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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Trumps Spiegelbecken blättert ab – jetzt wird gegen die Feuchtigkeit ermittelt

Grafik: Selbst Trumps Poolfarbe sucht Abstand

Patriotisches Blau, unpatriotische Blasen: Trumps Vorzeige-Becken verliert die Beschichtung. Ronald Tramp sucht die Vandalen – und findet Materialfehler mit Terminplan.

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Von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, der bei einem präsidentiellen Bauprojekt inzwischen erst die Gewährleistung und dann die Wassertiefe prüft.

Leute, Washington hat ein Problem. Ein gewaltiges Problem. Der Reflecting Pool am Lincoln Memorial reflektiert offenbar die falschen Dinge: Materialfehler, Zeitdruck und die Frage, ob man nationale Größe tatsächlich mit einer blauen Beschichtung auf Beton auftragen kann.

Dabei war die Idee fantastisch. Amerikanisch fantastisch. Das Becken bekommt eine Auskleidung in „American Flag Blue“. Schon der Name! Andere Länder haben einfach Blau. Amerika hat ein Blau, das beim Öffnen des Farbeimers vermutlich aufsteht und die Nationalhymne verlangt.

Leider hat die Beschichtung anschließend beschlossen, ihre patriotischen Pflichten niederzulegen.

Sie bildet Blasen. Sie bröckelt an Fugen. Sie löst sich vom Untergrund. Ein Verhalten, das bei einer gewöhnlichen Baustelle „Mangel“ heißt und bei einem Trump-Projekt vermutlich erst einmal als Illoyalität untersucht werden muss.

Ich kenne Beschichtungen. Die besten Beschichtungen. Eine gute Beschichtung haftet am Untergrund. Diese hier haftet offenbar hauptsächlich an der Hoffnung, dass bis zur nächsten Pressekonferenz niemand genauer hinsieht.

Nach dem vorliegenden Prüfbericht liegen die Ursachen bei ungeeigneten Materialien und einem engen Zeitplan. Trump dagegen machte Vandalen verantwortlich. Im Bericht werden solche nicht genannt.

Vandalen! Natürlich! Diese berüchtigte Untergrundorganisation, die nachts in Warnwesten auftaucht, ungeeignete Baustoffe auswählt und anschließend heimlich den Terminplan verkürzt.

In meiner satirischen Rekonstruktion schleicht ihr Anführer mit einem Klemmbrett über die Baustelle und flüstert: „Männer, heute schlagen wir besonders perfide zu. Wir ignorieren die Verarbeitungshinweise!“

Ein anderer nickt finster: „Und danach lassen wir Feuchtigkeit unter die Beschichtung.“

Internationale Sabotage. Durch Restnässe. Niemand hat diese Gefahr kommen sehen. Außer vielleicht jemandem, der beruflich Beschichtungen prüft.

Besonders heimtückisch sind die Blasen. Sie entstehen dem Bericht zufolge durch Feuchtigkeit und chemische Dämpfe unter der Auskleidung. Trump könnte also vor dem ersten Baustoff stehen, der öffentlich demonstriert, obwohl er nicht einmal ein Visum besitzt.

Ich würde dringend zu Verhandlungen raten.

„Was wollen Sie?“

„Einen geeigneten Untergrund.“

„Unverschämte Maximalforderung.“

„Und ausreichend Verarbeitungszeit.“

„Jetzt wird es politisch.“

Leute, das ist das Problem mit Physik: Sie lässt sich nicht beeindrucken. Man kann ihr keinen Spitznamen geben, der die Haftung verbessert. Feuchtigkeit liest keine Erfolgsmeldungen. Und Beton denkt bei „sofort fertig werden“ nicht plötzlich: „Der Mann hat recht, ich sollte meine Eigenschaften überdenken.“

Der Zeitplan mag straff gewesen sein. Aber ein Bauprojekt wird nicht dadurch schneller fertig, dass man die Trocknungsphase aus dem Kalender entfernt. Sonst könnte ich auch ein Brot backen, indem ich auf rohen Teig einen Aufkleber mit „Historischer Backerfolg“ klebe.

Das Brot wäre innen immer noch Teig.

Nur sehr selbstbewusster Teig.

Ich stelle mir bereits die imaginäre Krisenbesprechung vor. Auf dem Tisch liegen Fotos abgelöster Beschichtung. Ein Fachmann erklärt die Materialprobleme. Ein Berater fragt, ob man die Fotos vielleicht aus einem patriotischeren Winkel aufnehmen könne.

Dann meldet sich jemand aus der Öffentlichkeitsarbeit: „Könnten wir die Blasen als dreidimensionale Oberflächenveredelung bezeichnen?“

Ausgezeichnete Idee. Die Fugen wären dann dynamische Freiheitsspalten. Abgelöste Bahnen wären selbstbestimmte Beschichtungselemente. Und das ganze Becken wäre endlich das, was jede misslungene Baustelle irgendwann wird: ein innovatives Pilotprojekt.

Auch die Farbwahl muss man würdigen. Wenn eine Beschichtung schon nicht am Beton haftet, sollte sie wenigstens einen Namen haben, der jede Reklamation nach mangelnder Vaterlandsliebe klingen lässt.

„Mir kommt die Farbe entgegen.“

„Sie kommt Ihnen patriotisch entgegen.“

„Sie liegt lose im Becken.“

„Sie nutzt ihre Freiheit.“

Ich, Ronald Tramp, empfehle deshalb eine ganz unspektakuläre Lösung: geeignete Materialien, saubere Verarbeitung, realistische Fristen und Fachleute, denen man zuhört, bevor das Wasser eingelassen wird.

Das wäre womöglich weniger medienwirksam als die Jagd nach imaginären Vandalen. Aber man könnte anschließend einen erstaunlichen Erfolg präsentieren: eine Beschichtung, die dort bleibt, wo sie hingehört.

Bis dahin erfüllt der Reflecting Pool immerhin seinen eigentlichen Zweck.

Er hält der Regierung einen Spiegel vor. Und genau das dürfte der nächste Schaden sein, für den Trump Vandalen verantwortlich macht.

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Tags: Lincoln Memorial Donald Trump Washington Reflecting Pool Baupfusch American Flag Blue Baumängel
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