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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Kanada will nach Europa – Trump bestellt schon den Zollstock

Grafik: Kanada und die EU - Datingalarm im Weißen Haus

Kanada soll Europas erstes assoziiertes Mitglied werden – mitten im Handelsstreit mit Trump. Ronald Tramp beobachtet das größte geopolitische Blind Date seit Erfindung des Atlantiks.

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Von Ronald Tramp – Sonderkorrespondent für transatlantische Beziehungen, emotionale Zölle und geopolitische Beziehungsdramen

Meine Damen und Herren, wir erleben historische Zeiten. Riesige Zeiten. Vielleicht die größten Zeiten, seit jemand entdeckt hat, dass Kanada mehr besitzt als Ahornsirup, Eishockey und Menschen, die sich entschuldigen, wenn Sie ihnen auf den Fuß treten.

Kanada flirtet mit Europa.

Ja!

Europa!

Ursula von der Leyen hat vorgeschlagen, Kanada zum ersten assoziierten Mitglied der Europäischen Union zu machen. 

Ich, Ronald Tramp, musste diese Nachricht dreimal lesen.

Kanada liegt bekanntlich nicht in Europa.

Das hat die EU aber offenbar nicht abgeschreckt.

Großartig!

Vielleicht funktioniert Geografie in Brüssel inzwischen wie Handgepäck bei Billigfluggesellschaften: Solange es irgendwie durch den Rahmen passt, geht es mit.

Und Premierminister Mark Carney saß persönlich im Europäischen Parlament, während von der Leyen praktisch sagte:

„Mark, du bist zwar auf der anderen Seite des Atlantiks, aber wir mögen dich trotzdem.“

Das ist geopolitisches Online-Dating.

Entfernung: 6.000 Kilometer.

Gemeinsame Interessen: Demokratie, KI, Klima, Rohstoffe.

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert mit Washington.

Von der Leyen erklärte sogar, Europa und Kanada sähen die Welt „mit den gleichen Augen“ und wollten ihre Beziehungen auf das höchstmögliche Niveau bringen. 

In Washington dürfte sofort ein Alarm losgegangen sein.

Nicht irgendein Alarm.

Der große goldene Trump-Alarm.

WOOOOP! WOOOOP! EIN NACHBAR HAT FREUNDE!

Denn Donald Trump betrachtet internationale Beziehungen offenbar manchmal ähnlich wie ein Immobilienmagnat seine Grundstücksgrenzen:

„Das gehört nicht mir? Warum redet es dann mit jemand anderem?“

Kanada und die USA streiten bereits über Handel und Zölle. Nach dem Scheitern der Verhandlungen kündigte Ottawa Gegenmaßnahmen an; Washington reagierte seinerseits mit weiteren Handelsbeschränkungen. 

Und jetzt kommt Europa.

Man kann sich die Szene wunderbar vorstellen.

Trump sitzt im Oval Office.

Ein Mitarbeiter kommt herein.

„Mr. President, Kanada möchte seine Beziehungen zur EU vertiefen.“

Trump blickt auf.

„Kanada? Unser Kanada?“

„Nicht unser Kanada, Sir.“

„Es liegt direkt neben uns!“

„Ja.“

„Dann praktisch unseres.“

So entsteht Außenpolitik.

Von der Leyen nennt das Ganze eine „Allianz für die Zukunft“. Geplant sind engere Kooperationen bei Technologie, Verteidigungsindustrie, Energie, kritischen Mineralien, KI, Quantencomputing und Cybersicherheit. 

Mit anderen Worten:

Europa bekommt Rohstoffe.

Kanada bekommt neue Märkte.

Und Trump bekommt Blutdruck.

Fantastischer Deal.

Besonders schön ist der Begriff „assoziiertes Mitglied“.

Er klingt nach einem Fitnessstudiovertrag.

„Sie sind noch kein Vollmitglied, dürfen aber bereits Sauna, Verteidigungsbeschaffung und kritische Mineralien nutzen. Handtücher bitte selbst mitbringen.“

Ich sehe bereits die neuen EU-Gipfel.

Frankreich kommt mit Wein.

Deutschland mit einem Positionspapier von 186 Seiten.

Italien mit Espresso.

Kanada mit Ahornsirup.

Und Ungarn fragt als Erstes, wer das eigentlich genehmigt hat.

Natürlich bleibt noch völlig offen, wie dieser neue Status konkret aussehen soll. Es gibt bislang keinen klassischen EU-Mitgliedschaftstyp namens „Kanada Plus Premium“. 

Aber das macht die Sache nur europäischer.

Erst erfindet man einen Begriff.

Dann gründet man eine Arbeitsgruppe.

Dann gibt es einen Gipfel.

Dann ein Papier.

Dann einen Gipfel über das Papier.

Und ungefähr 2034 weiß jeder, was „assoziiert“ bedeutet.

Das eigentliche Meisterstück aber ist die politische Botschaft:

Europa und Kanada sagen sinngemäß:

„Wenn internationale Beziehungen unberechenbarer werden, suchen wir uns mehr Freunde.“

Völlig revolutionär.

Fast verdächtig vernünftig.

Und Donald Trump?

Der hat inzwischen bereits deutlich gemacht, dass ihm das Ganze überhaupt nicht gefällt und sogar weitere Handelsmaßnahmen gegen Europa ins Spiel gebracht. 

Damit erreicht die internationale Diplomatie ein völlig neues Niveau.

Früher hieß es:

„Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“

Heute lautet es:

„Der Nachbar meines Zollopfers bekommt einen EU-Mitgliedsausweis.“

Ich, Ronald Tramp, kann deshalb nur sagen:

Kanada zieht nicht nach Europa.

Europa zieht einfach geistig ein bisschen näher an Kanada.

Und irgendwo in Washington steht bereits jemand vor einer Weltkarte und versucht herauszufinden, ob man auf den Atlantik eigentlich Zoll erheben kann.

Bei diesem Präsidenten würde ich die Antwort nicht vorschnell ausschließen.

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Tags: Donald Trump Ursula von der Leyen EU Zölle Kanada Handelsstreit Mark Carney
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