkt ist jedoch die geplante Untersuchung nach einer möglichen Niederlage. Dann müssen Experten herausfinden, was Wähler gewählt hätten, wenn sie etwas anderes hätten wählen können.

Ich sehe die Anhörung vor mir: „Wollten Sie Sullivan wählen?“ – „Ja.“ – „Welchen?“ – „Dan.“ Daraufhin wird der Saal geräumt und ein Sachverständiger für Gedankenlesen eingeflogen.

Vielleicht sollte man künftig jedem Stimmzettel einen persönlichen Regierungsberater beilegen. Der erklärt dann freundlich: „Ihre Wahlentscheidung ist uns wichtig. Bitte bleiben Sie so lange in der Kabine, bis sie mit unserer übereinstimmt.“

Ich persönlich schlage eine einfachere Lösung vor: Der Amtsinhaber erhält seinen Namen in Goldschrift, der Herausforderer wird als „Sonstiger Dan“ geführt. Peltola bekommt ein Kästchen mit dem Hinweis „technisch vorhanden“. Das schafft Orientierung.

Denn Wahlintegrität bedeutet offenbar, dass jeder frei wählen darf – und die Regierung anschließend prüft, ob dabei versehentlich der Falsche gewonnen hat.

Sollte das alles nicht reichen, bleibt nur eine letzte Reform: Der Wahlzettel wird künftig vor der Wahl ausgezählt – dann können die Bürger das Ergebnis nicht mehr verwechseln.

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