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Trump gegen den Teich – Wie aus Amerikas Blau plötzlich Sumpfgrün wurde

Grafik: Trump gegen den Teich

Donald Trump wollte Washingtons berühmtes Wasserbecken im strahlenden „Amerikaflaggen-Blau“ erleuchten. Wenige Tage später dominieren Algen, abblätternde Farbe und Schuldzuweisungen. Ronald Tramp untersucht den wohl patriotischsten Swimmingpool-Unfall der Weltgeschichte.

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Freunde, ich dachte immer, Wasser hätte nur drei Zustände.

Flüssig.

Gefroren.

Verdampft.

Donald Trump hat jetzt einen vierten erfunden:

Politisch.

Denn wenn Donald einen Teich renovieren lässt, entsteht daraus selbstverständlich kein gewöhnliches Wasserbecken.

Nein.

Es entsteht ein nationales Prestigeprojekt.

Ein patriotischer Pool.

Ein demokratischer Badesee.

Ein Monument in...

Amerikaflaggen-Blau!

Allein dieser Farbname verdient eigentlich schon einen Oscar.


Alles begann ganz harmlos.

Das berühmte Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial sollte renoviert werden.

Kostenpunkt?

Rund 14 Millionen Dollar.

Ich wiederhole:

Vierzehn.

Millionen.

Dollar.

Für ein Wasserbecken.

Bei diesem Preis hätte ich wenigstens erwartet, dass Delfine die Besucher begrüßen und ein Wal täglich die Nationalhymne singt.


Donald Trump hatte jedoch eine Vision.

Normales Blau?

Langweilig.

Türkis?

Zu europäisch.

Poolblau?

Zu gewöhnlich.

Nein.

Es musste Amerikaflaggen-Blau sein.

Ein Farbton, den vermutlich bisher noch kein Farbhersteller kannte.


Ich stellte mir sofort die Besprechung im Baumarkt vor.

Verkäufer:

„Welche Farbe benötigen Sie?“

Trump:

„Amerikaflaggen-Blau.“

Verkäufer:

„RAL-Nummer?“

Trump:

„America.“


Die Arbeiten beginnen.

Alles glänzt.

Alles schimmert.

Die Kameras filmen.

Die Presse fotografiert.

Donald lächelt.

Das Wasser funkelt.

Kurzzeitig sieht alles tatsächlich beeindruckend aus.

Ungefähr so lange wie ein Eiswürfel in der Wüste.


Denn wenige Tage später...

...verwandelt sich das patriotische Blau in...

Sumpfgrün.

Algen.

Abblätternde Beschichtung.

Chemikalien.

Experten.

Gutachten.

Und natürlich jede Menge Schuldzuweisungen.

Mit anderen Worten:

Ein ganz normaler Dienstag.


Donald Trump reagiert sofort.

War es vielleicht die Farbe?

Nein.

Die Chemie?

Natürlich nicht.

Die Ausschreibung?

Bitte nicht so viele Fragen.

Die Antwort lautet:

Vandalen!

Wenn irgendetwas schiefläuft, findet Donald erstaunlich schnell jemanden, der schuld sein soll.

Das ist fast schon eine Naturkonstante.


Ich sehe die Pressekonferenz bereits vor mir.

Reporter:

„Herr Präsident, warum löst sich der Boden?“

Trump:

„Vandalen.“

„Und die Algen?“

„Sehr patriotische Vandalen.“

„Und die Chemikalien?“

„Auch Vandalen.“

„Das Wetter?“

„Verdächtig.“


Besonders faszinierend finde ich allerdings die Chemie.

Experten erklären, dass bestimmte Mittel gegen Algen die Beschichtung lösen könnten.

Das klingt plausibel.

Donald hingegen bleibt bei seiner Theorie.

„Vandalismus.“

Ich musste sofort an meinen Nachbarn denken.

Der streicht jedes Frühjahr seinen Gartenzaun.

Wenn die Farbe nach zwei Wochen abblättert, beschuldigt er allerdings den Regen.

Donald wäre vermutlich längst beim internationalen Komplott angekommen.


Dann taucht auch noch ein ehemaliger Olympiateilnehmer auf.

Er wird festgenommen.

Soll das Becken beschädigt haben.

Er selbst erklärt jedoch:

„Ich wollte mir die Schäden nur ansehen.“

Auch das klingt wie ein Satz, den man normalerweise kurz vor einer Versicherungsermittlung hört.


Noch schöner ist allerdings die Geschichte mit dem Auftrag.

Das Unternehmen, das die Renovierung übernommen hat, erhielt den Auftrag ohne öffentliche Ausschreibung.

Und wer darf die Schäden jetzt reparieren?

Natürlich...

genau dieses Unternehmen.

Das ist ungefähr so, als würde ein Friseur versehentlich eine Glatze schneiden und anschließend den Auftrag erhalten, die Haare wieder wachsen zu lassen.


Donald Trump würde das vermutlich als geniale Wirtschaftsförderung verkaufen.

„Nobody repairs pools better than the people who built them.

Fantastic business model.“


Ich sehe bereits die nächste Renovierung.

Diesmal kostet sie 18 Millionen Dollar.

Mit einer neuen Spezialfarbe.

Ultra Patriot Blue Deluxe Premium.

Garantiert algenresistent.

Mindestens bis Mittwoch.


Mein persönliches Highlight bleibt allerdings der Name.

Reflecting Pool.

Eigentlich soll sich dort das Lincoln Memorial spiegeln.

Momentan spiegelt sich dort vermutlich hauptsächlich die Erkenntnis, dass Farbe allein noch kein Denkmal verbessert.


Ich stelle mir Abraham Lincoln vor, wie er das Ganze von seinem Monument aus beobachtet.

Er blickt schweigend auf das Wasser.

Schaut auf die Bauarbeiten.

Dann langsam zu Ronald Tramp.

Und sagt vermutlich:

„Dafür habe ich die Union nun wirklich nicht zusammengehalten.“


Natürlich darf Donald Trump selbst nicht fehlen.

Er veröffentlicht selbstverständlich einen Beitrag.

Großbuchstaben.

Ausrufezeichen.

Patriotismus.

Vandalen.

Das vollständige Trump-Komplettpaket.

Ich warte ehrlich gesagt nur noch auf den Satz:

„Nobody has ever seen a more beautiful algae attack.“


Bei aller Satire bleibt jedoch festzuhalten: Der Reflecting Pool ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Washingtons und Bestandteil der National Mall. Die Kombination aus hoher öffentlicher Aufmerksamkeit, erheblichen Renovierungskosten und den Diskussionen über Vergabe, Ausführung und Reparatur sorgt dafür, dass der Vorfall weit über eine gewöhnliche Baustelle hinaus Aufmerksamkeit erhält.


Mein persönliches Fazit?

Donald Trump wollte Amerika ein Wasserbecken schenken, das so blau ist wie die Flagge.

Bekommen hat die Hauptstadt vorübergehend einen patriotischen Sumpf.

Vielleicht liegt darin sogar eine politische Metapher.

Vielleicht aber auch einfach nur sehr viel Algenbefall.

Ich bin Ronald Tramp.

Und ich verabschiede mich jetzt.

Nicht ohne vorher vorsichtshalber meinen Gartenteich zu kontrollieren.

Man weiß schließlich nie, wann daraus plötzlich ein nationales Infrastrukturprojekt mit 14-Millionen-Dollar-Budget wird.

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Tags: USA Lincoln Memorial Donald Trump Washington Renovierung Reflecting Pool Algen
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