RT
Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Trump sperrt die Presse aus – das Gericht lässt die Realität wieder rein

Grafik: Trump gegen die Presse: Zutritt nur mit Begeisterung

Trump will kritische Medien draußen halten, ein Richter verlängert ihren Schutz. Ronald Tramp besucht ein erfundenes Weißes Haus, in dem Presseausweise durch Begeisterungsnachweise ersetzt werden.

Dixxu - Banner 003Partnerlink

Von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, dessen Fragen so hervorragend sind, dass Präsidenten vorsorglich den Hinterausgang suchen.

Leute, wir müssen über eine große Ungerechtigkeit sprechen. Eine gewaltige Ungerechtigkeit. Donald Trump möchte im Weißen Haus endlich ungestört regieren – und dann kommen Journalisten herein und wollen wissen, was er tut. Unfassbar. Man lädt doch auch keinen Restaurantkritiker ein, wenn man gerade die Speisekarte für das Abendessen hält.

CNN, Politico und MS NOW sollten wegen ihrer aus Trumps Sicht falschen und einseitigen Berichterstattung draußen bleiben. Doch Bundesrichter Timothy Kelly hat den vorläufigen gerichtlichen Schutz erneut verlängert. Die Medien können damit nicht einfach wieder vollständig vom Gelände ausgeschlossen werden. Eine endgültige Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit des Banns steht weiterhin aus.

Für mich, Ronald Tramp, ist die Sache trotzdem schon jetzt spektakulär: Der Präsident kontrolliert das Weiße Haus, aber offenbar noch nicht sämtliche Türgriffe der Verfassung.

In meiner satirischen Rekonstruktion steht Trump deshalb am Eingang und präsentiert ein neues Akkreditierungssystem. Statt eines Presseausweises braucht man künftig einen Begeisterungsnachweis.

Ein Reporter tritt vor.

„Was möchten Sie fragen?“, erkundigt sich der Türsteher.

„Warum hat der Präsident …“

Die Schranke fällt herunter.

Ein anderer versucht es.

„Wie gelingt es dem Präsidenten, gleichzeitig so großartig und so unterschätzt zu sein?“

Die Schranke öffnet sich. Ein roter Teppich rollt aus. Irgendwo beginnt ein Orchester, obwohl niemand eines bestellt hat.

Fantastische Pressearbeit. Sehr effizient. Die Fragen enthalten bereits die Antworten, und die Antworten bestehen hauptsächlich aus Applaus.

Die neue Pressekonferenz beginnt mit einem organisatorischen Hinweis: Kritische Nachfragen sind weiterhin ausdrücklich erlaubt. Allerdings müssen sie vorher in freundliche Feststellungen umgewandelt werden.

Aus „Welche Belege haben Sie?“ wird: „Wie halten Sie es aus, ständig recht zu haben?“

Aus „Warum widerspricht das Ihrer früheren Aussage?“ wird: „Wie schaffen Sie es, in so viele Richtungen gleichzeitig konsequent zu sein?“

Und aus „Wer trägt die Verantwortung?“ wird: „Wem möchten Sie für diesen weiteren Triumph danken?“

Ich sage euch: So spart man Zeit. Besonders die Zeit, in der jemand ins Schwitzen gerät.

Doch dann erscheint Richter Kelly mit einer äußerst störenden Tradition: Regeln. Klare Regeln, vorherige Warnung und ein angemessenes Verfahren beim Entzug von Presseausweisen. Diese Vorstellung hat etwas Radikales. Der Präsident soll offenbar nicht morgens aufwachen und beschließen dürfen, dass ein Fernsehsender heute persönlich unpassend aussieht.

In der erfundenen Kommunikationszentrale herrscht Entsetzen.

„Ein Verfahren?“, fragt ein Berater. „Wir haben doch schon ein Gefühl!“

„Und der Präsident hat es sehr deutlich geäußert“, ergänzt ein anderer. „Teilweise in Großbuchstaben.“

Leider zählt Lautstärke vor Gericht nicht automatisch als Rechtsgrundlage. Eine Lücke, die aus Sicht mancher Machtmenschen dringend geschlossen werden müsste.

Die Regierung möchte ihren größeren Spielraum bei besonders beschränkten Bereichen auch auf den Zugang zum Weißen Haus insgesamt übertragen. In meiner satirischen Übersetzung klingt das so: Wer bestimmen kann, wer in seinem Arbeitszimmer sitzt, sollte selbstverständlich auch bestimmen können, wer im ganzen Gebäude noch unbequeme Dinge bemerkt.

Ich empfehle, diesen Gedanken konsequent weiterzuführen. Erst das Oval Office, dann das Gelände, anschließend die Hauptstadt. Irgendwann darf eine kritische Frage nur noch auf einem Parkplatz gestellt werden, den der Präsident gerade nicht als Sicherheitsbereich empfindet.

Der Parkplatz liegt vorsichtshalber in Kanada.

Die ausgesperrten Medien haben allerdings geklagt. Sehr unsportlich. Statt sich still darüber zu freuen, dass sie keine Pressekonferenzen mehr besuchen müssen, verlangen sie Zugang und berufen sich auf Pressefreiheit.

Dabei hatte die Regierung in meiner Fantasie bereits ein Ersatzangebot vorbereitet: Jeder ausgeschlossene Reporter erhält täglich ein offizielles Foto des Präsidenten, eine Erfolgsmeldung und einen handlichen Fragebogen.

Die einzige Antwortmöglichkeit lautet: „Beeindruckend.“

Für ausgewogene Berichterstattung gibt es zusätzlich „Außerordentlich beeindruckend“.

Kelly ist jedoch an die geltende Rechtsprechung des Berufungsgerichts gebunden. Die Regierung kann versuchen, diese auf dem vorgesehenen Rechtsweg anzugreifen. Bis dahin muss sie mit der unangenehmen Möglichkeit leben, dass jemand im Weißen Haus steht und nicht automatisch zustimmt.

Ich finde das herrlich. Ein Präsident kann eine Frage abwehren, einen Reporter kritisieren und seine Sicht der Dinge erklären. Aber wenn er die Fragenden einfach entfernt, wird aus einer Pressekonferenz sehr schnell eine Selbsthilfegruppe für ungestörte Selbstbewunderung.

Trump wollte die voreingenommene Presse aussperren. Übrig geblieben wäre eine vollkommen unabhängige Berichterstattung – unabhängig von allem, was ihm nicht gefällt.

Satiressum - Banner 004Partnerlink
Tags: Donald Trump Journalismus Weißes Haus Pressekonferenz Pressefreiheit Medien-Bann
a
Das könnte dich auch interessieren
Trump TV: Jetzt sendet das Weiße Haus sich selbst
Das Weiße Haus eröffnet die Pressefreiheit mit Türsteher
Weiße Hausordnung: Zutritt nur bei ausreichender Begeisterung
Make Accent Great Again!“ – Trump gegen den französischen Klangterror im Weißen Haus
‹ Vorheriger
Digitale Selbstbenotung: Sehr gut, bis jemand den Beamer ein…
Verpasse keine Enthüllung!
Abonniere meinen Newsletter und erhalte die Wahrheit regelmäßig – direkt und ungefiltert.