Donald Trump will bis 2030 mindestens 1000 Raketenstarts und Rückflüge pro Jahr ermöglichen. Ronald Tramp blickt voraus auf Raketenparkplätze, Berufsverkehr zum Mond, Elon Musks Mars-Sehnsucht und einen Himmel, in dem Sterne bald zwischen Satelliten gesucht werden müssen.
Meine Damen und Herren, hier spricht Ronald Tramp – Ihr interplanetarer Chefkorrespondent für Raketen, Raumfahrt und Regierungsziele, bei denen selbst die Zukunft irgendwann fragt: „Entschuldigung, muss das alles gleichzeitig passieren?“
Wir müssen über Amerika reden.
Über das Weltall.
Über Donald Trump.
Und über die bislang vollkommen unterschätzte Tatsache, dass der Himmel über den Vereinigten Staaten offenbar viel zu leer ist.
Im Jahr 2025 starteten rund 180 Raketen aus den USA. Für normale Länder wäre das eine beachtliche Zahl. Manche Staaten schaffen nicht einmal 180 pünktliche Regionalzüge.
Aber 180?
Donald Trump schaut auf 180 Raketenstarts und denkt offenbar:
„Was ist das? Raumfahrt für Ameisen?“
Denn bis 2030 sollen die Vereinigten Staaten jährlich mindestens 1000 Starts und Rückflüge ermöglichen.
Tausend!
Das sind durchschnittlich fast drei pro Tag.
Montagmorgen: Rakete.
Montagmittag: Rakete.
Montagabend: Rakete.
Dienstag: wegen schlechten Wetters nur zwei Raketen – nationale Krise.
Meine Freunde, wir reden nicht mehr über Raumfahrt. Wir reden über einen interplanetaren Busbahnhof.
Willkommen am Cape Canaveral Hauptbahnhof
Ich sehe das Jahr 2030 bereits vor mir.
„Meine Damen und Herren, Falcon 947 nach Erdorbit verspätet sich wegen eines vorausfliegenden Starships um zwölf Minuten. Reisende zum Mond nutzen bitte Startrampe 14. Der Mars-Shuttle-Service verkehrt heute ersatzweise ab Rampe 22.“
Fantastisch!
Der Himmel wird so voll, dass die amerikanische Luftfahrtbehörde irgendwann Ampeln in 80 Kilometern Höhe installieren muss.
ROT: SpaceX.
GELB: NASA.
GRÜN: Amazon-Paket für Mondbasis Süd.
Und irgendwo hängt ein Schild:
BITTE NICHT IM ORBIT PARKEN.
Trump hat dafür eine Anordnung unterzeichnet. Die staatlichen Behörden sollen prüfen, welche Grundstücke im Staatsbesitz für neue Start- und Landeplätze geeignet sind.
Das gefällt mir besonders.
Amerika sucht jetzt offiziell Grundstücke für Raketen.
Früher fragte der Makler:
„Wie viele Schlafzimmer benötigen Sie?“
Heute:
„Benötigen Sie Meerblick?“
„Nein.“
„Garage?“
„Nein.“
„Garten?“
„Nein.“
„Was suchen Sie?“
„Sechs Quadratkilometer Beton und ausreichend Abstand zu Dingen, die brennen können.“
„Ah! Junge Familie?“
„SpaceX.“
90 Tage für einen neuen Raketenparkplatz
Innerhalb von 90 Tagen soll außerdem ein neuer staatlicher Landeplatz für Raumfahrzeuge benannt werden.
90 Tage!
Deutschland braucht teilweise länger, um an einer Kreuzung festzustellen, dass ein Verkehrsschild schief steht.
Amerika sagt:
„Wir brauchen einen Ort, an dem Raumschiffe vom Himmel fallen können. Drei Monate sollten reichen.“
Man kann sich die Sitzung vorstellen.
„Nevada?“
„Zu trocken.“
„Florida?“
„Schon Raketen.“
„Texas?“
„Elon ist bereits da.“
„Wyoming?“
„Was ist dort?“
„Nichts.“
„PERFEKT!“
Und damit wäre die Standortanalyse beendet.
Staat raus, Milliardäre rein!
Besonders wichtig ist Trumps Anordnung, dass staatliche Stellen möglichst nicht mit kommerziellen Anbietern konkurrieren sollen – außer die nationale Sicherheit erfordert es.
Das ist wunderschön amerikanisch.
Der Staat baut also die Voraussetzungen, stellt Flächen bereit, beschleunigt Genehmigungen, organisiert Funkfrequenzen und sagt anschließend:
„So, Jungs. Jetzt Kapitalismus!“
Michael Kratsios, Direktor des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weißen Hauses, sieht darin den Weg, Amerika als führende Nation der nächsten Raumfahrtära zu positionieren.
Natürlich.
Amerika First war gestern.
Jetzt kommt:
AMERICA ABOVE EVERYTHING.
Nicht metaphorisch.
Physikalisch.
Andere Länder bauen Hochgeschwindigkeitszüge.
Amerika baut einen Berufsverkehr zum Mond.
2028 Amerikaner auf dem Mond
Bis 2028 sollen US-Bürger wieder auf den Mond.
Das sind keine Touristen, meine Freunde.
Noch nicht.
Aber warten Sie ab.
Sobald der erste private Mondflug funktioniert, kommt irgendein Immobilienentwickler und verkauft:
LUNAR RESIDENCES – PHASE ONE
„Atemberaubender Erdblick!“
„Keine Grundsteuer!“
„Keine Nachbarn!“
„Leichte Probleme mit Sauerstoff!“
Bis 2030 sollen sogar erste Elemente einer Mondbasis entstehen.
Ich kenne Amerika.
Das erste Element wird vermutlich keine Forschungsstation.
Es wird ein Parkplatz.
Das zweite ein Starbucks.
Das dritte ein gigantischer Fahnenmast.
Und dann eröffnet jemand ein Casino namens „Lunar Trump Plaza“, bevor überhaupt geklärt wurde, wo das Wasser herkommt.
Und danach: Mars!
Die NASA soll kommerzielle Transporte zum Mond erleichtern, unbemannte Missionen zum Mars unterstützen und Wege für bemannte Marsflüge untersuchen.
Mars!
Natürlich Mars.
Donald Trump hat zu Beginn seiner zweiten Amtszeit wiederholt darüber gesprochen.
Und Elon Musk träumt bekanntlich seit Jahren davon.
Musk und Mars – das ist inzwischen weniger Geschäftsstrategie als Fernbeziehung.
Der Mann schaut nachts vermutlich nach oben und flüstert:
„Bald.“
Und der Mars denkt:
„Bitte nicht.“
Doch der US-Kongress möchte gleichzeitig das milliardenschwere Artemis-Mondprogramm vorantreiben.
Damit haben wir eine klassische amerikanische Familienplanung:
Trump: „Mars!“
Musk: „MARS!“
NASA: „Vielleicht zuerst Mond?“
Kongress: „Wir haben bereits für den Mond bezahlt!“
Steuerzahler: „Wie teuer wird das?“
Alle anderen:
„RAKETE STARTEN!“
SpaceX besitzt praktisch schon den Himmel
Besonders beeindruckend ist die Dominanz von SpaceX.
Von 178 amerikanischen Starts im vergangenen Jahr entfielen laut den genannten Zahlen 170 auf Musks Unternehmen.
170 von 178!
Das ist keine Marktführerschaft mehr.
Das ist beinahe ein Tippfehler mit Konkurrenz.
Die übrigen Raketenanbieter treffen sich wahrscheinlich einmal jährlich in einer Selbsthilfegruppe.
„Hallo, ich bin Jeff.“
„Hallo Jeff.“
„Wir hatten drei Starts.“
Applaus.
SpaceX brachte dabei rund 2500 Satelliten ins All.
2500!
Früher blickte man nachts zum Himmel und sagte:
„Schau, ein Stern!“
Bald sagt man:
„Schau, Starlink Nummer 847392!“
„Wie romantisch.“
10.000 Starts? Warum nicht gleich morgens und abends?
Und jetzt wird es vollkommen großartig.
SpaceX soll laut FAA innerhalb von fünf Jahren sogar 10.000 jährliche Starts anstreben.
Zehntausend!
Das wären durchschnittlich mehr als 27 Starts täglich.
Meine Damen und Herren, bei 27 Raketenstarts pro Tag ist Cape Canaveral kein Weltraumbahnhof mehr.
Es ist Frankfurt Airport mit Feuer.
Die Bewohner Floridas werden morgens nicht mehr vom Wecker geweckt.
WOOOOOOOOSCH!
„Schatz, wie spät ist es?“
„Keine Ahnung.“
WOOOOOOOOSCH!
„Das war die 6:45-Uhr-Rakete.“
Und Versicherungen werden neue Tarife anbieten:
Hausrat.
Haftpflicht.
Raketenstufe durchs Carport.
Eine Million Satelliten für KI
Aber jetzt kommen wir zum Punkt, an dem sogar Science-Fiction-Autoren sagen:
„Vielleicht etwas weniger.“
SpaceX kündigte an, ein Netzwerk aus einer Million Satelliten aufbauen zu wollen, das Sonnenenergie für KI-Rechenzentren auf der Erde nutzbar machen soll.
Eine Million.
Satelliten.
Für KI.
Wir bauen also künstliche Intelligenz, die gigantische Mengen Energie benötigt, und die Lösung lautet offenbar:
„Dann pflastern wir den Himmel mit Computerkram.“
Genial!
Irgendwann fragt ChatGPT:
„Kann ich noch etwas für dich tun?“
Und wir antworten:
„Ja. Könntest du bitte kurz die Sonne freimachen?“
Astronomen werden künftig keine Sterne mehr katalogisieren.
Sie führen Inventur.
„Satellit.“
„Satellit.“
„Satellit.“
„Satellit.“
„Oh! Stern!“
„Wo?“
„Weg. Satellit davor.“
Ronald Tramps große Weltraumprognose
Und deshalb sage ich Ihnen:
2030 wird großartig.
Vielleicht sogar galaktisch.
Amerika bekommt 1000 Raketenstarts.
Vielleicht 10.000.
Mondbasen.
Marsmissionen.
Millionen Satelliten.
Private Raumfahrt.
Staatliche Raketenparkplätze.
Beschleunigte Genehmigungen.
Neue Funkfrequenzen.
Und vermutlich irgendwann die erste orbital betriebene Drive-through-Filiale.
Donald Trump hat damit eine völlig neue Definition von Infrastruktur geschaffen.
Andere Präsidenten bauten Straßen.
Trump baut offenbar Abfahrten von der Erde.
Vielleicht ist das sogar konsequent.
Wenn die Probleme auf einem Planeten zu kompliziert werden, erweitert man einfach das Zuständigkeitsgebiet.
Und falls eines Tages tatsächlich Amerikaner auf dem Mars landen, wird der erste Satz wahrscheinlich nicht lauten:
„Ein kleiner Schritt für einen Menschen.“
Nein.
Es wird heißen:
„Sehr schöner Planet. Enormes Potenzial. Aber wirklich schlechte Infrastruktur. Wir werden das ändern.“
Und irgendwo hinter der Marsfähre steht bereits Elon Musk mit einem Bauplan für 800.000 Satelliten und fragt:
„Hat hier jemand eine Steckdose?“
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich sage Ihnen:
Früher war der Himmel die Grenze.
Heute ist er offenbar nur noch eine Genehmigungszone.
Make Space Crowded Again!

