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Ronald Tramp
★ Macht Meinung wieder Gross! ★

Airbnb versichert Regen: Endlich Urlaub mit Renditewolken

Grafik: Airbnb versichert Regen - Ronald Tramp jubelt nass

Airbnb macht Regen zum Versicherungsfall. Ronald Tramp erklärt, warum Urlauber künftig schwarze Wolken bejubeln und Sonnenschein als entgangenen Gewinn verbuchen.

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Von Ronald Tramp, Sonderkorrespondent für versicherte Wolkenbrüche und die feindliche Übernahme des Sommerhimmels.

Liebe Urlauber, ich habe großartige Nachrichten. Die besten Nachrichten, die jemals unter einem Sonnenschirm verkündet wurden: Airbnb bietet eine kostenpflichtige Versicherung gegen Regen im Urlaub an. Endlich! Jahrzehntelang fiel Wasser einfach vom Himmel, ohne dass jemand eine Buchungsgebühr darauf erhob. Ein erschütterndes Marktversagen. Die Wolken machten, was sie wollten. Völlig unregulierte Wasserunternehmen.

Damit ist jetzt Schluss.

Wer den Wetterschutz bucht, bekommt automatisch Geld zurück, wenn die vertraglich festgelegten Regenmengen erreicht werden. Nicht bei jedem traurigen Tropfen. Wir sprechen von qualifiziertem Regen. Regen mit Leistungsnachweis. Ein bisschen Nieselwetter kann sich hinten anstellen. Das ist lediglich ein unbezahltes Praktikum im Niederschlagssektor.

Ich finde das fantastisch. Früher stand man am Ferienhausfenster und fluchte: „Schon wieder Regen!“ Künftig steht man dort mit einem Taschenrechner und flüstert: „Komm schon, du wunderschöne schwarze Wolke. Enttäusch mich nicht.“

Der Urlaub wird dadurch viel spannender. Niemand weiß mehr, ob er sich über Sonnenschein freuen soll. Die Kinder wollen an den Strand, Papa will die Auszahlungsschwelle erreichen. Mama überprüft das Regenradar wie andere Menschen ihr Aktienportfolio. Und Oma steht im Garten und ruft: „Da hinten zieht was auf!“ Die ganze Familie applaudiert. Endlich ein gemeinsames Urlaubserlebnis.

Ich würde sofort ein Ferienhaus in einer Gegend buchen, in der selbst die Enten über Fußpilz klagen. Sehr klug. Sehr strategisch. Andere Menschen suchen Meerblick. Ich suche eine meteorologisch vielversprechende Dachrinne.

Natürlich muss man die Vertragsbedingungen beachten. Das ist wichtig. Sehr wichtig. Stellen Sie sich vor, es regnet den ganzen Tag, aber am Ende fehlt genau der entscheidende Rest Niederschlag. Dann sitzen Sie durchnässt im Wohnzimmer, während die Versicherung erklärt: „Wir bedauern Ihre subjektive Wahrnehmung von Feuchtigkeit.“

Subjektiv! Ihre Schuhe sind bereits ein geschütztes Feuchtbiotop, aber juristisch hatten Sie einen überwiegend gelungenen Aufenthalt.

Der Wetterschutz läuft über Chubb. Ein Versicherer, der jetzt finanziell dafür einsteht, dass Wolken gelegentlich ihre Contenance verlieren. Ich stelle mir die zuständige Abteilung wunderschön vor: Ein Mann im Anzug schaut auf ein Satellitenbild und sagt: „Diese Gewitterfront entwickelt sich ungünstig für unser Quartalsergebnis.“ Neben ihm versucht jemand, einer Kumuluswolke ein Vergleichsangebot zu unterbreiten.

Und Airbnb kassiert natürlich für die Absicherung. Das ist das Geniale. Man bezahlt für die Unterkunft, für die Reinigung und jetzt dafür, dass der Himmel die Außenreinigung zu enthusiastisch übernimmt.

Bald gibt es vermutlich weitere Zusatzpakete. Eine Versicherung gegen zu laute Grillen. Gegen Meer, das salziger schmeckt als auf den Fotos. Gegen Sonnenuntergänge, die leider nicht exakt dem Inserat entsprechen. Gegen Nachbarn, die morgens bereits glücklich sind. Eine Zumutung. Niemand sollte im Urlaub unversicherter Lebensfreude ausgesetzt sein.

Ich persönlich würde auch eine Versicherung gegen enttäuschende Ferienwohnungen anbieten. Wenn die „großzügige Terrasse“ nur Platz für einen Aschenbecher und eine halbe Wade bietet, gibt es Geld zurück. Wenn der „charmante Altbau“ nachts durch seine eigenen Wände atmet, zahlt die Gespensterklausel.

Aber beim Wetter beginnt erst die wahre Revolution. Der moderne Urlauber fährt künftig nicht mehr weg, um sich zu erholen. Er fährt weg, um einen Versicherungsfall mit Frühstücksbuffet zu erleben.

Mein Rat: Packen Sie Sonnencreme ein. Nur als psychologische Kriegsführung gegen die Wolken. Sobald der Himmel glaubt, Sie hätten sich auf gutes Wetter vorbereitet, öffnet er sämtliche Schleusen. Das funktioniert seit Generationen.

Und wenn tatsächlich die Sonne scheint? Dann ist die Stimmung ruiniert. Die Kinder lachen, das Meer glitzert, die Cocktails sind kalt – aber die ganze Reise hat keinen einzigen erstattungsfähigen Wolkenbruch geliefert.

Endlich hat die Tourismusbranche das perfekte Produkt geschaffen: eine Versicherung, bei der schönes Wetter als finanzieller Schaden empfunden wird.

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Tags: Tourismus Urlaub Reiseversicherung Chubb Wetterschutz Regenversicherung Airbnb
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