RT
Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

MGGA!!! Trump entdeckt Sachsen-Anhalt – jetzt wird Deutschland very great

Grafik: MGGA - Trump entdeckt plötzlich Sachsen-Anhalt

Donald Trump gratuliert zum AfD-Wahlsieg, entdeckt Sachsen-Anhalt als neues Zentrum der Weltpolitik und schenkt Deutschland mit „MGGA“ gleich einen gebrauchten amerikanischen Wahlkampfslogan. Ronald Tramp fragt sich nur: Welches Deutschland soll eigentlich „again“ werden – und wurde dafür schon Formular A38 eingereicht?

Dixxu - Banner 002Partnerlink

Es gibt Wahlergebnisse, die werden analysiert. Es gibt Wahlergebnisse, die werden kommentiert. Und dann gibt es Wahlergebnisse, die landen bei Donald Trump auf dem Smartphone – womit die klassische Politikwissenschaft ihren Zuständigkeitsbereich verlässt und die internationale Balkendiagramm-Euphorie beginnt.

Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat Trump nämlich nicht nur gratuliert, sondern gleich die weltpolitische Gebrauchsanweisung mitgeliefert: Die populistische Partei in Deutschland habe eine „wirklich große Nacht“ gehabt, die Menschen hätten die Einwanderungspolitik satt, alles befinde sich „IM AUFWIND“.

Und am Ende: MGGA!!!

Make Germany Great Again.

Deutschland hat damit möglicherweise als erstes Land der Welt einen amerikanischen Wahlkampfslogan importiert, ohne ihn bestellt zu haben.

Fantastisch!

Man darf gespannt sein, wie weit die kulturelle Amerikanisierung Sachsen-Anhalts jetzt geht. Gibt es demnächst in Magdeburg statt Koalitionsverhandlungen eine Rally? Werden Wahlprogramme künftig auf roten Kappen veröffentlicht? Und wird aus der Landtagskantine ein Drive-in, bei dem man zur Currywurst kostenlos eine Verschwörungstheorie in Familiengröße bekommt?

Trump jedenfalls scheint Sachsen-Anhalt entdeckt zu haben. Vermutlich war ihm das Bundesland bislang als „Saxony Something“ bekannt, irgendwo zwischen Berlin, Polen und einem sehr großen Baumarkt. Doch plötzlich tauchte auf seinem Bildschirm ein Balkendiagramm auf.

Ein großer Balken!

Ein sehr großer Balken!

Vielleicht einer der größten Balken, die jemals in einem deutschen Landesstudio gezeigt wurden!

Und Donald dachte offenbar: Das muss ich teilen.

Bereits in der Wahlnacht veröffentlichte er die Hochrechnung kommentarlos. Das war vermutlich der diplomatischste Moment seiner gesamten politischen Karriere. Kein „FAKE NEWS“, kein „WITCH HUNT“, kein „THE BEST ELECTION EVER“.

Nur Balken.

Deutschland starrte auf Washington.

Washington starrte auf Sachsen-Anhalt.

Und Sachsen-Anhalt fragte sich vermutlich: „Warum zur Hölle guckt Washington auf uns?“

Nun kam die Erklärung hinterher. Die AfD sei „im Aufwind“. Das klingt beinahe meteorologisch. Tiefdruckgebiet über Brüssel, vereinzelte Brandmauern im Westen, kräftiger Rechtsruck aus Ost-Nordost und örtlich schwere Böen im Bereich politischer Talkshows.

Für Alice Weidel dürfte die Nachricht aus Washington jedenfalls ungefähr das politische Äquivalent eines blauen Hakens vom Weltmeister der Großbuchstaben sein.

Denn die transatlantische Beziehung zwischen Teilen der AfD und dem Trump-Lager wird inzwischen auffällig herzlich. Früher bedeutete deutsch-amerikanische Freundschaft NATO, Handel, Elvis und gelegentliche Meinungsverschiedenheiten über Verteidigungsausgaben.

Heute heißt sie offenbar: JD Vance trifft Alice Weidel und Donald Trump kommentiert Landtagswahlen.

Wenn das so weitergeht, eröffnet das Weiße Haus bald eine Abteilung „German Affairs & Schnitzel“.

Leiter: irgendein Mann namens Chad, der Deutschland dreimal besucht hat und deshalb als Europaexperte gilt.

JD Vance hatte bereits bei der Münchner Sicherheitskonferenz deutlich gemacht, was er von deutschen Brandmauern hält. Vermutlich ungefähr dasselbe wie ein Immobilienentwickler von einer Wand mit fantastischer Aussicht: Kann die weg?

Nun kommt Trump mit MGGA.

Und damit beginnt das eigentliche Problem.

Denn wenn Deutschland jetzt „great again“ gemacht werden soll, müsste zunächst geklärt werden: Wann genau war dieses „again“?

1990?

1954?

Das Wirtschaftswunder?

Die Zeit, als man im Restaurant noch rauchen durfte und jede Wohnzimmerwand aussah wie eine Holzvertäfelungsmesse?

Oder 1983, als Deutschland gleichzeitig Helmut Kohl, Modern Talking und Telefonzellen hatte?

Diese Frage sollte man dringend klären, bevor jemand versehentlich die falsche Epoche bestellt.

Besonders schön ist aber die Vorstellung, wie amerikanischer Trumpismus auf deutsche Verwaltung trifft.

„WE WILL MAKE GERMANY GREAT AGAIN!“

„Sehr gern. Bitte ziehen Sie zunächst eine Wartemarke.“

„WE WILL DEPORT MILLIONS!“

„Dafür benötigen wir Formular A38, eine Meldebescheinigung, zwei biometrische Lichtbilder und einen Termin. Der nächste freie Termin ist Donnerstag, 14. Februar 2029.“

Da endet jede Revolution.

Nicht an der Brandmauer.

Am Bürgerbüro.

Vielleicht wird MGGA deshalb der erste politische Slogan, der schon am deutschen Passamt scheitert.

Und vielleicht sollten wir uns überhaupt darauf vorbereiten, dass künftig jede deutsche Landtagswahl internationale Fanclubs bekommt. Kalifornien gratuliert den Grünen in Baden-Württemberg. Texas schickt Glückwünsche an die CSU. Florida übernimmt Mallorca. Und das Saarland wird aus Versehen an Delaware verkauft, weil niemand beim Vertragsabschluss die Quadratkilometer überprüft hat.

Donald Trump jedenfalls hat Sachsen-Anhalt auf die Weltkarte seines politischen Universums gesetzt.

Das Bundesland ist jetzt offenbar nicht mehr nur Sachsen-Anhalt.

Es ist SAXONY-ANHALT – TREMENDOUS STATE, BEAUTIFUL PEOPLE, VERY STRONG POLLS!

Und irgendwo in Magdeburg sitzt vermutlich bereits jemand vor einem Computer und prüft vorsichtshalber, ob die Domain „mgga.de“ noch frei ist.

Denn wenn eines sicher ist, dann das:

Wo Donald Trump vier Großbuchstaben hinschreibt, eröffnet spätestens morgen jemand einen Merchandising-Shop.

MGGA!!!

Make Germany Great Again.

Oder, wie wir Deutschen sagen würden:

Machen wir Deutschland wieder großartig – sobald der Antrag vollständig vorliegt.

Satiressum - Banner 004Partnerlink
Tags: AfD Donald Trump JD Vance Alice Weidel Landtagswahl Sachsen-Anhalt MGGA
a
Das könnte dich auch interessieren
The Day After: Deutschland, war da nicht schon mal was?
Sachsen-Anhalt bestellt den Systemwechsel – geliefert wird per Bundesrat
Merz halbiert die AfD – leider erwischt er die CDU
Sachsen-Anhalt am politischen Abgrund: 41 Sitze Dummlaberei, ein Sitz fehlt zum ganz großen Irrsinn
‹ Vorheriger
Musk verliert „Tweet“ – wegen seiner eigenen Tweets…
Verpasse keine Enthüllung!
Abonniere meinen Newsletter und erhalte die Wahrheit regelmäßig – direkt und ungefiltert.