14,7 Millionen Dollar, ein frisch renovierter Reflecting Pool – und plötzlich übernehmen Algen und bröckelnder Boden die Hauptstadt. Für Trumpius Caesar ist klar: Das kann kein Baumangel sein. Ronald Tramp ermittelt im größten grünen Skandal seit der Erfindung des Rasens.
Eine Ronald-Tramp-Reportage aus dem Imperium
Es gibt Orte in Washington, an denen sich Amerika selbst betrachtet. Das Lincoln Memorial zum Beispiel. Monumental. Würdevoll. Historisch. Und davor: ein riesiger Reflecting Pool, in dem sich das Monument spiegelt, damit selbst ein Gebäude gelegentlich überprüfen kann, ob die Frisur noch sitzt.
Doch im Sommer des großen Imperators Trumpius Caesar verwandelte sich dieser ehrwürdige Spiegel der Nation offenbar in etwas, das aussah, als hätte ein Gartenteich nach drei Wochen Mallorcaurlaub die Kontrolle über sich verloren.
Grün.
Algen.
Schäden.
Und angeblich ein Bodenbelag, der begann, sich von seinem Arbeitsplatz zu verabschieden.
Ich bin Ronald Tramp, investigativer Reporter, international anerkannter Spezialist für politische Katastrophen mit dekorativem Mehrwert, und ich sage Ihnen: Das war kein gewöhnlicher Teich mehr. Das war Watergate mit Wasser.
Nur grüner.
14,7 Millionen Dollar – für einen Teich mit Überraschungseffekt
Die beschleunigte Renovierung des Reflecting Pools am Lincoln Memorial kostete rund 14,7 Millionen Dollar.
Vierzehn Komma sieben Millionen!
Für diesen Betrag erwartet man keinen Teich. Für diesen Betrag erwartet man, dass das Wasser morgens persönlich aufsteht, die Nationalhymne singt und jedem Besucher einen Cappuccino bringt.
Doch kurz nach der Renovierung kamen Berichte über Algen und Probleme mit dem Bodenbelag.
Das ist beeindruckend.
Normalerweise dauert es Jahre, bis ein staatliches Bauprojekt sichtbare Mängel entwickelt. Hier wurde offenbar amerikanische Effizienz demonstriert: Die Probleme waren praktisch im Expressverfahren verfügbar.
Andere Länder bauen Brücken und entdecken nach 30 Jahren Risse.
Amerika sagt:
„Hold my algae.“
Und irgendwo in einem römisch dekorierten Westflügel soll Trumpius Caesar auf eine Darstellung des grünen Wassers geblickt und gefragt haben:
„Wer hat meinen Teich sozialistisch gemacht?“
Staatsanwältin Pirro und die große Frage des Bodens
Nun trat Jeanine Pirro auf den Plan, Staatsanwältin und damit beruflich zuständig für Dinge, bei denen jemand fragt: „Wer war das?“
Pirro führte die Schäden teilweise auf mangelhafte Arbeiten zurück. Gleichzeitig stand die Frage im Raum, ob ein entsprechendes Verfahren eingestellt werden sollte.
Damit hätte die Geschichte eigentlich enden können.
Aber nicht im Imperium Trumpius.
Denn dort endet eine Geschichte erst, wenn Trumpius persönlich entschieden hat, dass sie endet.
Und Trumpius hatte offenbar noch Fragen.
Viele Fragen.
Große Fragen.
Wahrscheinlich die besten Fragen.
Donald Trump verlangte eine erneute Prüfung.
Und damit wurde aus einem möglicherweise mangelhaften Renovierungsprojekt augenblicklich eine Angelegenheit von imperialer Bedeutung.
Denn für Trumpius ist ein beschädigter Bodenbelag niemals nur ein beschädigter Bodenbelag.
Er ist ein Angriff auf die Zivilisation.
Der grüne Spiegel des Reiches
Man muss die Symbolik verstehen.
Dieser Pool heißt Reflecting Pool.
Er soll spiegeln.
Doch was spiegelte er nun?
Algen!
Grün!
Vielleicht sogar Bläschen!
Für Trumpius Caesar musste das unerträglich sein. Ein Spiegel, der nicht mehr majestätisch reflektiert, sondern aussieht wie die Suppe des Tages in einem veganen Wellnesshotel.
Ich stelle mir die kaiserliche Krisensitzung folgendermaßen vor:
Trumpius sitzt am Ende eines absurd langen Tisches.
Vor ihm Generäle, Juristen, Ingenieure, Parkbeamte und vermutlich ein Mann, der ausschließlich dafür zuständig ist, ernst auf Satellitenbilder zu zeigen.
Trumpius erhebt sich.
„Meine Herren. Und Jeanine. Wir haben ein Problem.“
Stille.
„Der Teich ist grün.“
Ein General schluckt.
Ein Ingenieur versucht zu erklären, dass Algen biologische Organismen seien.
Großer Fehler.
„Biologisch?“
Trumpius blickt entsetzt.
„Also Biowaffen?“
Panik.
Der Ingenieur wird vorsorglich in das Verkehrsministerium versetzt.
Operation Make Water Clear Again
Aus gewöhnlicher Verwaltung wird im Trumpius-Universum natürlich sofort eine militärisch klingende Großoperation.
Operation Make Water Clear Again.
MWCA.
Ausgesprochen: „Muwka“.
Ein fantastischer Name.
Innerhalb weniger Stunden könnten Experten einberufen werden: Bauingenieure, Chemiker, Juristen, Limnologen und ein Florist aus Palm Beach, der einmal einen besonders schönen Gartenteich angelegt hat.
Trumpius fordert Antworten.
Warum ist das Wasser grün?
Warum löst sich der Boden?
Wer hat den Boden eingestellt?
Hat der Boden eine Sicherheitsüberprüfung bestanden?
Und vor allem:
War der Boden jemals Mitglied der Demokratischen Partei?
Niemand weiß es.
Deshalb muss untersucht werden.
Abraham Lincoln schweigt verdächtig
Besonders problematisch ist die Rolle Abraham Lincolns.
Er sitzt schließlich direkt daneben.
Seit Jahren.
Tag und Nacht.
Und will nichts bemerkt haben?
Sehr verdächtig.
Trumpius könnte vor die Presse treten und erklären:
„Lincoln sitzt da. Riesige Statue. Sehr großer Mann. Vielleicht ein bisschen zu groß. Und er sieht direkt auf den Pool. Niemand hat bessere Sicht. Niemand. Trotzdem kein Anruf. Kein Bericht. Gar nichts.“
Ein Reporter würde vorsichtig darauf hinweisen, dass Lincoln 1865 gestorben sei.
Trumpius:
„Das behaupten viele.“
Ronald Tramp notiert: Ermittlungen ausgeweitet.
Jeanine Pirro gegen den imperialen Algenkomplex
Jeanine Pirro hatte den schwierigen Job, juristische Realität mit imperialer Teichpolitik zu verbinden.
Denn Gerichte interessieren sich üblicherweise für Beweise, Zuständigkeiten und Rechtsgrundlagen.
Trumpius interessiert sich dagegen für eine wesentlich wichtigere Kategorie:
Sieht es gut aus?
Und der Pool sah offenbar nicht gut genug aus.
Damit war die Sache praktisch entschieden.
Denn in der Welt von Trumpius gibt es drei Stufen staatlicher Notfälle:
- Nationale Sicherheitskrise.
- Wirtschaftskrise.
- Etwas sieht auf einem Foto schlecht aus.
Stufe drei ist die gefährlichste.
Washington sucht den Schuldigen
Bald dürfte halb Washington damit beschäftigt sein, die entscheidende Frage zu beantworten:
Wer ist verantwortlich für das Grün?
Der Bauunternehmer?
Die Planer?
Das Wetter?
Mikroorganismen?
Joe Biden?
Kanada?
Die Europäische Union?
Ein besonders aggressives Entenpaar?
Bei Trumpius ist grundsätzlich alles möglich.
Vielleicht werden irgendwann sogar die Algen selbst vorgeladen.
„Mr. Algae, did you or did you not enter the Reflecting Pool with the intention of making America look bad?“
Die Alge verweigert die Aussage.
Verdächtig.
Sehr verdächtig.
Ronald Tramp zieht Bilanz
Was bleibt?
Ein berühmter amerikanischer Erinnerungsort wurde für rund 14,7 Millionen Dollar beschleunigt renoviert. Kurz darauf gab es Probleme. Jeanine Pirro verwies teilweise auf mangelhafte Arbeiten. Ein Verfahren sollte womöglich beendet werden. Donald Trump verlangte eine erneute Prüfung.
Das ist die reale Geschichte.
Aber im Reich des Trumpius ist Realität lediglich der Rohstoff, aus dem Monumente gebaut werden.
Deshalb ist dies kein gewöhnlicher Fall von Baumängeln mehr.
Dies ist der grüne Spiegelteich des Verrats.
Ein Ort, an dem Amerika nicht länger sein stolzes Antlitz sieht, sondern möglicherweise Chlorophyll.
Und irgendwo sitzt Trumpius Caesar, blickt auf das Lincoln Memorial und denkt vermutlich:
Vierzehn Komma sieben Millionen Dollar.
Für grünes Wasser.
Für das Geld hätte man wenigstens einen goldenen Teich bauen können.
Ronald Tramp berichtet – unabhängig, unbestechlich und mit sicherem Abstand zu verdächtigen Wasserpflanzen.

