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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Kennedy Center: Donald und die große Baggeroper

Grafik: Kennedy Center - Wenn Donald den Bagger entdeckt

Der Name darf nicht an die Fassade, plötzlich wird über Abriss gesprochen – und Donald Trump wird mit einem bemerkenswerten Ausdruck fotografiert. Ronald Tramp besucht die wahrscheinlich teuerste Namensschild-Diskussion der Welt.

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Von Reporter Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für präsidiale Namensschilder, monumentale Bescheidenheit und Gebäude, die plötzlich Renovierungsbedarf entwickeln.

Washington erlebt gerade eine völlig neue Form der Kulturpolitik. Früher stellte man sich bei einem Kulturzentrum Fragen wie: Welche Künstler treten auf? Welche Stücke werden gespielt? Wie finanziert man die nächste Saison?

Heute lautet die deutlich modernere Frage offenbar: „Steht mein Name groß genug an der Wand?“

Beim Kennedy Center hat Donald Trump seit Monaten genau darüber gestritten. Das von seinem Verwaltungsrat beschlossene Umbenennen und die Anbringung seines Namens wurden gerichtlich gestoppt; Bundesrichter Christopher Cooper stellte fest, dass eine solche Änderung nicht ohne Zustimmung des Kongresses vorgenommen werden könne. 

Und damit betreten wir die Welt der Trump-Architekturtheorie:

Wenn Donald nicht aufs Gebäude darf, darf vielleicht das Gebäude irgendwann nicht mehr auf Donalds Grundstück namens Washington stehen.

Ich, Ronald Tramp, habe schon vieles gesehen. Hotels mit Namen. Türme mit Namen. Golfplätze mit Namen. Wasserflaschen mit Namen. Wahrscheinlich existiert irgendwo ein Kugelschreiber, der nur deshalb noch schreibt, weil DONALD in Gold daraufsteht.

Aber ein Kulturzentrum, das nach John F. Kennedy benannt ist?

Schwierig.

Da ist der Namensparkplatz bereits belegt.

OPERATION: MAKE DEMOLITION GREAT AGAIN

Dann tauchten Fotos auf, die Fotograf Brendan Smialowski durch ein Fenster der Air Force One aufgenommen hatte. Darauf betrachtet Trump einen Ausdruck, auf dem sichtbar „Kennedy Center DEMOLIS…“ steht; darunter ist offenbar ein Baufahrzeug zwischen Trümmern zu sehen. Was genau das vollständige Dokument darstellt und wer es erstellt hat, war zunächst nicht öffentlich geklärt. 

Meine Damen und Herren: Das ist kein gewöhnliches Papier.

Das ist vermutlich der weltweit erste architektonische Trotz-Zettel in Business Class.

Ich stelle mir die Besprechung ungefähr so vor:

„Mr. President, das Gericht erlaubt Ihren Namen nicht.“

„Terrible.“

„Wir könnten Berufung einlegen.“

„Boring.“

„Oder das Gebäude renovieren.“

„Does it have my name?“

„Nein.“

Langes Schweigen.

„Habt ihr einen Bagger?“

Natürlich ist das Satire. Aber der reale Hintergrund ist bereits ausreichend erstaunlich: Trump sagte öffentlich, seine Regierung müsse für die Arbeiten Anerkennung erhalten; andernfalls könne das Zentrum schließen und letztlich „ripped down“ werden. 

Das eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten für staatliche Kulturförderung.

Förderstufe Gold: Ihr Name steht auf dem Programmheft.

Förderstufe Platin: Ihr Name steht am Gebäude.

Förderstufe Trump: Ihr Name steht am Gebäude, auf dem Programmheft, vermutlich auf dem Fundament und möglicherweise bald auf dem Bagger.

DAS KENNEDY CENTER PRÄSENTIERT: SCHWANENSEE MIT PLANierraupe

Das Kennedy Center wurde als nationales Kulturzentrum und Denkmal für den 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy etabliert. Unter Trump wurde die Führung des Hauses grundlegend verändert; Trump übernahm selbst den Vorsitz des Verwaltungsrats. 

Damit befindet sich amerikanische Hochkultur möglicherweise in ihrer aufregendsten Stilperiode seit Erfindung des Vorhangs.

Ballett?

Zu woke.

Oper?

Zu wenig Gold.

Shakespeare?

Schlechter Markenname.

Abrissbirne?

Standing Ovations!

Man stelle sich die Premiere vor:

Das Orchester spielt Beethovens Fünfte.

DA-DA-DA-DAAAAM!

Der Bagger antwortet:

BRRRRRR-KRACH!

Der Dirigent dreht sich um.

Der Bagger bekommt die Zugabe.

RENOVIERUNG – DAS MAGISCHE WORT

Offiziell stehen umfangreiche Renovierungsarbeiten im Raum. Der Kongress hat dafür 257 Millionen Dollar bereitgestellt; zugleich wurde das Haus zuletzt vorübergehend geschlossen. 

Inzwischen hat Richter Cooper angeordnet, dass vor wesentlichen baulichen Veränderungen einschließlich eines möglichen Abrisses mindestens 30 Tage vorher informiert werden muss. 

Amerika hat damit möglicherweise eine neue juristische Maßeinheit erfunden:

30 Tage Bagger-Vorwarnzeit.

Sehr vernünftig.

Denn wenn Sie morgens an Ihrem Arbeitsplatz erscheinen und ein Mann mit gelbem Helm fragt:

„Wo soll Kennedy hin?“

…dann möchten Sie zumindest wissen, ob er vom Archiv oder vom Abrissunternehmen kommt.

Für Ronald Tramp bleibt deshalb nur eine Schlussfolgerung:

Manche Präsidenten wollen ein Denkmal hinterlassen.

Andere wollen ihren Namen auf ein Denkmal schreiben.

Und wenn das nicht klappt, sollte man besser überprüfen, ob auf dem Parkplatz zufällig ein Bagger mit laufendem Motor steht.

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Tags: USA Donald Trump Washington Kulturpolitik Kennedy-Center John F. Kennedy Abriss
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