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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Trump macht Weihnachten great again: 45.000 Dollar statt Obstkorb

Grafik: Trump - 45.000 Dollar statt Weihnachtspralinen

Andere Chefs verschenken Schokolade, Donald Trump offenbar Zehntausende Dollar. Ronald Tramp über Weihnachtsgeld, Ethikregeln und den teuersten Obstkorb, den das Weiße Haus nie gesehen hat.

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Es gibt Arbeitgeber, die schenken ihren Mitarbeitern zu Weihnachten einen Schokoladenweihnachtsmann. Andere spendieren einen Präsentkorb. Besonders großzügige Chefs stellen sogar eine Flasche Sekt neben die Stechuhr und schreiben eine Rundmail mit „Danke für euren großartigen Einsatz!“, bevor sie anschließend sämtliche Überstunden aus dem System löschen.

Und dann gibt es Donald Trump.

Der Mann schenkt Mitarbeitern offenbar keine Pralinen.

Er schenkt 45.000 Dollar.

Ich musste diese Zahl mehrfach prüfen. Nicht 45 Dollar. Nicht 450 Dollar. Nicht einmal einen Gutschein über 45.000 Treuepunkte im Trump Tower.

Fünfundvierzigtausend amerikanische Dollar.

Dreimal.

Ein weiterer Mitarbeiter soll immerhin 20.000 Dollar erhalten haben. Vermutlich war das die amerikanische Variante von: „Für dich nur eine Kleinigkeit.“

Willkommen beim Weihnachtswichteln im Weißen Haus, wo offenbar niemand vorher die übliche Obergrenze von 15 Euro festgelegt hat.

Die drei Mitarbeiterinnen bezeichneten die Zahlungen laut Bericht ganz unspektakulär als „Bargeldgeschenk zu den Feiertagen“. Das klingt so, als hätte Tante Erna einen Zwanziger in die Weihnachtskarte gesteckt.

Nur dass Tante Erna dafür offenbar einen Geldtransporter bräuchte.

Besonders interessant ist Natalie Harp, die wegen ihrer Tätigkeit bereits den wunderbaren Spitznamen „menschlicher Drucker“ bekommen hat. Sie soll ständig ein tragbares Gerät dabeihaben, um Trump Nachrichtenartikel und Social-Media-Beiträge auszudrucken.

Allein dafür sind 45.000 Dollar vielleicht nicht einmal Weihnachtsgeld, sondern Schmerzensgeld.

Stellen Sie sich diesen Job vor.

Trump: „NATALIE!“

Drucker: rrrrrrr-dsch-dsch-dsch.

Trump: „SOMEBODY SAID SOMETHING VERY NICE ABOUT ME! PRINT IT!“

Drucker: rrrrrrr-dsch-dsch-dsch.

Trump: „SOMEBODY SAID SOMETHING BAD ABOUT ME! PRINT IT TWICE!“

Nach zwölf Monaten dürfte man nicht mehr in Dollar bezahlt werden wollen, sondern direkt in Tonerkartuschen.

Die entscheidende Frage lautet allerdings: Darf ein Präsident seinen eigenen Mitarbeitern überhaupt solche Summen schenken?

Und hier beginnt jene wunderbare amerikanische Disziplin, bei der Donald Trump regelmäßig das Regelbuch aufschlägt und fragt: „Interessant. Aber gilt das auch für mich?“

Ethikexperten weisen darauf hin, dass es Vorschriften gegen bestimmte Einkommensaufstockungen für Bundesbedienstete gibt. Das Weiße Haus hält dagegen: Trump habe eben schon lange die Angewohnheit, Menschen in seinem Umfeld Weihnachtsgeschenke zu machen.

Das ist natürlich beruhigend.

„Herr Präsident, möglicherweise gibt es hier ein rechtliches Problem.“

„Nein, nein. Das mache ich schon immer.“

Fall geschlossen!

Nach dieser Logik könnte man beim Finanzamt künftig erklären: „Steuererklärung? Mache ich traditionell nicht. Familienbrauch.“

Besonders herrlich ist, dass selbst ehemalige Ethikbeamte offenbar vor einem Problem stehen, das bislang kaum jemand eingeplant hatte.

Denn Vorschriften beschäftigen sich verständlicherweise intensiv mit der Frage, ob Untergebene ihren Vorgesetzten teure Geschenke machen dürfen. Schließlich könnte damit Einfluss erkauft werden.

Aber ein Chef, der seinem Personal plötzlich zehntausende Dollar schenkt?

Darauf scheint das amerikanische Ethiksystem ungefähr so vorbereitet zu sein wie eine Hausratversicherung auf einen Meteoriteneinschlag durch das Wohnzimmerfenster.

Ein ehemaliger Beamter erinnerte sich laut Bericht daran, dass das teuerste Geschenk eines Vorgesetzten während seiner eigenen Behördenzeit ein Obstkorb gewesen sei.

Und genau hier erkennt man den Unterschied zwischen normaler Verwaltung und Trumpismus.

Normaler Chef:

„Frohe Weihnachten, Susan. Hier ist ein Obstkorb.“

Trump:

„Frohe Weihnachten, Natalie. Hier sind 45.000 Dollar. Tremendous money. Probably the greatest Christmas gift anybody has ever received. Jesus got gold, frankincense and myrrh. Very nice. But no cash. Sad!“

Ich sehe die nächste Weihnachtsfeier im Weißen Haus bereits vor mir.

Unter dem Baum liegen keine Pakete mehr, sondern Überweisungsbelege.

„Für Margo: 45.000!“

Applaus.

„Für Natalie: 45.000!“

Jubel.

„Für Walt: 20.000!“

Betretenes Schweigen.

Walt schaut auf die anderen Umschläge.

„Warum haben die 45.000?“

Trump legt ihm väterlich die Hand auf die Schulter:

„Walt, 20.000 is a beautiful number. Many people say it’s actually better than 45. Nobody understands numbers like I do.“

Und spätestens jetzt beginnt wahrscheinlich der härteste Konkurrenzkampf der amerikanischen Verwaltungsgeschichte.

Plötzlich möchte jeder Mitarbeiter persönlich Trumps Zeitung ausdrucken.

„Mr. President! Soll ich Ihnen Truth Social laminieren?“

„Sir, ich habe Ihren Namen auf Seite 17 gefunden!“

„Sir, ich habe vorsorglich sämtliche Artikel ausgedruckt, in denen Sie als Genie bezeichnet werden!“

„Ausgezeichnet. Sie bekommen Weihnachten vielleicht den Platinum Loyalty Bonus.“

Das eigentlich Revolutionäre ist jedoch: Donald Trump könnte damit das Betriebsklima völlig neu definiert haben.

Andere Präsidenten hatten politische Berater.

Trump hat möglicherweise ein Bonusprogramm.

Vier Jahre Loyalität sammeln und gegen attraktive Prämien eintauschen!

10.000 Punkte: signierte Kappe.

25.000 Punkte: gemeinsames Foto.

50.000 Punkte: Weihnachtsumschlag.

100.000 Punkte: Botschafterposten in einem Land, das man vorher auf Google Maps suchen muss.

Natürlich muss geklärt werden, ob bei diesen Zahlungen alle Vorschriften eingehalten wurden. Gerade bei Amtsträgern und Regierungsmitarbeitern sind Transparenz und klare Grenzen schließlich keine lästige Dekoration, sondern Bestandteil einer funktionierenden Verwaltung.

Aber satirisch betrachtet ist die Sache bereits unbezahlbar.

Denn während Millionen Arbeitnehmer im Dezember gespannt darauf warten, ob ihr Arbeitgeber vielleicht 50 Euro Weihnachtsgeld oder wenigstens einen zusätzlichen freien Nachmittag spendiert, öffnet man im Weißen Haus offenbar den Umschlag und denkt:

Moment – das ist ja ein Kleinwagen.

Ich bin deshalb für eine konsequente Internationalisierung dieses Modells.

Deutsche Behörden könnten ebenfalls aufrüsten.

Statt Obstkorb: 30.000 Euro.

Statt Dankesmail: 15.000 Euro.

Für jemanden, der freiwillig das Multifunktionsgerät wartet: sofortige Verbeamtung auf Lebenszeit.

Und wer es schafft, dem Chef zwölf Monate lang jeden Morgen sämtliche positiven Presseartikel auszudrucken, erhält am Jahresende das, was in Deutschland wirklich unbezahlbar ist:

einen funktionierenden Drucker.

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Tags: USA Donald Trump Weißes Haus Natalie Harp Weihnachtsgeld Bargeldgeschenk Ethikregeln
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