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Ronald Tramp
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Ronald Tramp und der goldene Golfgott von Straßburg

Grafik: Ronald Tramp trifft den goldenen Trump in Straßburg

Ein nackter, vergoldeter Trump steht im Europaparlament – natürlich mit absurd langem Golfschläger. Ronald Tramp berichtet über Kunst, Gold und europäische Diplomatie ohne Hose.

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STRASSBURG – Meine Damen und Herren, Diplomaten, Lobbyisten, EU-Abgeordnete und Menschen, die bislang glaubten, im Europaparlament schon alles gesehen zu haben: Europa hat geliefert.

Nicht bei Bürokratie. Nicht bei Datenschutz. Nicht bei einer Verordnung über die zulässige Krümmung von politischem Rückgrat.

Nein.

Europa hat Donald Trump vergoldet.

Und nackt hingestellt.

Im Parlament.

Das ist keine Pointe. Das ist moderne Kunst.

Ich, Ronald Tramp – Sonderkorrespondent für internationale Staatskunst, geopolitische Körperhaltung und Fragen, die niemand gestellt hat – musste natürlich sofort nach Straßburg reisen. Denn wenn irgendwo ein nackter, vergoldeter Trump mit überlangem Golfschläger herumsteht, ist das Journalismus.

Sehr wichtiger Journalismus.

Andere Reporter fahren zu Gipfeltreffen.

Ich fahre zu Goldnackten.

Prioritäten.

Die Skulptur trägt den schönen Namen „Orange Plague“.

Orangefarbene Plage.

Das klingt zunächst weniger nach Kunst als nach einer Warnmeldung auf einer Obstkiste.

„Achtung: Orange Plage entdeckt. Bitte Abstand halten. Könnte plötzlich Golf spielen.“

Doch dann sieht man die Figur.

Gold.

Nackt.

Erhöht.

Golfschläger in der Hand.

Auf den Schultern eines anderen Mannes.

Meine Freunde, das ist keine Statue.

Das ist eine komplette politische Theorie in Metall.

Trump sitzt dort nicht einfach.

Er thront.

Er wird getragen.

Und natürlich hält er einen Golfschläger.

Denn was sollte er sonst halten?

Eine Aktenmappe?

Bitte.

Ein Gesetzbuch?

Jetzt wird es unrealistisch.

Der Golfschläger ist offenbar besonders lang. Sehr lang. Monumental lang.

Künstlerische Symbolik, sagen Experten.

Ich sage: Europa hat endlich verstanden, dass politische Macht immer dann besonders eindrucksvoll aussieht, wenn sie völlig unnötig mit Sportgerät kombiniert wird.

Napoleon hatte ein Pferd.

Caesar hatte ein Schwert.

Trump bekommt einen Driver.

Fortschritt.

Besonders beeindruckend ist natürlich das Gold.

Mit echtem Gold überzogen.

Nicht goldfarben.

Nicht Sprühlack vom Baumarkt.

Gold.

Das ist wichtig.

Denn Satire funktioniert am besten, wenn der Materialwert bereits widerspricht, was die Aussage möglicherweise sagen möchte.

Europa sagt also sinngemäß:

„Wir kritisieren politische Selbstinszenierung.“

Und bestellt dafür mehrere Quadratmeter Edelmetall.

Fantastisch.

Das ist ungefähr so, als würde man gegen Luxus protestieren, indem man eine Yacht kauft, auf deren Seite „Bescheidenheit“ steht.

Ich liebe Europa.

Niemand kann Widersprüche so stilvoll organisieren.

Noch schöner: Zunächst war die Statue offenbar mit einem orangefarbenen Tuch bedeckt.

Eine ausgezeichnete Idee.

Denn nichts steigert die Spannung in einem Parlament so sehr wie ein verhüllter Gegenstand, bei dem jeder weiß, dass darunter ein nackter US-Präsident aus Gold wartet.

Man stelle sich die Abgeordneten vor.

„Was ist unter dem Tuch?“

„Diplomatie.“

„Wirklich?“

„Nein.“

Dann fällt der Stoff.

Tadaa!

Goldener Trump.

Nackt.

Das muss ungefähr der Moment gewesen sein, in dem manche EU-Mitarbeiter spontan entschieden, heute doch im Homeoffice zu arbeiten.

Und der Künstler nennt die Figur zusätzlich „King of Injustice“.

König der Ungerechtigkeit.

Sehr subtil.

Fast so subtil wie ein Presslufthammer in einer Bibliothek.

Aber Satire muss manchmal klar sein.

Besonders wenn sie zweieinhalb Meter hoch ist und keinen Anzug trägt.

Natürlich stellt sich jetzt eine entscheidende europäische Verwaltungsfrage:

Welche Stelle war für die Genehmigung zuständig?

Das möchte ich wirklich wissen.

Gab es ein Formular?

„Antrag auf zeitweise Aufstellung eines nackten vergoldeten Staatsoberhauptes in parlamentarischen Räumlichkeiten.“

Anlage A: Golfschlägerlänge.

Anlage B: Goldgehalt.

Anlage C: Tragender Mann.

Anlage D: Erklärung zur politischen Nacktheit.

Europa arbeitet schließlich nicht chaotisch.

Irgendjemand hat vermutlich einen Stempel gesetzt.

Das fasziniert mich.

In Amerika braucht man für politische Kunst vor allem Empörung.

In Europa braucht man Empörung und einen genehmigten Stellplatz.

Sehr professionell.

Ich stelle mir auch die Sicherheitskontrolle herrlich vor.

„Haben Sie Flüssigkeiten dabei?“

„Nein.“

„Waffen?“

„Nein.“

„Einen überdimensionierten nackten Gold-Trump mit Golfschläger?“

„Ja.“

„Bitte in die separate Schale.“

Und dann steht das Ding plötzlich im Parlament.

Zwischen Gesetzgebung, Ausschüssen und institutioneller Würde.

Das ist wahrscheinlich der größte Vorteil moderner Demokratien:

Sie halten erstaunlich viel aus.

Debatten.

Streit.

Populismus.

Und offenbar auch vergoldete Präsidenten ohne Hose.

Ronald Tramps Fazit?

Europa wollte Donald Trump satirisch entzaubern.

Also machte man ihn größer.

Goldener.

Monumentaler.

Und stellte ihn mitten ins Parlament.

Das ist mutig.

Das ist Kunst.

Das ist europäisch.

Und irgendwo schaut vermutlich ein echter Trump auf ein Foto davon und denkt nicht:

„Was für eine Beleidigung.“

Sondern:

„Warum ist die Statue nicht doppelt so groß?“

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Tags: Donald Trump Kunst EU-Parlament Straßburg Jens Galschiøt Orange Plague
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