RT
Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Golf von Cleveland: Jetzt benennt Amerika alles um

Grafik: Golf von Cleveland - Wenn Karten plötzlich Politik sind

Trump macht aus dem Ontariosee „Lake America“, Cleveland kontert mit dem „Golf von Cleveland“. Ronald Tramp beobachtet eine Nation, die gerade entdeckt, dass Kartografie offenbar vor allem eine Frage des Marketings ist.

EoT - Banner 002Partnerlink

Von Reporter Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für geografische Großmannssucht, kommunale Kartografie und Gewässer, die plötzlich mehr Branding brauchen als ein Startup.

Meine Damen und Herren, die Vereinigten Staaten haben ein neues Hobby.

Früher sammelte man Briefmarken.

Heute sammelt man neue Namen für Dinge, die seit Jahrhunderten bereits einen Namen haben.

Donald Trump machte den Anfang mit dem Golf von Mexiko und legte im August noch einen drauf: Per Executive Order ordnete er an, den Ontariosee im US-Bundesgebrauch künftig „Lake America“ zu nennen. Die Anordnung gilt für US-Bundesbehörden; Kanada und der Rest der Welt sind daran nicht gebunden. 

Und Cleveland dachte sich offenbar:

„Moment mal. Wenn Washington Geografie spielen darf, können wir das auch.“

Also nahm Stadtrat Kris Harsh eine Karte, einen Stift und genau die richtige Menge kommunaler Frechheit.

Das Ergebnis:

Der Golf von Cleveland.

Ja.

Ein Golf.

Mitten im Eriesee.

Geografieprofessoren haben vermutlich kollektiv ihre Brillen abgenommen.

Der Stadtrat beschloss mit 13 zu 1 Stimmen, einen zwei Meilen breiten Streifen vor Clevelands Küste künftig städtisch als „Gulf of Cleveland“ zu bezeichnen. Die Resolution ist ausdrücklich satirisch angelegt und nimmt Trumps Umbenennungen aufs Korn. 

Und jetzt kommt der schönste Satz der ganzen Geschichte.

Harsh hielt im Rat eine Karte hoch und erklärte sinngemäß:

„Ich habe eine Karte erstellt. Da steht es drauf. Das reicht offenbar.“

Meine Damen und Herren:

DAS IST DIE NEUE KARTOGRAFIE.

Keine Expedition.

Keine Vermessung.

Keine internationale Konferenz.

Kein kompliziertes geografisches Verfahren.

Nur:

DRUCKER. FILZSTIFT. DEMOKRATIE.

„ABER KRIS, DAS IST DOCH GAR KEIN GOLF!“

Kritiker könnten einwenden:

„Kris, das ist kein Golf. Es ist ein See.“

Harsh hatte darauf bereits eine Antwort.

Sinngemäß:

Wen kümmert’s?

Und genau hier erreicht die Satire olympisches Niveau.

Denn wenn man Gewässer nur kraft politischer Willensstärke umbenennen kann, warum sollten wir uns überhaupt noch mit lästigen Dingen wie Formen beschäftigen?

Ein See?

Golf!

Ein Fluss?

Ozean!

Ein Gartenteich?

THE GREAT INLAND SEA OF BOB.

Ich, Ronald Tramp, habe sofort begonnen, meine Wohnung geografisch aufzuwerten.

Die Badewanne heißt jetzt:

Atlantischer Privatsektor West.

Mein Waschbecken:

Golf von Ronald.

Die Pfütze vor der Garage:

Strategisches Binnenmeer Nummer Eins.

Es funktioniert hervorragend.

Ich habe Karten gedruckt.

Damit ist es offiziell.

CLEVELAND WILL NICHT ZURÜCKBLEIBEN

Die Resolution selbst treibt den Witz weiter. Cleveland erklärt darin sinngemäß, man wolle bei der erwarteten Flut staatlicher Umbenennungen und Rebrandings nicht zurückbleiben. Künftig sollen städtische Dokumente und Karten den neuen Namen für diesen Abschnitt verwenden können. 

Das ist vorbildlich.

Amerika war schon immer stark im Branding.

Andere Länder haben Seen.

Amerika hat jetzt Markenarchitektur mit Wasseranschluss.

Und offenbar könnten sogar Apple und Google informiert werden.

Sehr wichtig.

Denn heutzutage ist ein Gewässer erst wirklich existent, wenn es jemand in eine Karten-App eingetragen hat.

Stellen Sie sich vor, Kolumbus hätte Google Maps gehabt:

„Neue Welt entdeckt.“

Google:

„Meinen Sie vielleicht Starbucks, 400 Meter voraus?“

TRUMP HAT DIE TÜR GEÖFFNET

Clevelands Aktion ist ziemlich offensichtlich eine Persiflage auf Trumps Namenspolitik. Seine Regierung hatte zuvor bereits die US-Bundesbezeichnung „Gulf of America“ eingeführt; mit „Lake America“ folgte im August der nächste prominente geografische Eingriff. 

Und Donald ist damit vermutlich zufrieden.

Denn kein Präsident versteht Branding besser.

Warum einen See haben, wenn man einen AMERICAN LAKE haben kann?

Warum einen Golf haben, wenn man einen GREAT GULF haben kann?

Warum Kanada nebenan haben, wenn man… nein, Ronald, hör hier besser auf.

Jedenfalls hat Cleveland das Prinzip verstanden:

Wenn der Präsident Kartografie zur Markenstrategie macht, antwortet die Kommune mit satirischem Lokalkolorit.

Das ist keine geografische Revolution.

Das ist kommunales Meme-Management mit Satzungscharakter.

DIE GEFAHR: ANDERE STÄDTE MACHEN MIT

Und jetzt beginnt Ronald Tramp wirklich nervös zu werden.

Was passiert, wenn das Schule macht?

Chicago könnte einen Teil des Michigansees zum Chicago Ocean erklären.

Detroit benennt den Detroit River in Detroit International Mega Channel um.

Miami macht aus jeder größeren Pfütze den Gulf of Greater Miami.

Las Vegas benennt seine Swimmingpools nach Bundesstaaten.

Und Texas?

Texas wird einfach den Atlantik beanspruchen.

Nur aus Prinzip.

Irgendwann sieht die amerikanische Landkarte aus wie ein Immobilienprospekt:

PREMIUM WATERFRONT AREA

GRAND NATIONAL LAKE

PRESIDENTIAL OCEAN

DELUXE FREEDOM BAY

Und irgendwo sitzt ein erschöpfter Kartograf, schaut auf seinen Bildschirm und flüstert:

„Ich kündige.“

DAS BESTE: ES HAT FAST NICHTS GEKOSTET

Harsh erklärte später, der ganze Spaß habe ihn nur ungefähr eine Viertelstunde beschäftigt und die Steuerzahler nichts gekostet; ernstere Themen wie medizinische Schulden und Wohnen blieben selbstverständlich wichtiger. 

Das macht die Sache fast noch besser.

Fünfzehn Minuten.

Null Dollar.

Und jetzt reden landesweit Menschen über den Golf von Cleveland.

Meine Damen und Herren:

Das ist wahrscheinlich die effizienteste Marketingkampagne in der Geschichte der Kommunalverwaltung.

Keine Agentur.

Kein Millionenbudget.

Keine PowerPoint mit 87 Folien.

Nur eine Karte und ein trockener Witz.

Ronald Tramps Urteil lautet daher:

Der Eriesee bleibt natürlich der Eriesee.

Aber Cleveland hat bewiesen, dass man im Jahr 2026 für eine geografische Großtat offenbar nur drei Dinge braucht:

eine Karte, politische Mehrheit und ausreichend Selbstvertrauen.

Donald Trump hat das Spiel begonnen.

Cleveland hat jetzt geantwortet.

Und irgendwo schaut der Pazifik nervös auf Washington.

Open-How2 - Banner 001Partnerlink
Tags: Donald Trump Lake America Golf von Cleveland Eriesee Cleveland
a
Das könnte dich auch interessieren
South America: South Park vergrößert Trump die Landkarte
Lake America: Trump verzollt jetzt sogar das Wasser
Weiße Hausordnung: Zutritt nur bei ausreichender Begeisterung
Sanktionen aus der Hölle: Donald bekommt den Zollknopf
‹ Vorheriger
Sanktionen aus der Hölle: Donald bekommt den Zollknopf…
Nächster ›
Weiße Hausordnung: Zutritt nur bei ausreichender Begeisterun…
Verpasse keine Enthüllung!
Abonniere meinen Newsletter und erhalte die Wahrheit regelmäßig – direkt und ungefiltert.