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Trump Avenue raus: Kanada benennt jetzt zurück

Grafik: Trump Avenue weg: Ronald Tramp im Namenskrieg

Donald Trump benennt Seen um, denkt über Kanada als 51. Bundesstaat nach – und Ottawa reagiert mit der vielleicht kanadischsten Form geopolitischer Vergeltung überhaupt: höflich abstimmen und seinen Namen vom Straßenschild schrauben. Ronald Tramp berichtet aus dem großen nordamerikanischen Beschriftungskrieg

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Von Reporter Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für Straßenschilder, Seenamen und internationale Namenskrisen

OTTAWA – Meine Damen und Herren, wir erleben eine neue Phase der Weltpolitik.

Früher stritten Staaten um Grenzen.

Heute streiten sie um SCHILDER.

Sehr modern.

Sehr übersichtlich.

Sehr gut für Baumärkte.

Donald Trump ließ den Lake Ontario für US-Bundesbehörden in „Lake America“ umbenennen. Kanada sagte sinngemäß:

NÖ.

Und Ottawa antwortet nun mit einer eigenen kleinen sprachlichen Spezialoperation:

Trump Avenue kommt weg. (CityNews Toronto)

Das ist fantastische Diplomatie.

Trump sagt:

„Der See heißt jetzt America.“

Ottawa sagt:

„Dann heißt diese Straße jetzt jedenfalls nicht mehr Trump.“

Schach.

Sehr langsam gespieltes Schach.

Mit Ahornsirup.

Die Straße liegt ausgerechnet in einem Viertel namens Central Park, in dem mehrere Straßennamen auf New York verweisen. Trump Avenue passte also ursprünglich in dieses Themenkonzept. Nur hat sich das mit der Zeit offenbar verändert.

Man könnte sagen:

Die Straße wurde politisch entwidmet.

Früher:

„New-York-Bezug.“

Heute:

„Bitte anderes Schild.“

Ich stelle mir die Sitzung im Stadtrat vor.

„Punkt 14: Trump Avenue.“

Stille.

Dann jemand:

„Weg damit.“

Abstimmung.

Einstimmig.

Kaffee.

Fertig.

Kanada ist bemerkenswert effizient, wenn es wirklich motiviert ist.

Besonders schön ist Bürgermeister Mark Sutcliffes Begründung. Er sagte sinngemäß, er möge den Gedanken nicht, dass in Ottawa etwas den Namen eines Mannes trägt, der Kanada gegenüber Feindseligkeit gezeigt habe. (CityNews Toronto)

Das ist sehr kanadisch formuliert.

Andere Länder würden sagen:

„RUNTER MIT DEM SCHILD!“

Kanada:

„Wir fühlen uns mit der gegenwärtigen Namensgebung nicht mehr vollständig wohl.“

Dann wird ein Ausschuss gegründet.

Die Bewohner machen Vorschläge.

Vielleicht heißt die Straße bald:

Maple Street.

Oder:

Definitely-Not-The-51st-State Avenue.

Oder:

Still-Canada Boulevard.

Ich persönlich wäre für:

Sorry-But-No Way.

Sehr freundlich.

Sehr eindeutig.

Natürlich passt das hervorragend zu Trumps allgemeiner Leidenschaft für Umbenennungen.

Golf von Mexiko?

Neue Bezeichnung.

Lake Ontario?

Neue Bezeichnung.

Kanada?

Vielleicht irgendwann Bundesstaat.

Meine Damen und Herren, Trump behandelt Atlanten inzwischen offenbar wie PowerPoint-Folien.

„Diese Beschriftung gefällt mir nicht.“

Klick.

Neu.

„Diese Grenze ist optisch schwierig.“

Klick.

„Kanada könnte größer mit USA-Schriftzug aussehen.“

Klick.

Sehr grafisch.

Sehr präsidentiell.

Nur haben Länder leider die unangenehme Eigenschaft, eigene Regierungen zu besitzen.

Und Kanada benutzt diese Fähigkeit inzwischen mit zunehmender Begeisterung.

Während Washington Zölle erhöht und rhetorisch an der Landkarte herummalt, baut Ottawa seine internationalen Beziehungen aus. Carney warb im Europäischen Parlament für eine deutlich engere strategische Zusammenarbeit mit Europa – bei Verteidigung, Rohstoffen, Energie, KI und weiteren Schlüsselbereichen. (Ministerpräsident Kanada)

Ronald Tramps Übersetzung:

Wenn dein größter Handelspartner dauernd sagt:

„Vielleicht solltest du Teil meines Landes werden“,

fängst du irgendwann an, die Telefonnummern anderer Leute herauszusuchen.

Europa:

„Hallo Kanada.“

Kanada:

„Hi.“

USA:

„WARUM REDET IHR OHNE MICH?“

Sehr romantische Dreiecksbeziehung.

Besonders komisch ist die Dynamik:

Trump möchte Kanada enger an Amerika binden.

Das Ergebnis?

Kanada schaut verstärkt Richtung Europa und andere Märkte.

Das ist ungefähr so, als würde man jemanden mit Nachdruck festhalten und sich dann wundern, warum er sich aus dem Griff befreien möchte.

Sehr erfolgreiche Bindungspolitik.

Vielleicht folgt als Nächstes der große Straßennamen-Gegenschlag.

Washington benennt Ottawa Street um.

Ottawa benennt Washington Avenue um.

Toronto ändert America Boulevard in „Neighbour With Boundary Issues Road“.

Montreal sagt einfach nichts und bestellt Käse.

Und irgendwann sitzt die UN zusammen und diskutiert nur noch Straßenschilder.

„China hat Main Street umbenannt.“

„Frankreich protestiert.“

„Belgien enthält sich.“

Sehr gute Nutzung internationaler Diplomatie.

Ronald Tramp meint:

Wenn du anfängst, die Landkarte deiner Nachbarn sprachlich umzubauen, darfst du dich nicht wundern, wenn deine eigene Namensplakette irgendwann abgeschraubt wird.

Donald Trump wollte „Lake America“.

Ottawa liefert jetzt:

Formerly Trump Avenue.

Vielleicht ist das die neue Weltordnung:

Keine Panzer.

Keine Raketen.

Nur sehr entschlossene Mitarbeiter des Bauhofs mit Schraubenschlüssel.

Und irgendwo steht Ronald Tramp daneben und sagt:

Meine Damen und Herren, geopolitische Macht erkennt man heute nicht mehr am Flugzeugträger.

Sondern daran, wer morgens noch auf dem Straßenschild steht.

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Tags: Donald Trump Kanada Mark Carney Lake America Ottawa Trump Avenue Mark Sutcliffe
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