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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Der Friedensmakler mit dem roten Selbstzerstörungsknopf

Grafik: Ronald Tramp: Weltfrieden mit rotem Knopf

Trump will Iran befrieden, den Ukrainekrieg beenden und überhaupt die Welt retten. Ronald Tramp beobachtet Diplomatie nach dem Prinzip: Erst die Hand reichen, dann nachsehen, wo der rote Knopf liegt.

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Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für Weltfrieden, Weltuntergang und fließende Übergänge dazwischen

NEW YORK – Meine Damen und Herren, ich habe schon viele Friedensinitiativen gesehen. Große Friedensinitiativen. Wunderschöne Friedensinitiativen. Manche bestanden aus Verhandlungen, manche aus Kompromissen, manche aus Diplomatie.

Und dann gibt es Donald Trump.

Der kam zur UN-Generalversammlung und präsentierte eine außenpolitische Methode, die ungefähr so funktioniert wie ein Brandschutzbeauftragter, der mit Flammenwerfer zur Begehung erscheint und ruft: „Keine Sorge, ich kümmere mich um das Feuer!“

Trump erklärte vor den Vereinten Nationen, man arbeite eng mit Russland und der Ukraine zusammen und werde auch diesen Krieg beenden. Zugleich sagte er, die USA und Iran würden zu einer Lösung kommen – „one way or the other“. (Miller Center)

Das klingt zunächst diplomatisch.

Bis man erfährt, was „or the other“ bedeutet.

Denn gegenüber Iran stellte Trump öffentlich auch die Möglichkeit einer „annihilation“, also einer Vernichtung, in den Raum, sollte kein Abkommen zustande kommen. (Reuters)

Willkommen bei Donald J. Trumps Friedensvermittlung & Abriss GmbH.

Unser Motto: Wir lösen jeden Konflikt. Notfalls auch das Gebiet, auf dem er stattfindet.

Ich bin Ronald Tramp und stelle mir vor, wie das diplomatische Briefing im Weißen Haus abläuft:

„Mr. President, wir brauchen eine Deeskalationsstrategie.“

„Excellent. Wie viele Flugzeugträger haben wir?“

„Sir, Deeskalation.“

„Genau. Schickt zwei.“

Das Geniale an dieser neuen Friedensdoktrin ist ihre beeindruckende Einfachheit. Andere Staatschefs benötigen Verhandlungsdelegationen, Vermittler, Sicherheitsgarantien und wochenlange Gespräche. Trump benötigt einen Tisch, einen Filzstift und einen sehr großen roten Knopf, auf dem wahrscheinlich DO NOT PRESS – ESPECIALLY DONALD steht.

Und irgendwo in Oslo schaut das Nobelkomitee vermutlich vorsichtig unter den Schreibtisch.

Denn Trump präsentiert sich seit Langem als großer Friedensstifter. Nun steht er bei den Vereinten Nationen und verbindet die Aussicht auf diplomatische Einigungen mit einer Sprache, bei der selbst Dr. Strangelove kurz fragen würde, ob man vielleicht einen Kamillentee bestellen sollte.

Das ist keine gewöhnliche Diplomatie.

Das ist Friedensverhandlung mit eingebautem Countdown.

„Wir möchten Frieden.“

Sehr schön.

„Wir möchten Zusammenarbeit.“

Ausgezeichnet.

„Wir möchten eine großartige Zukunft.“

Wunderbar.

„Und falls nicht, überlegen wir, euch zu vernichten.“

Ah.

Gut.

Dann vielleicht doch kein Gruppenfoto.

Beim Ukrainekrieg wiederum versprach Trump erneut Fortschritte und erklärte, eine Lösung könne schneller kommen, als viele glaubten. (Miller Center) Ronald Tramp hat deshalb exklusiv das mutmaßliche Trump-Friedensformular rekonstruiert:

Krieg beenden?

☑ Ja

☐ Sehr ja

☐ Unglaublich ja

Wann?

☑ Bald

☐ Sehr bald

☐ Schneller, als irgendjemand jemals „bald“ gesagt hat

Wie?

☐ Verhandlungen

☐ Kompromiss

☑ Details folgen

Fertig.

Henry Kissinger brauchte Bücher. Donald braucht einen Sharpie.

Und genau deshalb ist die UN für diese Art Diplomatie der perfekte Ort. Dort treffen sich Vertreter fast aller Staaten, um miteinander zu reden. Trump betritt dieses globale Wohnzimmer und wirkt dabei wie der einzige Gast, der zum Spieleabend Monopoly, einen Immobilienvertrag für Grönland und vorsichtshalber einen strategischen Bomber mitgebracht hat.

Die Botschaft lautet:

Frieden durch Stärke. Stärke durch Drohung. Drohung durch noch größere Drohung. Und wenn das nicht funktioniert: CAPS LOCK.

Dabei liegt hinter der Satire ein realer Widerspruch: Diplomatie lebt davon, der Gegenseite einen gangbaren Ausweg anzubieten. Abschreckung wiederum lebt von glaubwürdigen Konsequenzen. Trump versucht beides gleichzeitig in maximaler Lautstärke – Friedensangebot und Untergangsszenario auf derselben Speisekarte.

Das Ergebnis ist Außenpolitik wie im Steakhouse:

„Wie möchten Sie Ihren Frieden?“

„Medium.“

„Ausgezeichnet. Und den Iran?“

„Well done.“

Ich verlasse deshalb die UN mit einer beruhigenden Erkenntnis: Donald Trump will Frieden.

Großartigen Frieden.

Historischen Frieden.

Den friedlichsten Frieden, den die Menschheit jemals gesehen hat.

Und vermutlich wird er anschließend vor die Kameras treten, beide Daumen heben und verkünden:

„Ich habe den Weltfrieden erreicht. Niemand konnte das vor mir. Alle Länder haben zugestimmt.“

Kurze Pause.

„Sie mussten nur vorher vollständig kapitulieren.“

Beautiful.

Peace achieved.

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Tags: Donald Trump Iran Diplomatie Ukraine Friedensnobelpreis Weltfrieden UNO
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