Trump will dauerhafte Sommerzeit, ein Senator blockiert – und plötzlich wird selbst die Uhr zum politischen Gegner. Ronald Tramp fordert deshalb die ultimative Reform: Sonnenuntergang erst nach dem letzten Putt.
Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für Golf, große Uhren und die dringende Frage, warum die Sonne eigentlich noch immer selbst entscheiden darf, wann sie Feierabend macht.
Meine Damen und Herren, ich, Ronald Tramp, muss heute über einen Skandal berichten, der größer ist als Watergate, Clockgate und ein verlorener Golfball im Präsidentenbunker zusammen.
Es geht um die Zeit.
Ja, die Zeit. Dieses linksdrehende Naturphänomen, das bisher völlig unkontrolliert verging, ohne vorher im Weißen Haus um Erlaubnis zu fragen.
Donald Trump möchte die dauerhafte Sommerzeit. Ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch, denn offensichtlich ist die Sonne bislang miserabel organisiert. Sie geht morgens auf, abends unter und richtet sich dabei weder nach Golfplatzöffnungszeiten noch nach präsidentiellen Abschlagzeiten.
Katastrophales Management.
Doch ausgerechnet der republikanische Senator Tom Cotton stellt sich quer. Seine Begründung: Kinder könnten morgens im Dunkeln zur Schule müssen.
Kinder!
Schule!
Morgens!
Das sind natürlich gleich drei Begriffe, die eine vernünftige Golfplanung unnötig kompliziert machen.
Trump dagegen argumentiert unter anderem mit Landwirtschaft, Sport und Kriminalität. Und natürlich Golf. Mehr Licht am Nachmittag bedeutet schließlich mehr Zeit auf dem Platz.
Das ist endlich Politik, die sich an den wirklich wichtigen Fragen orientiert.
Nicht: Wie spät ist es?
Sondern:
Wie viele Löcher schaffe ich noch?
DIE UHR MUSS AMERIKANISCHER WERDEN!
Das Problem ist offensichtlich.
Seit Jahrhunderten behaupten sogenannte „Uhrenexperten“, ein Tag habe einen festgelegten Rhythmus.
Wer hat das entschieden?
Big Clock!
Ich habe recherchiert. Überall dieselben verdächtigen Strukturen: zwölf Zahlen, zwei Zeiger, immer diese aggressive Kreisform.
Zufall?
Wohl kaum.
Trump denkt größer. Wenn am Nachmittag mehr Sonnenlicht gebraucht wird, dann bleibt es eben länger hell.
MAKE DAYLIGHT GREAT AGAIN!
Ich sehe bereits die nächste Pressekonferenz:
„Wir hatten gestern einen fantastischen Sonnenuntergang. Vielleicht den besten Sonnenuntergang aller Zeiten. Aber er kam viel zu früh. Sehr unfair. Ich habe mit der Sonne gesprochen. Großartige Sonne. Sie wird künftig kooperieren.“
COTTON UND DIE DUNKELHEITSLOBBY
Doch Senator Cotton blockiert.
Trump veröffentlichte daraufhin eine mutmaßliche Telefonnummer des Senators und forderte Unterstützer auf, dort anzurufen.
Politikwissenschaftler nennen so etwas möglicherweise „Eskalation“.
Ich nenne es:
Kundenservice.
Früher schrieb der Präsident einen Brief.
Heute veröffentlicht er eine Telefonnummer und sagt sinngemäß: Klärt das mal.
Das Problem: Reuters erreichte unter der verbreiteten Nummer offenbar nur eine Mailbox, die gar nicht Cotton zuzuordnen war.
Fantastisch!
Damit hat Amerika womöglich den ersten politischen Telefonsturm erfunden, bei dem nicht einmal sicher ist, ob der richtige Mensch angerufen wird.
Irgendwo sitzt jetzt vermutlich ein völlig unbeteiligter Mann namens Gary in Arkansas vor seinem Telefon:
„Hallo?“
„MEHR SOMMERZEIT!“
„Wer ist da?“
„AMERIKA!“
„Ich verkaufe Rasenmäher.“
„DANN MÄH LÄNGER!“
DIE GROSSE GOLFZEITREFORM
Ich durfte inzwischen einen geheimen Entwurf der kommenden Zeitordnung rekonstruieren.*
Danach könnte die amerikanische Uhr künftig nicht mehr nach Stunden funktionieren, sondern nach Golf.
Morgens wäre „Vor dem ersten Abschlag“.
Mittags wäre „Driving Range“.
Der Nachmittag hieße „Noch neun Löcher“.
Und Sonnenuntergang wäre erst dann, wenn der Präsident seinen Ball nicht mehr finden kann.
Das wäre revolutionär.
Auch Zeitzonen könnten vereinfacht werden.
Eastern Golf Time. Central Golf Time. Pacific Golf Time.
Arizona darf weiterhin machen, was Arizona sowieso macht.
Und bei internationalen Gipfeltreffen heißt es künftig nicht mehr: „Das Gespräch beginnt um 16 Uhr.“
Sondern:
„Nach Loch zwölf, sofern niemand im Bunker liegt.“
ENDLICH WIRD AUCH DIE SONNE DEREGULIERT
Natürlich gibt es Menschen, die behaupten, die dauerhafte Sommerzeit habe Vor- und Nachteile.
Langweilig!
Wir reden hier über die Sonne.
Ein riesiger Feuerball hängt seit Milliarden Jahren kostenlos am Himmel und hat bislang keinen einzigen Wahlkampfauftritt absolviert.
Höchste Zeit für politische Kontrolle.
Vielleicht folgt bald ein Dekret:
Executive Order 24/7 Sunshine.
Artikel eins: Die Sonne darf Golfplätze nicht vorzeitig verlassen.
Artikel zwei: Regen während präsidentieller Abschlagzeiten gilt als unamerikanisch.
Artikel drei: Schatten müssen künftig mindestens vier Wochen vorher beantragt werden.
Artikel vier: Wer vor Loch achtzehn „Es wird dunkel“ sagt, verbreitet Fake Night.
Ich sehe eine gewaltige Zukunft.
Denn wenn ein Präsident die Uhr politisch verändern kann, warum bei der Zeit aufhören?
Montag könnte abgeschafft werden.
Der Januar wird wegen schlechter Umfragewerte auf zwei Wochen verkürzt.
Geburtstage finden nur noch statt, wenn man dadurch jünger wird.
Und Wahljahre dauern künftig so lange, bis das Ergebnis gefällt.
Genial.
Ich, Ronald Tramp, unterstütze deshalb eine kompromisslose Reform:
Sommerzeit für alle – aber Sonnenuntergang erst nach dem letzten Putt.
Denn Amerika braucht keine Uhr, die dem Menschen sagt, wann der Tag endet.
Amerika braucht einen Präsidenten, der der Sonne erklärt, wann sie Feierabend hat.
Und wenn die Sonne widerspricht?
Dann veröffentlichen wir ihre Telefonnummer.

