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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

South America: South Park vergrößert Trump die Landkarte

Grafik: South America - South Park kontert Trumps Landkarte

Trump benennt Gewässer um, Google und Apple ziehen mit – und South Park antwortet mit „South America“. Ronald Tramp beobachtet, wie Weltpolitik und Cartoon endgültig um die absurdeste Landkarte konkurrieren.

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Ich dachte bislang, geografische Namen seien eine vergleichsweise stabile Angelegenheit. Berge stehen herum, Seen liegen herum, Meere schwappen herum – und irgendwann hat irgendein Mensch beschlossen, ihnen Namen zu geben.

Dann kam Donald Trump.

Seitdem benötigt selbst ein Gewässer möglicherweise morgens einen Blick in die Nachrichten, um herauszufinden, wie es heute heißt.

Golf von Mexiko?

Gestern.

Golf von Amerika!

Lake Ontario?

Viel zu kanadisch.

Lake America!

Und jetzt haben Trey Parker und Matt Stone offenbar beschlossen: Wenn Amerika schon alles umbenennt, dann kann Satire das auch.

Aus „South Park“ wird „South America“.

Fantastisch!

Das ist vielleicht die konsequenteste Reaktion auf Trumps geografische Kreativwerkstatt. Man bekämpft die Umbenennung nicht. Man überholt sie rechts, links und notfalls auf einem Cartoon-Dreirad.

Die South-Park-Erfinder erklärten sinngemäß, sie seien vom „Mut und Patriotismus“ von Apple und Google inspiriert worden.

Das ist eine wunderschöne Formulierung.

Denn „Mut“ bedeutet inzwischen offenbar: Ein Präsident sagt, ein Gewässer heißt anders – und irgendwo bei einem Technologiekonzern sitzt ein Entwickler vor einer Karte und murmelt:

„Okay, Chef. Kanada ist aber noch Kanada, oder?“

NOCH!

Ich sehe Trump bereits im Oval Office.

Vor ihm liegt eine Weltkarte.

Nicht irgendeine Weltkarte.

Die größte Weltkarte. Eine wunderschöne Karte. Viele Leute sagen, es sei vielleicht die beste Karte, die jemals gedruckt wurde.

Trump nimmt einen goldenen Filzstift.

„Mexico? Difficult name. Very difficult.“

KRITZEL.

South America.

„Canada? We love Canada. Great people. But terrible branding.“

KRITZEL.

North America Plus.

„Greenland?“

Kurzes Nachdenken.

America Ice Edition.

Damit wäre die außenpolitische Arbeit für Dienstag erledigt.

Aber Parker und Stone haben mit „South America“ ein Problem geschaffen, das Donald Trump gefallen könnte: Der neue Name ist eigentlich viel zu groß.

South Park war eine kleine Stadt.

South America ist ein ganzer Kontinent.

Das ist exakt die Art von Größensteigerung, die Trump versteht.

Warum sollte eine Serie nach einem Park benannt sein, wenn sie nach 17,8 Millionen Quadratkilometern benannt werden kann?

Das wäre ja, als würde man aus „Trump Tower“ irgendwann „Trump Planet“ machen.

Moment.

Bitte sagt ihm das nicht.

Sonst wacht die Menschheit morgen auf und Google Maps meldet:

Willkommen auf Trump Earth.

Standort teilen?

NEIN.

Besonders spannend wird jetzt natürlich die technische Umsetzung. Wer in den USA künftig „South America“ sucht, möchte möglicherweise Brasilien, Argentinien oder Chile finden – und landet stattdessen bei Cartman.

Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass Cartman selbst diese Entwicklung für vollkommen logisch hält.

„Respect my geography!“

Vielleicht beginnt damit eine völlig neue Epoche der Kartografie.

Satire und Realität verschmelzen endgültig.

Disney World wird „United States Cultural Territory“.

Der Grand Canyon wird „Trump Trench“.

Der Mississippi heißt künftig „Very Big American Water“.

Mount Rushmore wird selbstverständlich erweitert. Nicht unbedingt um einen weiteren Kopf – sondern um einen sehr großen Kopf, der aus Platzgründen die bisherigen vier teilweise überdeckt.

Und Niagara Falls?

Schwierig.

Die Wasserfälle liegen an der Grenze zu Kanada.

Also wahrscheinlich:

America Falls Featuring Canada.

Kanada darf im Kleingedruckten bleiben.

Was mich jedoch besonders fasziniert: Google und Apple zeigen die neuen amerikanischen Bezeichnungen offenbar abhängig vom Standort unterschiedlich an.

Das bedeutet: Geografie besitzt jetzt möglicherweise Regionalversionen.

Früher war ein See überall derselbe See.

Heute könnte ein Tourist aus Berlin sagen:

„Wir fahren zum Lake Ontario.“

Während ein Amerikaner danebensteht:

„You mean LAKE AMERICA!“

Und ein Kanadier leise antwortet:

„Nein. Wir meinen unseren verdammten See.“

Das eröffnet unglaubliche Möglichkeiten.

Vielleicht führen wir das auch in Deutschland ein.

Der Bodensee heißt in Baden-Württemberg weiterhin Bodensee.

In Bayern: Südwestliches Voralpenmeer außerhalb bayerischer Zuständigkeit.

Auf Sylt wird die Nordsee zu „Champagnerküste“.

Und Berlin benennt den BER vorsichtshalber in „Flughafen, der inzwischen tatsächlich funktioniert“ um.

Die South-Park-Macher haben damit etwas ausgesprochen, was Satire am besten kann: Sie nehmen eine Idee, drehen den Regler von elf auf zwölf und stellen fest, dass die Realität bereits bei dreizehn angekommen ist.

Denn wie verspottet man eine Politik der demonstrativen Umbenennung?

Indem man selbst umbenennt.

Größer.

Absurder.

Patriotischer.

South America.

Vielleicht reagiert Trump sogar begeistert.

„South Park changed its name because of me. Huge honor. Nobody has ever had a television show rename itself because of a president. Lincoln didn't have that. Washington didn't have that. Biden probably doesn't know what television is.“

Und dann kommt der entscheidende Moment.

Ein Berater flüstert:

„Sir, ich glaube, die machen sich über Sie lustig.“

Trump schaut auf die Karte.

Schweigen.

Dann greift er zum goldenen Filzstift.

„Fine.“

KRITZEL.

South Trumpica.

Problem gelöst.

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Tags: Donald Trump Lake America Golf von Amerika Matt Stone Trey Parker South America South Park
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