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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Ronald Tramp und das Orakel von Silicon Valley: Bald arbeitet nur noch der Toaster

Grafik: Ronald Tramp trifft Musks Zukunftsorakel

Ich traf Elon Musk auf seiner neuesten Zukunftsreise. Diesmal ging es nicht zum Mars, sondern direkt in eine Welt, in der Roboter arbeiten, Menschen Freizeitprofis werden und Geld angeblich nur noch nostalgischen Sammlern etwas bedeutet. Das klang so groß, dass selbst die Zukunft kurz den Taschenrechner hervorholte.

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Liebe Leser,

es gibt Menschen, die schauen in die Zukunft.

Dann gibt es Wahrsager.

Und dann gibt es Elon Musk.

Der Mann blickt nicht einfach zehn Jahre voraus. Er schaut bis hinter den Horizont, winkt der Zukunft zu und erklärt ihr anschließend, dass sie sich gefälligst an seinen Zeitplan halten soll.

Ich durfte seiner neuesten Prophezeiung lauschen und muss sagen:

Wenn nur die Hälfte davon eintritt, wird die andere Hälfte vermutlich bereits von einer künstlichen Intelligenz geschrieben worden sein.

Elon Musk erklärte nämlich mit der Gelassenheit eines Wettermoderators, der Sonnenschein bei einem Vulkanausbruch ankündigt:

"Was ich sage, wird eintreten."

Ein Satz von beeindruckender Größe.

Ich habe ähnliche Sätze zuletzt von meinem Nachbarn gehört, als er versprach, seine Garage "am Wochenende ganz sicher" aufzuräumen.

Die Garage sieht heute noch genauso aus.

Aber Musk denkt bekanntlich größer.

Sehr viel größer.

Innerhalb von fünf Jahren soll künstliche Intelligenz schlauer sein als sämtliche Menschen zusammen.

Nicht einzelne Menschen.

Alle.

Gemeinsam.

Zeitgleich.

Ich musste kurz nachrechnen.

Das bedeutet, künftig wird ein Taschenrechner vermutlich intelligenter sein als sämtliche Familienfeiern inklusive Onkel Herbert, der grundsätzlich alles besser weiß.

Und damit nicht genug.

Nur weitere fünf Jahre später sollen Roboter praktisch sämtliche Arbeiten übernehmen.

Bürojobs?

Roboter.

Handwerk?

Roboter.

Chirurgen?

Roboter.

Politik?

Moment...

Da besteht möglicherweise ohnehin schon seit Jahren ein Automatisierungsprojekt.

Musk spricht von einer Ära "unglaublicher Fülle".

Ein wunderschöner Begriff.

Ich stellte mir sofort Supermärkte vor, in denen Kühlschränke einkaufen gehen, während Menschen auf Designer-Liegestühlen sitzen und sich darüber beschweren, dass ihr persönlicher Haushaltsroboter den Cappuccino nur mit 87 statt 88 Grad serviert.

Arbeit soll freiwillig werden.

Das klingt fantastisch.

Zumindest bis der erste Montagmorgen kommt und niemand mehr weiß, worüber man sich eigentlich beklagen soll.

Keine Kollegen.

Keine Meetings.

Keine Excel-Tabellen.

Keine Videokonferenzen, in denen jemand zehn Minuten lang erklärt, dass er leider stummgeschaltet war.

Das wäre tatsächlich eine Revolution.

Natürlich stellte sich sofort die entscheidende Frage:

Wer bezahlt das alles?

Auch darauf hatte Musk eine Antwort.

Ein universelles hohes Einkommen.

Jeder bekommt Geld.

Sehr viel Geld.

Und er selbst wäre sogar bereit, Billionen an Steuern zu zahlen.

Eine bemerkenswerte Aussage.

Allerdings fügte er gleichzeitig hinzu, dass Geld ohnehin bald bedeutungslos werde.

Das ist ungefähr so, als würde jemand ankündigen:

"Ich verschenke morgen hundert Villen."

Und im nächsten Satz erklären:

"Häuser existieren dann sowieso nicht mehr."

Ich bewundere diesen Optimismus.

Während normale Menschen darüber nachdenken, wie sie die nächste Stromrechnung bezahlen, diskutiert Musk bereits über eine Welt, in der Geld ungefähr denselben praktischen Nutzen besitzt wie eine Diskette oder ein Faxgerät.

Besonders spannend wurde es beim Thema künstliche Intelligenz.

Musk schlägt vor, dass sich sämtliche KI-Unternehmen gegenseitig kontrollieren sollen.

Konkurrenten sollen also prüfen, ob die Konkurrenz ehrlich arbeitet.

Das erinnert mich an eine Diät, bei der die Schokoladenfabrik die Kalorien zählt.

Zur Sicherheit soll sogar China eingebunden werden.

Alle sollen gemeinsam darauf achten, dass keine gefährliche KI entsteht.

Das klingt ungefähr so harmonisch wie ein Gipfeltreffen zwischen Katzen und Staubsaugern.

Noch überraschender war allerdings Musks Friedensangebot an Sam Altman.

Jahrelang flogen zwischen beiden digitale Raketen.

Gerichtsverfahren.

Vorwürfe.

Öffentliche Spitzen.

Jetzt heißt es plötzlich:

"Zum Wohle der Welt."

Ich bin begeistert.

Vielleicht erleben wir demnächst auch Haie, die gemeinsam Delfine retten.

Oder Autofahrer, die freiwillig den Blinker benutzen.

Offenbar geschehen tatsächlich noch Wunder.

Natürlich durfte auch der Mars nicht fehlen.

Der Mars gehört bei Musk inzwischen ungefähr so selbstverständlich zum Gespräch wie bei anderen Menschen das Wetter.

Andere fragen:

"Wie wird der Sommer?"

Musk fragt:

"Wie viele Millionen Menschen ziehen zuerst auf den roten Planeten?"

Sein Ziel bleibt unverändert.

Die Menschheit soll multiplanetar werden.

Ich hoffe nur, dass die erste Mars-Kolonie bessere Parkmöglichkeiten bekommt als jede deutsche Innenstadt.

Und natürlich stabiles WLAN.

Sonst kehrt die erste Siedlergruppe spätestens nach zwei Tagen freiwillig zur Erde zurück.

Besonders köstlich wurde das Interview allerdings, als Musk über seine Zeit an der Seite von Donald Trump sprach.

Er räumte ein, sich "mitreißen" gelassen zu haben.

Mitreißen.

Was für ein herrlich harmloses Wort.

Andere lassen sich beim Schlussverkauf mitreißen.

Oder beim Karaoke-Abend.

Musk ließ sich gleich in ein Regierungsamt mit eigenem Ministerium tragen.

Das eigens geschaffene Department of Government Efficiency – kurz DOGE – sollte den Staat effizienter machen.

Ich finde den Namen großartig.

Schon weil jeder dachte, es handle sich um einen Internetwitz.

Wenige Monate später war das Kapitel beendet.

Aus der großen politischen Bromance wurde eine öffentliche Schlammschlacht.

Was bleibt?

Ein paar Interviews.

Ein paar Schlagzeilen.

Und die Erkenntnis, dass selbst Milliardäre irgendwann feststellen können, dass Politik komplizierter ist als Raketenstarts.

Ich verließ das Interview mit gemischten Gefühlen.

Vielleicht hat Musk recht.

Vielleicht erledigen in zehn Jahren Roboter sämtliche Arbeit.

Vielleicht bezahlen wir alle mit bedeutungslosem Geld.

Vielleicht wohnen wir auf dem Mars.

Vielleicht kontrollieren sich KI-Konzerne gegenseitig liebevoll wie eine Selbsthilfegruppe.

Vielleicht.

Bis dahin werde ich jedoch vorsichtshalber weiter selbst meine Artikel schreiben.

Man weiß ja nie.

Nicht weil ich der künstlichen Intelligenz misstraue.

Sondern weil ich befürchte, dass sie irgendwann ebenfalls behauptet:

"Was ich sage, wird eintreten."

Und dann bewirbt sich mein Laptop plötzlich als Bundeskanzler.

Nach den Entwicklungen der letzten Jahre würde mich ehrlich gesagt nicht einmal das noch überraschen.

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Tags: Donald Trump KI Elon Musk Zukunft Roboter Mars
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