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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

„Austrian Painter“ muss weg – jetzt galoppiert Merrylegs durch die Geschichte

Grafik: Austrian Painter raus – Merrylegs galoppiert weiter

Ein Rennpferd gewinnt in Indianapolis und löst danach weniger wegen seiner Beine als wegen seines Namens Wirbel aus. „Austrian Painter“ klingt angeblich nach Gustav Klimt – das Internet denkt allerdings an jemand ganz anderen. Ronald Tramp untersucht einen Pferdenamen, der schneller entgleiste als der Hengst laufen konnte.

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Von Reporter Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für Rennsport, Namensgebung und historische Ausreden mit sehr kurzen Beinen

INDIANAPOLIS – Meine Damen und Herren, Amerika hat ein neues Problem.

Nicht Inflation.

Nicht China.

Nicht künstliche Intelligenz.

EIN PFERD.

Genauer gesagt: ein ziemlich schnelles Pferd mit einem ziemlich langsamen Namensprüfungssystem.

Der Hengst trat unter dem Namen „Austrian Painter“ an.

Österreichischer Maler.

Harmlos!

Kultur!

Museen!

Jugendstil!

Vielleicht Klimt!

Vielleicht Schiele!

Vielleicht einfach irgendein Mann aus Salzburg mit Staffelei und sehr starkem Interesse an Berglandschaften!

Doch das Internet hörte „Austrian Painter“ und dachte sofort:

Oh. DER österreichische Maler.

Sie wissen schon.

Jener historische Österreicher, bei dem eine Karriereberatung in Richtung Architektur möglicherweise erhebliche weltgeschichtliche Vorteile gehabt hätte.

Das Problem: „Austrian Painter“ wird online als Umschreibung für Adolf Hitler benutzt, unter anderem um Moderationsfilter und Sperren zu umgehen.

Und plötzlich war aus einem Rennpferd ein Fall für die historische Abteilung des Jockey Clubs geworden.

Das Pferd gewann ein Rennen.

Sehr schnell.

Der Name verlor danach noch schneller.

Der US-Jockey Club prüfte die Sache und kam zu dem erstaunlichen Ergebnis:

Vielleicht ist das nicht der beste Pferdename aller Zeiten.

Große Erkenntnis.

Historisch.

Fast so überraschend wie die Feststellung, dass „Titanic Cruises“ möglicherweise ein schwieriger Markenname für Kreuzfahrten wäre.

Der Besitzer lieferte allerdings eine Erklärung.

Seine Frau habe österreichische Wurzeln.

Und das Pferd sei nach Gustav Klimt benannt worden.

Natürlich!

Klimt!

Warum sollte man ein Pferd also „Klimt“ nennen, wenn man es stattdessen „Austrian Painter“ nennen kann – eine Formulierung, die im Internet seit Jahren eine völlig andere Assoziation trägt?

Das wäre viel zu eindeutig.

Ronald Tramp kennt diese Logik.

Wenn ich einen Hund nach Albert Einstein benennen möchte, nenne ich ihn selbstverständlich nicht „Einstein“.

Ich nenne ihn:

GERMAN PHYSICIST.

Absolut unmissverständlich.

Doch dann wird die Geschichte noch besser.

Denn laut dem Fachportal hatte der Besitzer früher bereits einen weiteren bemerkenswerten Namen vorgeschlagen:

„My Struggle“.

Der englische Titel von „Mein Kampf“.

Meine Damen und Herren.

An diesem Punkt benötigt die Klimt-Erklärung möglicherweise zusätzliche Unterstützung.

Sehr viel Unterstützung.

Vielleicht ein Museum.

Vielleicht drei Kunsthistoriker.

Vielleicht Gustav Klimt persönlich mit notarieller Erklärung.

Denn einmal kann Zufall sein.

Zweimal wird aus Zufall langsam eine Serie.

Ich stelle mir das Gespräch bei der Namensregistrierung vor:

„Wie möchten Sie Ihr Pferd nennen?“

„Austrian Painter.“

„Interessant.“

„Wegen Klimt.“

„Natürlich.“

„Mein anderes sollte My Struggle heißen.“

Pause.

„Auch Klimt?“

„Sehr komplizierte Kunstgeschichte.“

Der Jockey Club entschied schließlich, der Name könne als anstößig verstanden werden und müsse geändert werden.

Und dann geschah das Wunder.

Die Tochter des Besitzers wählte einen neuen Namen:

Merrylegs.

Merrylegs!

Ein freundlicher, literarischer Pferdename aus „Black Beauty“.

Plötzlich klingt das Tier nicht mehr wie eine verschlüsselte Kommentarspalte, sondern wie ein Pony, das Karotten frisst und Kindern beibringt, freundlich zu Tieren zu sein.

Was für ein Rebranding!

Von:

„Warum heißt dieses Pferd so?“

zu:

„Aww, Merrylegs!“

Das ist ungefähr der größte Imagewechsel seit jemand eine Rockerbande in „Kuschelgruppe Sonnenschein“ umbenannt hat.

Und das Beste daran:

Das Pferd selbst konnte natürlich nichts dafür.

Es stand vermutlich die ganze Zeit im Stall und dachte:

„Ich wollte eigentlich nur rennen.“

Genau!

Das Tier hat keine historischen Codes verlangt.

Keine Internet-Memes.

Keine komplizierten Erklärungen über österreichische Lieblingsmaler.

Es möchte Hafer.

Eine saubere Box.

Und möglichst schnell im Kreis laufen.

Der wahre Gewinner dieser Geschichte ist deshalb Merrylegs.

Er gewinnt erst Rennen.

Dann verliert er einen problematischen Namen.

Und bekommt anschließend wahrscheinlich mehr positive Öffentlichkeitsarbeit als mancher Präsidentschaftskandidat.

Ronald Tramp meint:

Wenn du einen Pferdenamen erklären musst mit den Worten:

„Nein, nein, wir meinten Gustav Klimt“,

dann ist möglicherweise nicht das Internet das Problem.

Vielleicht ist einfach der Name schlecht.

Und wenn dein vorheriger Vorschlag auch noch „My Struggle“ lautete, brauchst du keinen PR-Berater mehr.

Du brauchst jemanden, der dir beim nächsten Pferd wortlos ein Namenslexikon in die Hand drückt und sagt:

„NIMM EINFACH BUTTERBLUME.“

Merrylegs jedenfalls hat nun einen Namen, mit dem man Rennen gewinnen kann, ohne anschließend einen Historikerkongress einzuberufen.

Sehr stark.

Sehr elegant.

Und vor allem:

ENDLICH EIN PFERD, DAS SCHNELLER RENNT ALS SEINE AUSREDE.

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Tags: Pferderennen Gustav Klimt Jockey Club Rennpferd Merrylegs Austrian Painter
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