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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Das Weiße Haus eröffnet die Pressefreiheit mit Türsteher

Grafik: Pressefreiheit nur mit Gästeliste

Gericht sagt: CNN darf wieder rein. Weißes Haus sagt: Schön – aber mitfliegen muss ja niemand. Ronald Tramp berichtet aus der neuen Ära der Pressefreiheit mit Gästeliste, Türsteher und Premiumzugang.

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Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für Pressefreiheit, Türsteherdemokratie und Nachrichten, die dem Präsidenten persönlich gefallen

Washington, D.C. – Meine Damen, meine Herren und sämtliche Journalisten, die noch über eine funktionierende Zugangskarte verfügen: Willkommen im Weißen Haus der Pressefreiheit Deluxe Edition!

Hier gilt selbstverständlich absolute Pressefreiheit.

Jeder darf berichten.

Jeder darf Fragen stellen.

Jeder darf das Weiße Haus betreten.

Solange die Antworten anschließend gefallen.

Das ist Freiheit! Vielleicht sogar die freieste Freiheit, die jemals irgendwo freigelassen wurde.

CNN, MS NOW und Politico hatten nämlich vorübergehend festgestellt, dass ihre Presseausweise ungefähr dieselbe diplomatische Wirkung besaßen wie ein abgelaufener Rabattcoupon für einen Baumarkt in Nebraska. Präsident Donald Trump hatte die drei Medien aus dem Weißen Haus verbannt. Die betroffenen Medien zogen vor Gericht – und Bundesrichter Timothy Kelly ordnete ihre vorläufige Wiederzulassung an. Er sah unter anderem erhebliche Probleme beim verfassungsrechtlich erforderlichen Verfahren. 

Damit war die Sache erledigt.

HAHAHAHA.

Natürlich nicht.

Wir sprechen schließlich über Washington.

CNN durfte wieder hinein, und praktisch noch bevor jemand die Fußmatte mit „WELCOME BACK“ ausrollen konnte, stellte sich heraus:

Rein vielleicht. Mitfliegen eher nicht.

Für die Tennessee-Reise des Präsidenten wäre CNN turnusmäßig im Fernsehpool gewesen. Im Reiseplan tauchte stattdessen LindellTV auf, das vom Trump-Unterstützer Mike Lindell betrieben wird. 

Das ist ungefähr so, als würde ein Fußballverein sagen:

„Natürlich darf der Schiedsrichter wieder aufs Spielfeld.“

Und fünf Minuten später:

„Aber die Pfeife bekommt heute mein Cousin.“

Großartig!

Ich stelle mir die Sitzung im Weißen Haus ungefähr so vor:

„Sir, ein Gericht hat entschieden, CNN muss wieder zugelassen werden.“

„Okay.“

„Was machen wir?“

„Wir lassen sie wieder rein.“

„Sehr gut.“

„Aber nirgendwohin.“

„Genial, Sir.“

„Unglaublich genial.“

„Historisch.“

Und irgendwo beginnt bereits jemand, eine Pressemitteilung mit zwölf Superlativen zu schreiben.

Besonders schön ist das neue amerikanische Verständnis vom Pressepool.

Früher war das eine kleine wechselnde Gruppe von Journalisten, die den Präsidenten wegen begrenzter Plätze begleitet und anschließend Material für andere Medien bereitstellt. 

Heute wirkt es zunehmend wie eine Castingshow:

AMERICA’S NEXT TOP REPORTER

Moderator:

„CNN, deine Recherche war solide, deine Kameraarbeit überzeugend – aber deine Berichterstattung war leider nicht positiv genug.“

BUZZER!

„Politico, du hast Fragen gestellt.“

BUZZER!

„MS NOW, du hast ebenfalls Fragen gestellt.“

DOPPEL-BUZZER!

Und dann öffnet sich unter goldenem Konfetti die Tür:

„LindellTV! Komm herein!“

Applaus.

Fanfaren.

Vielleicht ein Kissen.

Trump selbst legte auf Truth Social nach und fragte sinngemäß, warum Produzenten von „Fake News“ Zugang zum Weißen Haus erhalten sollten. Zugleich beklagte er, seine Berichterstattung sei nahezu vollständig negativ. 

Das eröffnet revolutionäre Möglichkeiten.

Denn wenn negative Berichterstattung künftig ein Ausschlussgrund ist, brauchen wir gar keine Journalisten mehr.

Wir brauchen Bewertungsbögen.

Vor Betreten des Weißen Hauses:

Wie fanden Sie den Präsidenten heute?

☐ Fantastisch

☐ Historisch

☐ Noch fantastischer

☐ So brillant, dass mir die Worte fehlen

Antwort E: „Ich hätte eine Frage“ führt automatisch zum Parkplatz.

Ich, Ronald Tramp, halte dieses System für organisatorisch faszinierend.

Pressekonferenzen könnten erheblich effizienter werden.

Journalist:

„Mr. President, wie bewerten Sie—“

Türsteher:

„Falscher Ton.“

KLACK.

Nächster Journalist:

„Mr. President, war dies möglicherweise der großartigste Dienstag seit Erfindung des Dienstags?“

„EXCELLENT QUESTION!“

Damit wäre gleichzeitig das Problem kritischer Nachfragen gelöst.

Vielleicht wird demnächst auch die Sitzordnung modernisiert.

Vorne:

Extrem freundliche Presse.

Dahinter:

Sehr freundliche Presse.

Hinten:

Neutral wirkende Presse unter Beobachtung.

Und draußen auf dem Gehweg:

Journalismus.

Besonders pikant war, dass mehrere große Fernsehsender zuvor aus Solidarität ihre gemeinsame Pool-Berichterstattung zeitweise eingestellt hatten. Der Streit betrifft deshalb nicht nur einzelne Medien, sondern auch die Frage, nach welchen Regeln eine Regierung Zugang zur unmittelbaren Präsidentenberichterstattung vergeben darf. 

Aber keine Sorge.

Ich habe bereits das zukünftige Pressekonzept entworfen.

Es heißt:

Free Press Plus™

Basispaket:

Sie dürfen über das Weiße Haus berichten.

Premium:

Sie dürfen das Weiße Haus sehen.

Gold:

Sie dürfen hinein.

Platinum Presidential:

Sie dürfen sogar eine Frage stellen.

Und für nur einen kleinen Aufpreis erhalten Sie:

„Antwort garantiert positiv!“

So funktioniert moderne Demokratie.

Nicht Pressefreiheit abschaffen.

Viel eleganter:

Pressefreiheit mit Hausordnung.

Ronald Tramp meldet sich deshalb heute direkt vor dem Weißen Haus.

Nicht weil ich ausgesperrt wurde.

Nein!

Ich genieße lediglich die neue journalistische Arbeitszone:

öffentlicher Gehweg, linke Seite, hinter dem Absperrgitter.

Und falls morgen jemand fragt, ob die Presse in Washington noch frei ist, lautet die Antwort selbstverständlich:

Natürlich.

Sie kann jederzeit gehen.

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Tags: Donald Trump Weißes Haus CNN Pressefreiheit Politico MS NOW LindellTV
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