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Ronald Tramp
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Lebenslauf mit Fantasiezulassung: Trumps Sprecherin scheitert am Nachfragen

Grafik: Ronald Tramp: Wenn Hannity den Lebenslauf überprüft

Sean Hannity fragt plötzlich nach, eine Anwaltsprüfung wird zum Interviewproblem und Trump empfiehlt berufliches Nachdenken. Ronald Tramp prüft die Personalabteilung.

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Von Ronald Tramp, dem einzigen Reporter, der bei Bewerbungen im Weißen Haus inzwischen zwischen Berufserfahrung und erzählerischer Freiheit unterscheidet.

Leute, ich kenne Bewerbungsgespräche. Fantastische Bewerbungsgespräche. Manche Menschen bringen Zeugnisse mit, andere Referenzen. Im politischen Umfeld von Donald Trump sollte man vorsichtshalber auch prüfen, ob unter „Zulassung“ eine berufliche Qualifikation oder lediglich die erfolgreiche Einfahrt ins Parkhaus verstanden wird.

Katie Zacharia hat im Interview mit Sean Hannity eingeräumt, die Anwaltsprüfung nicht bestanden und sie anschließend nicht wiederholt zu haben. Sie besitzt einen juristischen Hochschulabschluss; die Kontroverse betrifft ihre Darstellung als Anwältin und die fehlende entsprechende Zulassung.

Ein wichtiger Unterschied. Ein sehr wichtiger Unterschied. Wer Rechtswissenschaft studiert hat, hat Rechtswissenschaft studiert. Wer eine Zulassung besitzt, besitzt eine Zulassung. Und wer beides sprachlich zusammenrührt, bekommt möglicherweise einen Lebenslauf, den man vor dem Lesen kräftig schütteln muss.

Das wirklich Überraschende war allerdings Sean Hannity.

Hannity fragte nach!

Dann fragte er noch einmal nach!

Leute, das ist bei einem ausgesprochen Trump-freundlichen Moderator ungefähr so, als würde das Navigationsgerät des Präsidenten plötzlich sagen: „Sie fahren falsch. Und diesmal meine ich auch politisch.“

Man erwartet ein gemütliches Gespräch auf dem Sofa und findet sich unvermittelt in einer mündlichen Nachprüfung wieder. Der freundliche Gastgeber hat offenbar unter dem Kissen einen Faktenordner versteckt.

Die entscheidenden Fragen waren dabei erstaunlich überschaubar: Bestanden? Wiederholt? Warum nicht einfach offen erklären?

Keine Fangfragen. Keine heimtückische juristische Konstruktion. Ein gewöhnliches Ja oder Nein hätte jeweils hineingepasst. Aber genau darin liegt die Gefahr: Bei einer kurzen Frage fällt besonders auf, wenn die Antwort erst noch eine Weltreise buchen muss.

Zacharia erklärte, sie habe damals gewusst, dass sie in China leben werde; deshalb sei das Prüfungsergebnis für sie nicht mehr entscheidend gewesen.

Ich verstehe. Eine bemerkenswerte Verteidigung.

In meinem imaginären Bewerbungsgespräch würde das so klingen:

„Haben Sie den Führerschein bestanden?“

„Nein, aber ich wollte ohnehin umziehen.“

„Haben Sie die Prüfung wiederholt?“

„Ich möchte betonen, dass ich beim ersten Versuch persönlich anwesend war.“

Großartig! Anwesenheit ist wichtig. Ohne Anwesenheit wäre man schließlich nicht einmal durchgefallen. Das ist bereits ein organisatorischer Erfolg.

Allerdings wird aus einer nicht bestandenen Prüfung durch einen Ortswechsel keine bestandene Prüfung. Sonst wäre der internationale Flugverkehr längst eine gigantische Fortbildungsmaßnahme. Man steigt ohne Befähigungsnachweis ein und landet als Facharzt für irgendetwas.

„Ihre Qualifikation?“

„Fensterplatz.“

Natürlich ist Durchfallen kein moralisches Verbrechen. Menschen scheitern an Prüfungen, wechseln ihre Pläne und bauen anschließend erfolgreiche Karrieren auf. Das Problem beginnt dort, wo die berufliche Selbstdarstellung mehr kann als der nachweisbare berufliche Status.

Ein Lebenslauf ist schließlich kein Wunschzettel mit Kontaktdaten.

Ich, Ronald Tramp, würde deshalb eine neue Bewerbungssoftware für Washington entwickeln. Sie unterstreicht übertriebene Formulierungen automatisch und fragt freundlich: „Ist das belegt, oder möchten Sie daraus lieber einen Motivationssatz machen?“

Das System wäre vermutlich nach dem ersten Durchlauf wegen unpatriotischer Tätigkeit abgeschaltet.

Dann kam Trump selbst. Er legte Zacharia öffentlich nahe, ihre Position zu überdenken. Inzwischen berichtet auch Reuters unter Berufung auf einen Regierungsvertreter, dass sie entlassen wurde.

Dieses „Überdenken“ ist eine wunderschöne Formulierung. Sehr fürsorglich. Im imaginären Personalhandbuch heißt das: „Wir unterstützen Ihre freie Entscheidung, während jemand Ihren Stuhl hinausträgt.“

„Brauchen Sie diesen Stress wirklich?“, fragt der Chef.

Eine rührende Sorge um das Wohlbefinden einer Mitarbeiterin, deren Arbeitsplatz gerade zum Ausgang begleitet wird.

Die ganze Angelegenheit wirft allerdings auch eine Frage an die Personalgewinnung auf: Was wurde eigentlich vor der Ernennung geprüft?

In meiner satirischen Auswahlkommission vermutlich zunächst die Kamerapräsenz. Dann die Loyalität. Dann noch einmal die Kamerapräsenz, diesmal bei Gegenlicht.

Für Qualifikationen blieb leider kein Termin mehr frei. Die Ernennung war schon raus.

Und plötzlich muss ein Fernsehmoderator jene Nachfragen stellen, für die normalerweise eine Personalabteilung bezahlt wird.

Ich empfehle dem Weißen Haus deshalb eine revolutionäre Neuerung: Zeugnisse vor der Einstellung lesen. Angaben überprüfen. Unterschiedliche Abschlüsse auseinanderhalten. Das alles möglichst, bevor man die betreffende Person an das Mikrofon der Regierung stellt.

Sonst bleibt von der angekündigten Kommunikationskompetenz am Ende nur ein einziger erfolgreich übermittelter Satz: Bitte geben Sie Ihren Hausausweis ab.

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Tags: Donald Trump Weißes Haus Fox News Qualifikationen Anwaltsprüfung Sean Hannity Katie Zacharia
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