Trump setzt bei KI auf freiwillige Selbstkontrolle und nennt das Ganze moralisch bindend. Ronald Tramp entdeckt die wohl bequemste Regulierung der Welt.
Meine Damen und Herren, Ronald Tramp meldet sich aus Washington, wo gerade eine der kühnsten Ideen der Menschheitsgeschichte vorgestellt wurde:
Unternehmen sollen sich selbst kontrollieren.
Ja.
Ganz allein.
Ohne lästige Gesetze.
Ohne nervige Vorschriften.
Ohne diese furchtbaren Menschen, die ständig fragen:
„Und was passiert, wenn etwas schiefgeht?“
Das ist vorbei.
Jetzt gilt:
Vertrau mir, Bro.
Donald Trump hat sich mit den ganz großen Tech-Leuten zusammengesetzt, den Königen der Serverhallen, den Fürsten der GPUs, den Menschen, deren Rechenzentren inzwischen vermutlich mehr Strom verbrauchen als manche Kleinstadt mit ambitionierter Weihnachtsbeleuchtung.
Und gemeinsam erklärten sie:
Wir machen KI sicher.
Selbstverständlich selbst.
Sehr sicher.
Fantastisch sicher.
Die sicherste KI, die jemals jemand gesehen hat.
DIE MORALISCH BINDENDE REVOLUTION
Trump bezeichnete das Abkommen als „moralisch bindend“.
Meine Damen und Herren, ich liebe diesen Begriff.
Moralisch bindend.
Das klingt ungefähr wie:
„Ich verspreche feierlich, den Kühlschrank nicht mehr nachts zu plündern.“
Keine Strafe.
Keine Kontrolle.
Aber ein sehr ernstes Gesicht.
Ronald Tramp hat sofort verstanden:
Das ist Regulierung mit Ehrenwort.
Man könnte künftig auch Banken sagen:
„Bitte betrügt niemanden.“
Ölkonzernen:
„Bitte verschmutzt nichts.“
Und Fluggesellschaften:
„Bitte verliert keine Koffer.“
Problem gelöst.
Washington kann schließen.
SILICON VALLEY KONTROLLIERT SILICON VALLEY
Die Unternehmen sollen robuste interne Kontrollen einführen, externe Prüfer beteiligen und ihre Systeme überwachen.
Sehr gut.
Die KI-Firma prüft also zunächst sich selbst.
Dann kommt ein externer Prüfer.
Der vermutlich von irgendjemandem bezahlt werden muss.
Vielleicht von der KI-Firma.
Wunderschön.
Das ist ungefähr so, als würde Ronald Tramp beim TÜV erscheinen und sagen:
„Ich habe mein Auto bereits selbst geprüft.“
Der Prüfer:
„Und?“
„Fantastisch.“
„Bremsen?“
„Die besten Bremsen.“
„Reifen?“
„Unglaubliche Reifen.“
„Abgaswerte?“
„Fake News.“
Plakette drauf.
Nächster.
AUS KI WIRD SUPERINTELLIGENZ
Besonders großartig ist die sprachliche Aufrüstung.
Künstliche Intelligenz?
Zu klein.
Zu technisch.
Zu wenig Gold.
Trump will stärker den Begriff Super Intelligence verwenden.
Ronald Tramp begrüßt das ausdrücklich.
Denn Probleme lassen sich bekanntlich am besten dadurch lösen, dass man ihnen einen größeren Namen gibt.
Aus Hochwasser wird:
SUPER WATER.
Aus Inflation:
PREMIUM PRICES.
Aus Stromausfall:
ENERGY FREEDOM EVENT.
Und aus einem Chatbot, der Ihnen empfiehlt, Klebstoff auf Pizza zu schmieren, wird:
SUPERINTELLIGENCE.
Fühlt sich sofort besser an.
DAS GROSSE TECH-EHRENWORT
Ich stelle mir die Unterzeichnung so vor:
Trump sitzt am Tisch.
Neben ihm CEOs.
Sehr viele CEOs.
Sehr teure Anzüge.
Sehr ernste Gesichter.
Trump:
„Versprecht ihr, eure KI ordentlich zu kontrollieren?“
Tech-Chefs:
„Ja.“
„Wirklich?“
„Ja.“
„Auch wenn niemand hinsieht?“
Kurze Pause.
„Natürlich.“
Trump schaut zufrieden in die Kamera.
„Deal.“
Und irgendwo schlägt ein Jurist langsam den Kopf auf den Schreibtisch.
MARKETING ODER MAGISCHE REGULIERUNG?
Kritiker freiwilliger Selbstkontrolle wenden ein, dass Unternehmen in einem harten Wettbewerbsrennen starke Anreize haben können, Sicherheitsprüfungen nicht weiter zu treiben als ihre Konkurrenten. Genau deshalb wird derzeit darüber gestritten, ob freiwillige Standards ausreichen oder verbindliche Regeln nötig sind.
Ronald Tramp möchte dazu eine neutrale wissenschaftliche Analogie anbieten:
Stellen Sie fünf Kinder in einen Raum.
Stellen Sie einen gigantischen Schokoladenkuchen hinein.
Sagen Sie:
„Bitte kontrolliert euch selbst.“
Gehen Sie.
Kommen Sie eine Stunde später zurück.
Der Kuchen ist verschwunden.
Vier Kinder zeigen auf das fünfte.
Das fünfte besitzt inzwischen ein Start-up.
DIE NEUE KI-AUFSICHT
Ich fordere deshalb eine vollkommen unabhängige Kontrollbehörde.
Name:
Federal Department of Please Behave.
Aufgaben:
Jeden Morgen wird allen KI-Unternehmen eine E-Mail geschickt:
„Alles okay bei euch?“
Antwort:
„Ja.“
Fall geschlossen.
Einmal im Jahr findet die große Sicherheitsprüfung statt.
Beamter:
„Hat Ihre Superintelligenz versucht, die Weltherrschaft zu übernehmen?“
CEO:
„Nein.“
„Sehr gut.“
Stempel.
„Bis nächstes Jahr.“
Effizienz!
SUPERINTELLIGENZ TRIFFT MENSCHLICHE REALITÄT
Das Schönste daran ist der Gegensatz.
Auf der einen Seite entwickelt Amerika Maschinen, die wissenschaftliche Probleme lösen, programmieren, Bilder erzeugen und gewaltige Datenmengen analysieren können.
Auf der anderen Seite lautet das politische Sicherheitskonzept:
„Die Firmen werden schon aufpassen.“
Das ist keine Regulierung.
Das ist eine Elternnotiz.
„Liebe künstliche Intelligenz,
wir sind heute Abend nicht zu Hause.
Bitte keine Partys.
Keine Weltherrschaft.
Und um Mitternacht ausschalten.
Liebe Grüße,
Washington.“
RONALD TRAMPS FAZIT
Vielleicht funktioniert freiwillige Selbstkontrolle hervorragend.
Vielleicht setzen Unternehmen tatsächlich hohe Standards.
Vielleicht reichen unabhängige Prüfungen und interne Kontrollen aus.
Oder vielleicht entdecken wir irgendwann, dass eine Industrie, die Billionen verdienen kann, gelegentlich einen kleinen zusätzlichen Motivationsschub durch verbindliche Regeln gebrauchen könnte.
Aber eines ist sicher:
Der Name ist bereits perfekt.
Superintelligenz.
Denn wenn eines Tages etwas schiefgeht, können wir wenigstens sagen:
Es war nicht irgendeine Maschine.
Es war eine SUPER-Maschine.
Ronald Tramp bleibt für Sie in Washington.
Und falls Sie mich suchen:
Ich kontrolliere mich gerade selbst.
Bislang läuft es hervorragend.
Ich habe mich geprüft.
Keine Beanstandungen.

