Tech-Chefs warnen vor außer Kontrolle geratener KI, Bernie Sanders und Steve Bannon entdecken Gemeinsamkeiten – und Donald Trump kontert mit MIT, Genetik und maximalem Selbstvertrauen. Ronald Tramp berichtet vom vielleicht absurdesten Sicherheitskonzept der Menschheitsgeschichte.
Von Reporter Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für künstliche Intelligenz, natürliche Selbstüberschätzung und Roboter, die bislang erfreulicherweise noch keinen Wahlkampfberater beschäftigen.
Meine Damen und Herren, Amerika hat ein Problem.
Vielleicht.
Eventuell.
Möglicherweise sogar ein menschheitsbeendendes Superproblem mit Rechenzentrum.
Experten diskutieren darüber, ob immer leistungsfähigere künstliche Intelligenz irgendwann außer Kontrolle geraten könnte. Tech-Chefs verlangen plötzlich mehr Vorsicht. Politiker fordern Regeln. Menschen sorgen sich um ihre Zukunft.
Und dann kommt Donald Trump.
Nicht mit einem Sicherheitskonzept.
Nicht mit einem Forschungsbericht.
Nicht mit einem Not-Aus-Schalter.
Sondern praktisch mit der ultimativen wissenschaftlichen Erkenntnis:
MEIN ONKEL WAR AM MIT.
Damit dürfte die Sache erledigt sein.
Ich, Ronald Tramp, habe sofort meinen Feuerlöscher weggeworfen. Mein Großonkel kannte schließlich jemanden, der einmal Elektriker war. Stromschläge sind damit offensichtlich kein Problem mehr.
Trump erläuterte bei einem Telefonat mit Nvidia-Chef Jensen Huang tatsächlich, sein Onkel sei jahrzehntelang Professor am MIT gewesen und daraus ergebe sich gewissermaßen genetische Stärke beim Thema. Zugleich erklärte er, Roboter würden nicht die Welt übernehmen.
Das ist Wissenschaft, Leute.
Mendel hätte geweint.
Darwin hätte seine Bücher zurückgegeben.
Und irgendwo hat vermutlich eine KI gerade berechnet:
„Menschen verteidigen ihre Zivilisation mit Familienanekdoten. Erfolgsaussichten hervorragend.“
Bernie und Bannon betreten dieselbe Bar
Währenddessen ereignete sich in Washington etwas, das bislang selbst die leistungsfähigste KI für statistisch unmöglich gehalten hätte:
Bernie Sanders und Steve Bannon waren sich bei etwas grundsätzlich einig.
Nicht beim Sozialstaat.
Nicht bei Migration.
Nicht bei Trump.
Sondern ausgerechnet bei künstlicher Intelligenz.
Wenn eine Technologie Bernie Sanders und Steve Bannon auf dieselbe Bühne bringt, sollten wir möglicherweise wenigstens prüfen, ob irgendwo Rauch aus dem Serverraum kommt.
Beim „Pro-Human Assembly“ verlangten beide stärkere Kontrolle über die Entwicklung der Technologie.
Das ist ungefähr so, als würden ein Veganer und ein Metzger gemeinsam erklären:
„Dieser Salat sieht verdächtig aus.“
Jaron Lanier wiederum warnt davor, KI-Systeme gedanklich zu eigenständigen Wesen hochzustilisieren. Im Silicon Valley habe sich rund um die Vorstellung autonomer Superintelligenz geradezu eine Glaubenswelt entwickelt.
Und da bekommt Ronald Tramp plötzlich Angst.
Nicht vor der KI.
Vor Silicon Valley mit Religion.
Denn Tech-Milliardäre mit Glaubenssystem sind ungefähr das, was entsteht, wenn man einen Propheten mit einem Aktienoptionsprogramm kombiniert.
Die KI-Unternehmen entdecken plötzlich die Bremse
Besonders spektakulär ist die Entwicklung bei den KI-Chefs selbst.
Jahrelang lautete das Motto sinngemäß:
GRÖSSER! SCHNELLER! MEHR GPUs!
Noch ein Rechenzentrum!
Noch ein Modell!
Noch zwölf Milliarden Parameter!
Wenn möglich, bitte eine Stromversorgung mit eigenem Kernreaktor!
Und plötzlich stehen führende Köpfe der Branche am Straßenrand und rufen:
„Vielleicht sollten wir etwas langsamer fahren!“
Anthropic-Chef Dario Amodei hat zuletzt ein langsameres Tempo und zusätzliche Sicherheitsmechanismen gefordert; Sam Altman und Elon Musk unterstützten den grundsätzlichen Ruf nach mehr Vorsicht.
Das ist ungefähr so beruhigend wie ein Pilot, der mitten über dem Atlantik aus dem Cockpit kommt und sagt:
„Kleine Frage: Weiß hier zufällig jemand, wie dieses Flugzeug funktioniert?“
Donald übernimmt die wissenschaftliche Abteilung
Trump sieht die Dinge entspannter.
KI sei größer als das Internet, erklärte er sinngemäß, und Sorgen vor einer Roboterübernahme seien überzogen.
Natürlich!
Warum sollte künstliche Intelligenz gefährlich sein?
Hat sie Golfplätze?
Nein.
Besitzt sie Mar-a-Lago?
Nein.
Kann sie „GENETIC STRENGTH“ sagen und dabei auf einen Verwandten am MIT verweisen?
Noch nicht.
Also klare Führung für die Menschheit.
Ich stelle mir das erste Gipfeltreffen zwischen Trump und einer Superintelligenz bereits vor.
SUPER-KI: „Ich habe sämtliche wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Menschheit analysiert.“
TRUMP: „Mein Onkel war am MIT.“
SUPER-KI: „Ich kontrolliere Milliarden Computer.“
TRUMP: „Sehr schöne Computer. Die besten.“
SUPER-KI: „Ich kann innerhalb von Sekunden jedes strategische Szenario simulieren.“
TRUMP: „Aber kennst du meinen Onkel?“
Die KI hält inne.
Serverlüfter werden langsamer.
Zum ersten Mal zweifelt die Superintelligenz an sich selbst.
Und der Kongress?
Während Experten über die Zukunft der Spezies diskutieren, beweist Washington selbstverständlich seine größte Stärke:
Zeitmanagement.
Denn nichts sagt „existenzielle Bedrohung für die Menschheit“ überzeugender als die Aussicht, dass der politische Betrieb erst einmal andere Dinge erledigen muss.
Vielleicht ist das letztlich Amerikas geheime KI-Sicherheitsstrategie.
Keine Behörde.
Kein Vertrag.
Kein Not-Aus.
Sondern ein Verfahren mit Ausschüssen, Anhörungen, Zuständigkeitsfragen und parlamentarischen Kalendern.
Bis Washington fertig beraten hat, ist selbst die Superintelligenz vermutlich veraltet.
Ronald Tramp bleibt deshalb vorsichtig optimistisch.
Falls die Maschinen wirklich eines Tages die Weltherrschaft übernehmen wollen, müssen sie vorher durch den amerikanischen Gesetzgebungsprozess.
Und dagegen, meine Damen und Herren, hat bislang noch keine Intelligenz gewonnen.
Nicht einmal eine künstliche.

